Zucht auf Coli F18-Resistenz wird intensiviert

Eber Walk stehend nach links gerichtet

Eber Walk vom Zuchtbetrieb Wolfgang Schwarz aus Salching ist Coli F18-resistent (Genotyp AA), Foto: Bayern-Genetik GmbH

Schon das Projekt "ColiPot: Potenziale einer Selektion gegen E. Coli F18", das im Jahr 2013 gemeinsam vom Institut für Tierzucht der LfL und dem Tiergesundheitsdient Bayern e.V. (TGD) durchgeführt wurde, hatte zum Ziel, einen Beitrag zur Erhöhung der Tiergesundheit durch züchterische Maßnahmen zu leisten und dadurch metaphylaktische und therapeutische Behandlungen der Ödemkrankheit bei Ferkeln mit Antibiotika zu reduzieren.

E. Coli F18-Bakterien sind der Auslöser der Ödemkrankheit. Tiere, die am FUT1-Locus den Genotyp A/A aufweisen, sind jedoch gegenüber der Ödemkrankheit resistent. Diese Tiere bilden keine Rezeptoren für die F18-Fimbrien auf der Darmschleimhaut aus, so dass die Darmbesiedelung durch E. Coli F18-Bakterien nicht möglich ist.

Projekt zur Ödemkrankheit bereits im Jahr 2013

Um die Relevanz der Ödemkrankheit in der bayerischen Ferkelerzeugung zu klären, wurde bereits im Jahr 2013 in Zusammenarbeit mit dem Tiergesundheitsdienst Bayern e.V. eine Umfrage bei Ferkelerzeugern durchgeführt, in welcher unter anderem die Problematik des Auftretens der Ödemkrankheit eruiert wurde.
Dabei wurden 697 Betriebe befragt, von welchen 64,6 Prozent (n=450) keine Probleme, 30,4 Prozent (n=212) geringgradige, 4,6 Prozent (n=32) mittelgradige und 0,4 Prozent (n=3) hochgradige Probleme mit der Ödemkrankheit angegeben haben. Mit 5 Prozent der Betriebe mit mind. mittelgradigem Auftreten besitzt die Ödemkrankheit demzufolge durchaus eine gewisse Praxisrelevanz.
Da nur homozygote Tiere (A/A) resistent gegenüber der Ödemkrankheit sind, ist es erforderlich, dass beide Elternteile der Mastendprodukte zumindest das Resistenzallel beinhalten. Daher wurden in den bayerischen Zuchtpopulationen die aktuellen Frequenzen des züchterisch erwünschten A-Allels ermittelt.

Unterschiedliche Resistenzen bei den Schweinerassen

Die Rasse Deutsches Edelschwein (DE) hat mit einer Frequenz des positiven A-Allels von 0,75 den weitaus besten Wert der durch die EGZH betreuten Rassen. Dies ist sicherlich durch die enge Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen SUISAG zu erklären, welches schon seit längerer Zeit auf Coli F18-Resistenz züchtet. Um den Resistenzanteil in der bayerischen DE-Population weiter zu erhöhen, wird aktuell die DE-Basisherde der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf zu 100 Prozent auf Coli F18-Resistenz umgestellt.
Bei der Deutschen Landrasse beträgt die Frequenz der erwünschten Variante A nur 6 Prozent. Dennoch sind auch bei dieser Rasse Bemühungen um eine Erhöhung erforderlich, wenn man resistente Mastschweine mit der Kreuzungssau erzeugen will. Hierzu laufen unter anderem auch Projekte am LVFZ Kringell.

Resistente Piétrain-Eber in Bayern verfügbar

Einigermaßen positiv ist mit 26 Prozent auch die Häufigkeit der Variante A bei der Rasse Piétrain zu bewerten. Die bayerische Piétrainzucht ist dadurch in der Lage, ihren Kunden schon jetzt resistente Eber anbieten zu können. In den bayerischen Besamungsstationen Bayern-Genetik und Neustadt-Aisch stehen aktuell schon 30 Eber, welche Coli F18 resistent sind. Die Zucht auf Coli F18-Resistenz wird im Zuchtprogramm weiter forciert. Dies ist insbesondere auf Grund der konsequenten Genotypisierung der bayerischen Piétrain-Population (2.500 Tiere pro Jahr) möglich. Bei jeder Genotyisierung wird automatisch der Coli F18-Status bestimmt. Die Züchter berücksichtigen bei den Anpaarungen den Resistenzstatus der Elterntiere. Jungeber und Jungsauen können schon bei der Selektion auch auf die Coli F18-Resistenz beurteilt werden.
Auf die Coli F18 Resistenz wird sich jedoch die bayerische Zucht nicht beschränken. Aktuell laufen unter anderem Bemühungen um die PRRS-Resistenz oder auch die Coli F4-Resistenz (Erreger des Absetzdurchfalls) zu verbessern.
Eber Maelko stehend nach links gerichtetZoombild vorhanden

Eber Maelko vom Zuchtbetrieb Markus Fina aus Rothenstein, Foto: BVN Neustadt/Aisch

Die Eber Maelko vom Zuchtbetrieb Markus Fina aus Rothenstein und WALK vom Zuchtbetrieb Wolfgang Schwarz aus Salching überzeugen nicht nur durch exzellente Zuchtwerte und einem hervorragenden Anomalienwert, sondern beide Eber sind auch Coli F18-resistent (Genoyp AA).