Praxisinformationen
BaZI Schwein: Bayerische Zuchtwert-Informationen

Pietrain-Eber "Wadmus"

Piétrain-Eber "Wadmus,
Foto: Bayern-Genetik GmbH Landshut

In BaZI Schwein sind sowohl die durchschnittlichen Ergebnisse der Prüftier-Nachkommen als auch die Zuchtwerte aller in der Künstlichen Besamung eingesetzten Eber der Vater- und Mutterrassen enthalten. Neben den in den jeweiligen Gesamtzuchtwerten enthaltenen Merkmalen werden auch Informationen zu weiteren Merkmalen sowie zum Produktionswert und zum Anomalienwert angeboten.
Die Inhalte von BaZI-Schwein werden wöchentlich, jeweils Freitags, mit den Zuchtwerten aus der jüngsten Zuchtwertschätzung aktualisiert.
Durch Feiertage kann es in diesem Ablauf zu zeitlichen Verschiebungen kommen. Dann können aktuelle Zuchtwerte erst am Samstagmorgen zur Verfügung gestellt werden (siehe Zuchtwertschätztermine).

Auswahl der Besamungseber

Anwendungshinweise

Zuchtwerte

Die Zuchtwerte werden getrennt für Vater- und Mutterrassen geschätzt. Bei den Mutterrassen werden neben den Ergebnissen aus den Leistungsprüfungsanstalten auch auf den Betrieben erhobene Ergebnisse zur Fruchtbarkeitsleistung berücksichtigt. Die Zuchtwerte werden für jede Rasse getrennt standardisiert und sind nur daher innerhalb der einzelnen Rassen vergleichbar.

Auswahl der Eber in BaZI-Schwein

Die Maske zur Auswahl der Eber bietet alle Möglichkeiten von einer allgemeinen Suche bis hin zu einer detaillierten Suche nach Ebern, die spezielle Anforderungsprofile erfüllen.
Wahl der Rasse
Im ersten Teil der Auswahlmaske wird die Rasse gewählt. Neben Ebern der Rassen Pietrain, Deutsche Landrasse und Deutsches Edelschwein bieten die Besamungsstationen auch einzelne Eber anderer Rassen an. An dieser Stelle kann über die Angabe von Herdbuchnummer oder Name bereits gezielt nach einzelnen Ebern gesucht werden. Einschränkungen auf bestimmte Gruppen von Ebern sind möglich, indem unvollständige Herdbuchnummern bzw. Namen (z.B. nur der Anfangsbuchstabe) oder Informationen zur Abstammung (Vater, mütterlicher Großvater) angegeben werden.
Einschränkung nach Verfügbarkeit, Station und Sprungtag

Der zweite Teil der Auswahlmaske bietet die Auswahl der Eber aus folgenden Gruppen:

  • Alle Eber, die in der Künstlichen Besamung eingesetzt worden sind, unabhängig von ihrer aktuellen Verfügbarkeit.
  • Alle Eber im aktuellen Besamungseinsatz
Weitere Einschränkung der gesuchten Eber nach Besamungsstation und Sprungtagen sind möglich. Ohne Änderungen der Voreinstellungen werden alle verfügbaren Eber, unabhängig von Station und Sprungtag, angezeigt.
Sortierung
Im dritten Teil der Auswahlmaske kann angegeben werden, wie viele Eber maximal angezeigt werden sollen und nach welchen Zuchtwerten die Eber in der Ergebnisliste sortiert sein sollen. Die Wahl der Sortierkriterien muss abhängig von der gewählten Rasse erfolgen, da je nach Rassegruppe nicht alle Merkmale vorhanden sind. Es kann nur nach den Zuchtwerten sortiert werden, die im Gesamtzuchtwert enthalten sind.
Mindestanforderungen
Schließlich kann der vierte Teil der Auswahlmaske benutzt werden, um die Suche gezielt auf Eber mit bestimmten Vererbungsschwerpunkten einzuschränken. Dazu können in einem oder mehreren Merkmalen Zuchtwerte angegeben werden, die von den gewünschten Ebern erreicht werden müssen, um in der Ergebnisliste zu erscheinen.
Nach dem Starten der Suche werden die ausgewählten Eber in Form einer Liste dargestellt. Durch Anklicken des Namens in der Liste gelangt man zu der Detailansicht des Ebers.

Verfügbare Ansichten für Eber

Die Navigation der Detailansichten erfolgt über die Auswahl am oberen rechten Bildschirmrand.
Zuchtwert-Details
Diese Ansicht erscheint standardmäßig. Angezeigt werden Informationen zur LPA-Prüfung der Nachkommen sowie alle Zuchtwerte. Die im Gesamtzuchtwert berücksichtigten Merkmale sind hervorgehoben. In der Abstammungsansicht sind Eltern und Großeltern mit den wichtigsten Informationen dargestellt. Durch Anklicken der Vorfahren gelangt man zu deren Detailansicht.
Zuchtwert-Profil
Im Zuchtwert-Profil sind die Naturalzuchtwerte in Punkten des Gesamtzuchtwerts dargestellt und geben damit den Beitrag der einzelnen Merkmale zum Gesamtzuchtwert an. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist die Skala auf +-35 Punkte (entspricht einer genetischen Standardabweichung des Gesamtzuchtwerts) beschränkt.
Das Balken-Diagramm soll nicht unbedingt dazu dienen, die Vererbungsschwerpunkte der Tiere auf einen Blick herauszustellen. Vielmehr soll es zeigen, welchen Beitrag die einzelnen Merkmale zum monetären Selektionserfolg leisten, denn in den Gesamtzuchtwert gehen die Merkmale ja entsprechend ihrer wirtschaftlichen Bedeutung ein. Daher werden Merkmale der Mast- und Schlachtleistung in der Regel mehr Punkte zum Gesamtzuchtwert beitragen als die Merkmale der Fleischqualität.
Wenn ein Eber in einem Merkmal zu den besten 10 % der lebenden KB-Eber gehört so ist der entsprechende Balken oberhalb des Grenzwertes dunkelgrün eingefärbt. Die Grenzwerte sind abhängig von der Bedeutung der Merkmale im Gesamtzuchtwert und unterscheiden sich daher sowohl zwischen den Merkmalen als auch zwischen den Rassegruppen.
Anomalienprüfung
Wie auch in den Zuchtwert-Details wird wahlweise der Anomalienindex (der Eber ist noch im vorhergehenden System ("Anomalienkarten") anomaliengeprüft worden) oder der Anomalienwert (Einführung des Verfahrens im September 2013) dargestellt. Zusätzlich gibt es eine Übersicht der für das jeweilige Verfahren berücksichtigten Würfe.
Wenn bei einem Eber dieser Menüpunkt nicht angeboten wird bedeutet es, dass weder ein Anomalienindex vorhanden ist noch die Mindestsicherheit (35 %) für die Veröffentlichung des Anomalienwerts erreicht ist.
Stammbaum
Die Ansicht des Stammbaums zeigt die Abstammung über vier Generationen. Auch hier besteht die Möglichkeit, durch das Anklicken der Namen der Vorfahren zu deren Detailansicht zu gelangen. Durch das Anklicken der Schaltfläche rechts neben dem Namen kommt man zu der Stammbaumansicht des jeweiligen Tieres. Auf diese Weise kann man die Abstammung eines Tieres bis zu den letzten bekannten Vorfahren zurückverfolgen.
Liste der Söhne
In dieser Ansicht werden alle in der Künstlichen Besamung eingesetzten Söhne eines Ebers angezeigt (Zu einer identischen Ergebnisliste kommt man, wenn man bereits in der Eberauswahl nach Name oder Nummer eines Vaters sucht). Auch eine Liste der Söhne einer Sau kann in dieser Ansicht erstellt werden.

Downloadbereich

Eberlisten

Die Eberliste enthält Informationen und Zuchtwerte zu allen aktuellen KB- und Prüf-Ebern der Besamungsstationen Bergheim, Landshut und Neustadt. Es gibt jeweils eine Eberliste für die Rasse Pietrain und für Mutterrassen.
Pietrain
Die Eberliste für die Rasse Pietrain erscheint wöchentlich. Im Gegensatz zur Übersichtsliste Pietrain in BaZI Schwein sind in der Eberliste auch solche Eber enthalten, die noch nicht in der Zuchtwertschätzung berücksichtigt werden (d.h. es liegt weder ein Reinzuchtwurf vor noch sind Prüftiere geschlachtet). Bei den Zuchtwerten dieser Eber handelt es sich um sogenannte Pedigreezuchtwerte, die aus den Zuchtwerten der Eltern berechnet werden. Es kann kein Zuchtwert ausgewiesen werden, wenn Vater und/oder Mutter des Ebers keine Zuchtwerte in Bayern haben.
Ökologischer Produktionswert für Piétrain-Eber
In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe "Schweinezucht im ökologischen Landbau" wurde ein Produktionswert für Piétrain-Eber konzipiert. Dieser ökologische Produktionswert betont die Futterverwertung sowie die Merkmale der Fleischqualität und trägt damit den besonderen Ansprüchen der Schweineproduktion im ökologischen Landbau Rechnung.
Deutsche Landrasse und Deutsches Edelschwein
Die Eberliste für die Mutterrassen erscheint monatlich und wird jeweils nach der letzten Zuchtwertschätzung des Monats aktualisiert. Es sind alle Eber aus den entsprechenden Übersichtslisten in BaZI Schwein enthalten. Zusätzlich zu den Zuchtwerten enthält die Eberliste auch Werte aus der Feldprüfung der Jungsauen.

Beteiligte Institutionen

Die Bayerischen Zuchtwert-Informationen für Schweine (BaZI-Schwein) wurden in Zusammenarbeit des Institutes für Tierzucht (ITZ) und der Abteilung Information, Wissensmanagement (AIW) der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) konzipiert.
Für die Datenbereitstellung, Auswertungen und Veröffentlichung der Zuchtwerte sind verantwortlich: