Geschichte Achselschwang

Wappen Achselschwang

Frühere Eingangstafel Achselschwang

Achselschwang kann auf eine lange Besiedlungsgeschichte zurückblicken: Von der Zeit der Kelten und Römer an kultivierten die Menschen das Land. Im frühen Mittelalter wurde das Land durch Klöster bewirtschaftet.

Im Rahmen der Säkularisation gelangte Achselschwang in den Besitz des Königreichs Bayern und erlangte als Staatsgestüt überregionale Bedeutung.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Ausbau zu einer überbetrieblichen Aus- und Fortbildungsstätte forciert. Mit dem Jahr 2004 wurde Achselschwang in die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft integriert. Mit diesem Schritt fiel die Entscheidung, den Standort für die Forschung im Bereich Rinderhaltung und Futterbau auszubauen. Die Pferdehaltung und die damit verbundene überbetriebliche Ausbildung wurde auf den LfL-Standort Schwaianger verlagert.

Altertum (120 - 15 vor Christus)

  • Keltische Besiedlung des östlichen Ammerseegebietes in der Spätlaténezeit
    Zeugnisse: Keltenschanze südöstlich von Achselschwang, Funde in Gräbern und in Ackerfluren
  • Die Römerstraße Augsburg - Brenner führt durch das heutige Gutsareal
  • Reihengräber sind Zeugen von Siedlungstätigkeit während der Völkerwanderung

Mittelalter

  • 760 erstmalige urkundliche Erwähnung des Gutes, Tassilo III. hatte dem Kloster Wessobrunn Einnahmen aus Achselschwang zugedacht
  • 1141: Papst Innozenz bestätigt dem Kloster Wessobrunn den Besitz verschiedener Güter, u. a. Achselschwang
  • 1197: Papst Alexander II. wiederholt diese Bestätigung
  • 1388: Übergang des Gutes an das Kloster Dießen durch Tausch
  • 1512 - 1535: Errichtung des Wirtschafts- und Pferdestallgebäudes in Achselschwang (ältestes erhaltenes Gebäude)
  • 1622: Einführung eines streng nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgerichteten Schwaigenbetriebes durch den Dießener Prokurator Reithorner, Beginn einer umfangreichen Pferdezucht unter Einführung neapolitanischen Blutes
  • Im 30-jährigen Krieg Plünderung durch die Schweden

Neuzeit

  • 1803: Säkularisation und Übergang der Schwaige in Staatseigentum; Ende des Jahres Versteigerung des Inventars und Verkauf des Gutes
  • 1813: Rückkauf als Militärfohlenhof
  • Um 1830 Anschluss der Güter Hübschenried mit dem Vorwerk Engenried und Westerschondorf
  • 1864: Verlegung des königlichen Stammgestütes von Schwaiganger nach Achselschwang
  • 1897: Ankauf des Spital-Ökonomiegutes Stillerhof von der Stadt Landsberg am Lech durch den Bayerischen Staat
  • 1920: größte Ausdehnung der Pferdezucht mit einer Herde von 85 Warmblutstuten (insgesamt über 250 Pferde)
  • 1927: erste Reit- und Fahrkurse in Achselschwang
  • 1936: Ankauf des Gutes Romenthal durch den Bayerischen Staat
  • 1937: Ausgliederung der Betriebe Hübschenried und Romenthal aus dem Stammgestüt. Die Güter bildeten als Versuchsgüter der BLT Grub eine selbständige Einheit

Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg

  • 1948: Gründung einer Besamungsstation in Achselschwang
  • 1952: Auflösung des Stammgestütes
  • 1953: Beginn der Einrichtung des Versuchsbetriebes im ehemaligen Stammgestüt (später Staatliche Versuchsgüterverwaltung Achselschwang), Gründung einer Viehhaltungs- und Melkerschule (später Lehranstalt für Tierhaltung)
  • 1956: Wiedereingliederung der Betriebe Hübschenried und Engenried in die Versuchsgüterverwaltung Achselschwang, Verpachtung des Gutes Romenthal, Verlagerung des Besamungsstation nach Greifenberg
  • 1970: Einweihung der Prüfungsanstalt für Fleischleistung beim Rind in Westerschondorf
  • 1973: erste Internationale Vielseitigkeitsprüfung in Achselschwang
  • 1975: Übernahme des Gutes Romenthal in Eigenbewirtschaftung. Der Leiter der Güterverwaltung übernimmt auch die Leitung der Lehranstalt für Tierhaltung
  • 1977: Fertigstellung der neuen Milchvieh- und Rinderstallungen in Achselschwang
  • 1979: Kauf des Versuchsgutes Unterholz
  • 1988: Fertigstellung des neuen Gebäudes für die Tierhaltungsschule
  • 2000: Abgabe des Gutes Romenthal
  • 2003: Aufgabe der Pferdehaltung und Verpachtung des Reitbetriebes

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

  • 2004: Eingliederung in die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL),
    Bezug des neuen Kuhstalles in Achselschwang
  • 2005: Umbau Hübschenried zum Jungviehzentrum
  • 2007: Bezug des neuen Kälberstalles in Achselschwang,
    Verkauf Unterholz und Romenthal,
    Aufgabe Schweinehaltung in Engenried

Stiftsurkunde altes historisches Dokument

Stiftsurkunde Achselschwang: Auszug aus Schreiben von König Max Joseph