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Krainer Steinschaf


Ein schönes Mutterschaf
Ein schönes Mutterschaf
Ruhende Muttertiere
Ruhende Muttertiere
Kopfstudie eines Krainer Steinschafes
Kopfstudie eines Krainer Steinschafes
Krainer Steinschafe im Ursprungsgebiet Slowenien am Mt. Mangartz
Krainer Steinschafe im Ursprungsgebiet Slowenien am Mt. Mangartz

Rassetypische Merkmale

Das Krainer Steinschaf stammt vom Torfschaf ab und entspricht der ursprünglichen Schafrasse der Alpen. Letzte Reste dieser Rasse wurden in Slowenien im Triglav-Nationalpark erhalten, wo es heute noch zur Milchnutzung gehalten wird. Es ist ein feingliedriges, kleines bis mittelgroßes Schaf. Das Kopfprofil ist gerade und das Nasenbein leicht gebogen, die Ohren stehen waagrecht ab. Die Böcke und Mutterschafe sind überwiegend hornlos. Der lange bewollte Schwanz reicht bis zum Sprunggelenk.
Das Gesichtsfeld, der Bauch und die Füße sind in der Regel unbewollt. Das Vlies ist mischwollig und es kommen überwiegend die Wollfarben schwarz und weiß sowie verschiedene Farbzeichnungen vor. Vor allem die Köpfe sind bunt gezeichnet.
Die Brunst ist asaisonal, eine zweimalige Lammung je Jahr ist möglich. Wegen der Frühreife kann die Erstzulassung im Alter von 8 bis 10 Monaten erfolgen. Aufgrund seiner Zutraulichkeit gut geeignet für die Haltung in kleinen Beständen.

Zuchtziel

Züchtung eines anpassungsfähigen, widerstandsfähigen, robusten Schafes für die rauen Lagen des Hochgebirges, mit ausgezeichneter Trittsicherheit, besten Muttereigenschaften, Langlebigkeit sowie hoher Fruchtbarkeits-, Aufzucht- und Säugeleistung.


Tabelle 1: Leistungsangaben
Leistungsangaben Körper-
Gewicht (kg)
Vlies-
Gewicht (kg)
Ablamm-
ergebnis (%)
Widerrist-
höhe (cm)
Altböcke 55 - 70  3,5  73 - 78 
Jährlingsböcke 40 - 55  3,0 
Mutterschafe 45 - 55  3,0  170 - 200  65 - 70 
Jährlingsschafe 30 - 40  2,0 

Die täglichen Zunahmen liegen bei Schlachtlämmern im Bereich von 200 - 250 g, das handelsübliche Lebendgewicht bei rund 35 bis 40 kg.

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Zuchtgeschichte

Geänderte Leistungsansprüche führten in den vergangenen Jahrzehnten zu einem starken Rückgang der Anzahl der Schafrassen. Während früher jedes Gebiet je nach landschaftlichen Gegebenheiten, Nutzungsschwerpunkt und auch Geschmack der Züchter typische Rassen hervorbrachte, werden heute überwiegend Tiere der sogenannten Wirtschaftsrassen gehalten. Dadurch werden die Restbestände alter Schafrassen, die über Generationen ihr Verbreitungsgebiet prägten und somit zum Kulturgut wurden, immer mehr an den Rand des Aussterbens gedrängt. Eine der am stärksten gefährdeten Rasse ist das Krainer Steinschaf, das durch seine hervorragende Anpassung an die schwierigen Umweltbedingungen der Hochgebirgsregionen wertvolles genetisches Material in sich trägt.

Das Krainer Steinschaf ist ein asaisonales Milchschaf, das der Gruppe der Steinschafe zuzuordnen ist. Diese Rassengruppe stammt wie das Waldschaf direkt vom bereits ausgestorbenen Zaupelschaf ab und erschien in seiner ursprünglichen Form als kleines, drahtiges, fast zierliches Hochgebirgsschaf mit sehr dünnen, aber kräftigen Beinen und harten Klauen. Ausgewachsene Schafe hatten ein Gewicht von 28 bis 30 kg. Kennzeichnend war der kleine Kopf mit dem geraden Profil und kurze, spitze, seitwärts abstehende Ohren. In der Regel waren beide Geschlechter behornt, wobei das Horn des männlichen Tieres bedeutend stärker war. Der Schwanz war lang und dünn, das Vlies offen und mischwollig. Das Gesicht, die Innenseite der Schenkel und die Beine ab dem Sprunggelenk waren nicht bewollt. Steinschafe waren früher im ganzen Ostalpenraum verbreitet, kommen jedoch heute nur noch in einigen inselartigen Restpopulationen vor, die sich durch die unterschiedlich starke Einkreuzung des Bergamaskerschafes aus Italien zu eigenständigen Rassen weiterentwickelten. So wird in der Gruppe der Steinschafe zwischen Krainer, Montafoner, Tiroler und Alpinem Steinschaf unterschieden, wobei ersteres am stärksten dem ursprünglichen Steinschaftyp entspricht, da es von Bergamaskereinkreuzungen weitgehend verschont blieb. Dafür wurde ab den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts das Krainer Steinschaf mit Ostfriesischem Milchschaf "veredelt". Erst 1986 wurde bekannt, dass sich ein Restbestand reinrassiger Krainer Steinschafe in den slowenischen Alpen im Gebiet des Triglav-Nationalparks unter traditionellen Haltungsbedingungen erhalten hatte. Im Jahr 1988 erfolgte daraufhin ein erster Import von Zuchttieren von der Mangart-Alm/Slowenien nach Österreich.

Aufgrund seines Ursprungs in den julischen Alpen des damaligen Sloweniens ist das Krainer Steinschaf auch heute noch überwiegend in diesem Raum, aber auch darüber hinaus zu finden. Der größte Teil der Tiere befindet sich im Triglav-Nationalpark, wobei die Zahl der slowenischen Gesamtpopulation auf ca. 5.000 geschätzt wird. In Österreich sind Krainer Steinschafe über das ganze Land verstreut, wobei aber ein Zuchtschwerpunkt in den an Slowenien angrenzenden Bundesländern Kärnten und Steiermark vorhanden ist. Der Gesamtbestand beläuft sich auf ca. 400 Tiere. In Italien existieren in der ehemals slowenischen Region Friuli-Venezia-Giulia ebenfalls Tiere dieser Rasse unter dem Namen "Plezzana".

In Deutschland beschränkt sich die Haltung der Krainer Steinschafe auf das Allgäu, einen Betrieb in Mittelfranken und einen Betrieb in Rheinland-Pfalz (Schäfereikalender 2003 und eigene Erhebungen). Die ersten Zuchttiere dieser Betriebe kamen 1992 im Rahmen des zweiten österreichischen Imports von slowenischen Zuchttieren nach Deutschland. Drei damals importierte Zuchtböcke können als Stammväter der heutigen Population betrachtet werden.

Eine detaillierte Zuchtgeschichte über die bayerische Bergschafzucht mit Literaturangaben ist bei der Rasse Weißes Bergschaf zusammengestellt.

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Verbreitung der Rasse

Das Krainer Steinschaf ist in Bayern seit 1991 als eigenständige Rasse anerkannt. Zuerst wurde es als Steinschaf geführt, seit 2001 wird unterschieden in Krainer, Alpines und Tiroler Steinschaf. Die Bestandsentwicklung der Zuchttiere ist in der Tabelle 2 dargestellt. Der Gesamtbestand an Krainer Steinschafen wird auf 500 Stück geschätzt.

Tabelle 2: Bestandsentwicklung
Jahr Zuchtbetriebe Zuchtböcke Zuchtschafe
1980
1990
1995 85 
2000 92 
2004 12  18  235 
2008 15  23  318 

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Leistungen

Die Entwicklung der wichtigsten Fruchtbarkeits- und Gewichtsmerkmale sind in Tabelle 3 zusammengefasst.

Tabelle 3: Leistungsentwicklung
Jahr Ablamm-
ergebnis/Jahr
Aufzucht-
ergebnis/Jahr
Zweimalige
Lammung
105-Tage-
Gewicht
1980
1990
1995 *) 131,0  139,7  11,6  26,0 
2000 *) 177,7  163,8  23,4  27,1 
2004 160,4  146,9  11,5  28,2 
2008 159,7  151,6  11,3  26,2 

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Staatliche Förderung

Der Bayerische Staat fördert Maßnahmen zur Erhaltung gefährdeter einheimischer landwirtschaftlicher Nutztierrassen. Die hohen Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit der Nutztierhaltung führen zu einem Rückgang der Zahl der Tierrassen. Aus tierzüchterischen und landeskulturellen Gründen ist es daher notwendig, die heute in Bayern noch vorhandenen heimischen landwirtschaftlichen Nutztierrassen zu bewahren. Mit der Gewährung von Prämien soll eine ausreichende Zuchtbasis erhalten bzw. wieder neu aufgebaut werden. Förderfähig sind die Schafrassen Rhönschaf, Coburger Fuchsschaf, Weißes Bergschaf, Braunes Bergschaf, Waldschaf, Steinschaf (Alpines und Krainer Steinschaf) und Brillenschaf. Antragsberechtigt sind Inhaber schafhaltender Betriebe, die den Charakter eines landwirtschaftlichen Betriebes besitzen und Mitglied bei der für die Schafzucht anerkannten Züchtervereinigung sind. Die Maßnahme muss für mindestens 5 Jahre durchgeführt werden.

Die Prämie ist bei der Rasse Krainer Steinschaf auf 20,00 Euro für jedes im Zuchtbuch eingetragene Mutterschaf und Vatertier festgesetzt, höchstens jedoch 2.000,00 Euro je Betrieb und Jahr.

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Ausgewählte Literatur

Bietzker, U. (2001): Das Krainer Steinschaf-Zuchthistorie, Verbreitung und Zukunftsperspektiven. Diplomarbeit im Fachbereich Landwirtschaft, Internationale Agrarwirtschaft und Ökologische Umweltsicherung. Gesamthochschule Kassel

Schlecht, A. (2004): Das Krainer Steinschaf. Der Bayerische Schafhalter 4, 12-14.

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August 2008
Dr. Christian Mendel
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Tierzucht
Tel.: 089/99141-100 • Fax: 089/99141-199