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Genetisch hornloser Besamungsbulle erzielt Spitzenpreis
Um zunehmend auf die Enthornung der Kälber verzichten zu können, wird beim Fleckvieh der genetischen (=natürlichen) Hornlosigkeit in den Zuchtprogrammen eine immer größere Bedeutung eingeräumt. Von Seiten der Besamungsstationen sind von Geburt an hornlose Jungbullen mit guten genomisch geschätzten Zuchtwerten derzeit sehr begehrt und erzielen auf den Zuchtviehmärkten hohe Preise.
Auf dem Weilheimer Zuchtviehmarkt kam es am 8. Dezember zu einem spannungsreichen Bieterduell verschiedener Stationen aus Bayern, Baden-Württemberg und Österreich um einen hoffnungsvollen Rotax-Sohn, der mit 130 im goGZW Rang 1 unter allen untersuchten Rotax-Söhnen belegte und zudem sehr gute Einzelzuchtwerte aufweist.
Seine hornlose Mutter "Bibi Pp", eine Mandela-Tochter aus der Milchviehversuchsherde der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Grub, erzielte eine Erstlaktation von 8218 kg bei 3,94 Fett und 3,85 Eiweiß. Sie gehört in Kombination mit ihrem guten Exterieur zu einer der züchterisch wertvollsten Kühe des Bestandes (ZWS Aug. goGZW 130, MW 123).
Seine leistungsstarke Großmutter "Bern Pp" ist aus einem Embryotransfer mit Winnipeg hervorgegangen. Sie ist eine Vollschwester des nachkommengeprüften hornlosen Besamungsbullen Wolkentanz PS 10/179261.
Mit einem absoluten Spitzenpreis von 49.500,00 € ging der Zuschlag letztendlich an Tirol und der Stier mit Namen "Irola" in den Gemeinschaftsbesitz der Euro-Genetik. Damit ist er nicht nur der monetäre Spitzenreiter der noch jungen genetisch hornlosen Zuchtrichtung, sondern zugleich der teuerste Fleckviehzuchtstier der Zuchtgeschichte!
Als heterozygot hornloser Bulle (Hornstatus PS) lässt Irola bei Anpaarung an genetisch gehörnte Kühe annähernd 50% natürlich hornlose Nachkommen erwarten.
Es ist zu hoffen, dass der Jungbulle die prognostizierten Zuchtwerte über seine Nachkommen bestätigen kann und somit seinen Spitzenpreis rechtfertigt. Dies würde auch die "züchterische Enthornung" ein weiteres Stück voranbringen.
Dezember 2011
Bernhard Luntz, Johann Robeis
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Tierzucht
Tel.: 089/99141-100 • Fax: 089/99141-199
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