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Rhönschaf


Typischer Rhönschafbock
Typischer Rhönschafbock
Rhönschafe in der Rhön
Rhönschafe in der Rhön
Beweidung von Naturschutzflächen in der Hohen Rhön
Beweidung von Naturschutzflächen in der Hohen Rhön
Rhönschafe auf dem ZLF 2004
Rhönschafe auf dem ZLF 2004

Rassetypische Merkmale

Das Rhönschaf ist ein mittelgroßes Schaf mit schwarzhaarigem, hornlosem, bis hinter die Ohren unbewolltem Kopf. Eine weiße Platte, die bis an die Ohren reicht, ist erlaubt, ebenso ein handbreiter Kragen, dessen Spitze bis auf etwa 1,5 Handbreit an das Brustbein heranragen kann.
Die Beine sind unbewollt. Außer dem Kopf müssen alle behaarten Körperteile bis zu den Klauen weiß sein.
Das Schaf hat einen kräftigen und langen Körper. Die Hinterbeinstellung kann leicht gewinkelt sein. Die weiße Schlichtwolle mit typischem Glanz hat eine Feinheit von 32 bis 38 Mikron.
Das Schaf hat eine lange Brunstsaison. Die Erstzulassung erfolgt im Alter von 12 bis 18 Monaten.

Zuchtziel

Ein anspruchsloses, widerstandsfähiges, marsch- und pferchfähiges Schaf zur Landschaftspflege, besonders in rauen Mittelgebirgslagen.
Eine asaisonale Brunst wird angestrebt.


Tabelle 1: Leistungsangaben
Leistungsangaben Körper-
Gewicht (kg)
Vlies-
Gewicht (kg)
Ablamm-
ergebnis (%)
Widerrist-
höhe (cm)
Altböcke 85 -105  5,0  75 - 80 
Jährlingsböcke 60 - 85  4,5 
Mutterschafe 60 - 85  3,0 - 4,0  130 - 150  68 - 75 
Jährlingsschafe 45 - 65  3,0 

Die täglichen Zunahmen liegen bei Schlachtlämmern im Bereich von 250 - 300 g, das handelsübliche Lebendgewicht bei rund 35 - 40 kg.


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Zuchtgeschichte

Das Rhönschaf ist eine der ältesten Schafrassen Deutschlands, die erste Erwähnung mit dem jetzigen Namen stammt von 1844. Vermutlich gab es Schafe mit ähnlichem Aussehen schon Ende des 16. Jahrhunderts im Gebiet der Rhön. Es hat sich vermutlich aus schlichtwolligen deutschen Landschafen durch Einkreuzung von Frankenschafen, schwarzköpfigen Fleischschafen aus England und Merinoschafen im Lauf von Jahrhunderten entwickelt. Man vermutet, dass die Rasse sich durch anschließende Reinzucht im Laufe der Zeit im Erscheinungsbild vereinheitlicht und gefestigt hat.
Es ist eine typische Landschafrasse der Mittelgebirgslagen und war für diese ertragsarmen leichten Urgesteinsböden mit ihren gering bewachsenen Hutungen unersetzlich. Das Rhönschaf hat in der Vergangenheit durch seine Anpassungsfähigkeit an das raue Mittelgebirgsklima im Grenzgebiet von Bayern, Hessen und Thüringen dazu beigetragen, dass in den dortigen klein- und mittelbäuerlichen Betrieben unter schwierigen Produktionsbedingungen ein bescheidenes Einkommen erwirtschaftet werden konnte. Das Rhönschaf, das sich über Jahrhunderte herausgebildet hat, bewirkte die Zurückdrängung des ursprünglichen Rhönbuchenwaldes, wodurch sich Kleinklima und Lichtverhältnisse so veränderten, dass letztendlich Hochheiden und Halbtrockenrasen mit einzigartigen Pflanzengesellschaften entstanden.
Eine detaillierte Zuchtgeschichte über die schlichtwolligen, deutschen Landschafe ist bei der Rasse Coburger Fuchsschaf zusammengestellt.

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Verbreitung der Rasse

Das Rhönschaf ist in Bayern seit 1948 als eigenständige Rasse anerkannt. Die erfreuliche Bestandsentwicklung der Zuchttiere ist in der Tabelle 2 dargestellt. Der Gesamtbestand an Rhönschafen wird auf 4.500 Stück geschätzt.

Tabelle 2: Bestandsentwicklung
Jahr Zuchtbetriebe Zuchtböcke Zuchtschafe
1980 10  103 
1990 10  20  676 
1995 21  30  940 
2000 38  43  2200 
2004 32  50  1798 
2008 31  33  1674 

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Leistungen

Die Entwicklung der wichtigsten Fruchtbarkeits- und Gewichtsmerkmale sind in Tabelle 3 zusammengefasst. Zur Zeit läuft ein umfangreicher Versuch mit allen einheimischen Landschafrassen zur Mast- und Schlachtleistung sowie Fleischqualität am Institut für Tierzucht Gurb der Landesanstalt für Landwirtschaft.

Tabelle 3: Leistungswentwicklung
Jahr Ablamm-
ergebnis/Jahr
Aufzucht-
ergebis/Jahr
Zweimalige
Lammung
105-Tage-
Gewicht
1980 145,6  138,2  1,0 
1990 151,3  141,8  18,6  30,1 
1995 152,3  132,8  13,9  30,3 
2000 158,0  147,4  16,7  28,4 
2004 161,2  152,1  18,9  26,7 
2008 151,5  145,9  11,4  29,7 

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Staatliche Förderung

Der Bayerische Staat fördert Maßnahmen zur Erhaltung gefährdeter einheimischer landwirtschaftlicher Nutztierrassen. Die hohen Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit der Nutztierhaltung führen zu einem Rückgang der Zahl der Tierrassen. Aus tierzüchterischen und landeskulturellen Gründen ist es daher notwendig, die heute in Bayern noch vorhandenen heimischen landwirtschaftlichen Nutztierrassen zu bewahren. Mit der Gewährung von Prämien soll eine ausreichende Zuchtbasis erhalten bzw. wieder neu aufgebaut werden.

Förderfähig sind die Schafrassen Rhönschaf, Coburger Fuchsschaf, Weißes Bergschaf, Braunes Bergschaf, Waldschaf, Steinschaf (Alpines und Krainer Steinschaf) und Brillenschaf. Antragsberechtigt sind Inhaber schafhaltender Betriebe, die den Charakter eines landwirtschaftlichen Betriebes besitzen und Mitglied bei der für die Schafzucht anerkannten Züchtervereinigung sind. Die Maßnahme muss für mindestens 5 Jahre durchgeführt werden.

Die Prämie ist bei der Rasse Rhönschaf auf 15,00 Euro für jedes im Zuchtbuch eingetragene Mutterschaf und Vatertier festgesetzt, höchstens jedoch 2.000,00 Euro je Betrieb und Jahr.

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Ausgewählte Literatur

Seufferth, F. (1991): Das Rhönschaf. Der Bayerische Schafhalter 4, 95 - 96.

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August 2008
Dr. Christian Mendel
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Tierzucht
Tel.: 089/99141-100 • Fax: 089/99141-199