Forschungsprojekte
FOR Gen Embryo

Technische Geräte in einem Labor

Labortechnische Einrichtung an der Versuchsstation Badersfeld

Die genomische Untersuchung von Zuchtrindern ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Zuchtprogramme. In diesem Projekt geht es um die Frage der Vorverlagerung dieser züchterischen Information auf die Ebene des Embryos. Dadurch kann die Effektivität in der Selektion enorm erhöht werden und zu Einsparungspotentialen führen. Da bei ET-unterstützten Zuchtprogrammen die Zahl der Empfängertiere oft der begrenzende Faktor ist, würden nach erfolgter Genomanalyse nur die favorisierten Embryonen zur Übertragung kommen.

Ziele

Aus dem Projekt werden mehrere Fragestellungen abgeleitet. Zunächst soll die Akzeptanz dieser Methode für die züchterische Praxis festgestellt werden. Züchterische Teilaspekte, wie z.B. die Selektion nach genetisch hornlosen Tieren oder auch der Umgang mit Erbfehlerträgern im Zuchtprogramm sind sicher interessant. Aber auch die wissenschaftliche Frage nach der optimalen Behandlung und der angewandten Biopsie der Embryonen sind Bestandteil des Projekts. Durch die Verbesserung der in einem Vorgängerprojekt gewonnenen Erfahrungen sollen die Graviditätsergebnisse festgestellt werden. Ebenso werden aus den Genotypisierungsdaten Rückschlüsse auf die Weiterentwicklungsfähigkeit der Embryonen erwartet.

Methode

Embryonen aus hochveranlagten Spendertieren werden kurz nach der Gewinnung im Labor der Biopsie zugeführt. Optional kann auch innerhalb von 24 Stunden eine Geschlechtsbestimmung vorgenommen werden. Daraus ergeben sich die ersten Selektionsschritte. Anschließend wird die biopsierte DNA amplifiziert und der Embryo tiefgefroren. Die DNA-Probe wird der genomischen Untersuchung unterzogen und der Auftraggeber entscheidet nach Vorliegen der Ergebnisse über die weitere Verwendung. Neben der stationären Gewinnung können auch nach ambulanten Spülungen die Embryonen an das Labor in Badersfeld verbracht werden.

Anwendung und Ergebnisse

Das Projekt steht den Rassen Fleckvieh und Braunvieh zur Verfügung. Die Organisationen können die Anwendungen in das Zuchtprogramm integrieren. Die Akzeptanz im Projektzeitraum wird ein interessanter Aspekt sein. Ebenso ist die Frage nach den Graviditäten hochinteressant, da das Projekt mit den praxisüblichen Verfahren der Superovulation in Konkurrenz steht.
Projektinformation
Projektleiter: Dr. Horst-Dieter Reichenbach, Bernhard Luntz
Laufzeit: 01.07.2017 bis 31.12.2019
Finanzierung: Bayerisches Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Projektpartner: TU München, LMU München, Tierzuchtforschung e.V., Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Rinderzucht- und Besamungsorganisationen e.V., LKV Bayern e.V.
Förderkennzeichen/Fördernummer: A/17/12