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Wichtige Neuerungen beim Ökologischen Gesamtzuchtwert

Mit der Zuchtwertschätzung Mai 2005 ergeben sich einige grundlegende Neuerungen bei der Berechnung des Ökologischen Gesamtzuchtwertes (ÖZW) und bei der Darstellung der Ergebnisse in der Informationsschrift.

Hier finden Sie die aktuellen Gesamtzuchtwerte sowie Bullenlisten zu den Rassen Fleckvieh, Braunvieh und Gelbvieh:



1. Änderungen in der Darstellung der Ergebnisse

Die für den Züchter wichtigsten Neuerungen betreffen die Ergebnisdarstellung:

  • Die Übersichtstabellen und Balkendiagramme der Besamungsbullen sind der Informationsschrift vorangestellt. Hierdurch ergibt sich eine schnelle Übersicht über die Stärken und Schwächen der einzelnen Bullen sowie über die Veränderungen seit der letzten Zuchtwertschätzung.
  • Darstellung der einzelnen Bullen in einer komprimierten Form, d.h. auf einer Seite pro Bulle. Hierdurch wird die Darstellung von 32 Bullen beim Fleckvieh und von 16 Bullen beim Braunvieh ermöglicht. Beim Gelbvieh wird die Anzahl durch das Angebot begrenzt. Die Darstellung der Zuchtwerte entspricht jetzt stärker den Anforderungen der ökologischen Betriebe, da konventionelle Zuchtwerte, soweit möglich, durch den ÖZW und die ökologischen Teilzuchtwerte ersetzt werden.
  • Die Erläuterungen und die Erklärungen zum Leistungs- und Abstammungsblatt finden sich am Ende der Broschüre. Hierdurch wird das Ausdrucken der eigentlichen Bulleninformationen erleichtert, da einfacher auf die Erklärungen, die sich nicht bei jeder Zuchtwertschätzung ändern, beim Ausdruck verzichtet werden kann.
  • Aufgrund der größeren Anzahl an Bullen und den etwas geringeren Anforderung an die Töchterzahl der Bullen (mind. 20 Töchter mit 3 Probemelken in der 3. Laktation) wird auf die Liste der jüngeren, interessanten Bullen, die aber noch nicht den Anforderungen des ÖZW entsprechen, verzichtet.

1.2 Neuerungen auf den Bullenblättern im Einzelnen

1.2.1 Abstammungsteil

Für die männlichen Vorfahren werden der ÖZW, die Nutzungsdauer und die Teilewerte Leistung und Konstitution aufgeführt. Da für einige ältere Bullen kein Ökologischer Gesamtzuchtwert berechnet werden kann, wird bei Fehlen des ÖZW, dieser durch den konventionellen Gesamtzuchtwert (GZW) ersetzt und die Teilwerte Leistung und Konstitution entfallen.
Für alle weiblichen Vorfahren werden die Anzahl der Laktationen, die Durchschnittsleistung, die Lebensleistung und die Ergebnisse der Bullenmutterbewertung aufgeführt.

1.2.2 Leistungsteil

Im Leistungssteil werden für den Besamungsbullen der Ökologische Gesamtzuchtwert und die Teilwerte Leistung und Konstitution mit den entsprechenden Sicherheiten der Zuchtwerte angegeben.

1.2.2.1 Teilwert Leistung

Innerhalb des Teilwerts Leistung werden der Ökologische Milchwert und der Fleischwert dargestellt. Als zusätzliche Informationen finden Sie die Einzelzuchtwerte Milch sowie die absoluten Leistungen innerhalb der Abschnitte der Laktationen.

1.2.2.2 Teilwert Konstitution

Innerhalb des Teilwerts Konstitution werden die Teilzuchtwerte Persistenz und Leistungssteigerung, Nutzungsdauer, Kalbung und Fruchtbarkeit sowie Fundament und Euter mit den zugehörigen Einzelzuchtwerten dargestellt.
Weitere wichtige Informationen betreffen die Abkalbeergebnisse, die Verbleiberate und Einzelinformationen zu den Abgängen. Eine genaue Beschreibung des Exterieurs findet sich wie bisher im Balkendiagramm.

Weitere Einzelheiten finden sich in den Erläuterungen zur Informationsschrift.


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2. Änderungen bei der Berechnung der Zuchtwerte

  • Die Berechnung des ökologischen Gesamtzuchtwerts erfolgt jetzt mittels Selektionsindexmethode, d.h. es werden die Erblichkeitsgrade, die genetischen Korrelationen, die Sicherheiten der geschätzten Zuchtwerte und die unterstellten wirtschaftlichen Gewichte der Merkmale berücksichtigt. Im Rahmen der Umstellung erfolgte eine Überprüfung der Gewichtungen. Diese wurden so festgelegt, dass die entsprechenden erwarteten Zuchtfortschritte das Zuchtziel in der ökologischen Rinderzucht widerspiegeln.
  • Umstellungen innerhalb der Zuchtwertteile

Ökologischer Milchwert

Innerhalb des Ökologischen Milchwerts erfolgt eine stärkere Gewichtung der 3. Laktation.

Teilwert Kalbung und Fruchtbarkeit

Der bisherigen Teilwert Kalbung und Vitalität wird durch Kalbung und Fruchtbarkeit ersetzt. Um eine genauere Information über die Reproduktionsleistung der Bullen zu erhalten, wird die Zellzahl in den Bereich Fundament und Euter verschoben.

Teilwert Fundament und Euter

In diesem Teilwert finden sich Zuchtwerte, die für ein gutes Fundament und für ein funktionales und gesundes Euter von großer Bedeutung sind. Aus diesem Grund wurde die Zellzahl in diesen Bereich aufgenommen.

2.1 Neugewichtung der Zuchtwertteile

Die Gewichtung der Einzelmerkmale wurde so festgelegt, dass die entsprechenden erwarteten Zuchtfortschritte das Zuchtziel in der ökologischen Rinderzucht widerspiegeln.

Der erwartete zukünftige Zuchtfortschritt liegt in etwa zu 50% im Leistungsbereich und zu 50% im Bereich der Konstitution. Der höchste Zuchtfortschritt soll auch weiterhin im Bereich der Milchleistung erreicht werden, da diese die Haupteinnahmequelle der ökologischen Betriebe ist. Es wird aber auf höhere Zuchtfortschritte in diesem Bereich zugunsten einer ausreichenden Fleischleistung und einer guten Konstitution und Tiergesundheit verzichtet.

Die Auswirkung der Neugewichtung auf den erwarteten Zuchtfortschritt ist in den Abbildungen 1 und 2 dargestellt.

Abb. 1: Gewichtung und erwarteter Zuchtfortschritt in den Bereichen Milch, Fleisch und Fitness bei Fleckvieh und Gelbvieh

Abbildung 1: Gewichtung und erwarteter Zuchtfortschritt in den Bereichen Milch, Fleisch und Fitness bei Fleckvieh und Gelbvieh.


Abbildung 2: Gewichtung und erwarteter Zuchtfortschritt in den Bereichen Milch, Fleisch und Fitness bei Braunvieh

Abbildung 2: Gewichtung und erwarteter Zuchtfortschritt in den Bereichen Milch, Fleisch und Fitness bei Braunvieh

Der Anteil der einzelnen Merkmalsbereiche am monetären Zuchtfortschritt ergibt sich entsprechend:
Merkmalsbereiche Fleckvieh Braunvieh Gelbvieh
Teilwert Leistung 48 %   50,1 %  48 % 
Ökologischer Milchwert 35,8 %  47,9 %  35,8 % 
Fleischwert 12,2 %  2,2 %  12,2 % 
Teilwert Konstitution 52 %  49,9 %  52 % 
Persistenz und Leistungssteigerung 11,4 %  12,1 %  11,4 % 
Zuchtwert Nutzungsdauer 11,8 %  12,5 %  11,8 % 
Kalbung und Fruchtbarkeit 17,1 %  14,7 %  17,1 % 
Fundament und Euter 11,8 %  10,8 %  11,8 % 

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Mai 2005
Dr. Dieter Krogmeier, Ewald Rosenberger
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Tierzucht
Tel.: 089/99141-100 • Fax: 089/99141-199