Rinderhaltung Pfrentsch

Folgt man im Ort Pfrentsch dem Wegweiser „Staatsgut“, so gelangt man zum idyllisch an der Pfreimd gelegenen Weiler Pfrentschweiher. Der Ort hat den Namen von einem im Mittelalter oberhalb des Dorfes Pfrentsch errichteten Stauweihers mit über 300 ha Fläche. Nach Aufgabe des Weihers 1851 begann die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche. Seit 1965 gehört der Betrieb zu Almesbach. Die Rinderhaltung des Betriebes umfasst zwei Teilbereiche:

Mutterkuhhaltung

Anfangs bestand die Mutterkuhherde aus Tieren der Rasse Rotes Höhenvieh sowie einigen Kreuzungstieren verschiedener Rassen.
Im Jahr 2003 wurde ein zweites Altgebäude zweckmäßig in Holzbauweise zu einem praktikablen Mutterkuhstall erweitert und durch die Aufnahme einer Teilherde der bekannten vollständig hornlos gezüchteten Fleckvieh-Mutterkuhherde des Haupt- und Landgestütes Schwaiganger ein erster Entwicklungsschritt zur natürlichen Hornlosigkeit vollzogen. Die vorhandenen beiden Ställe konnten nun bis zu 40 Mutterkühe mit weiblicher Nachzucht aufnehmen. Bekannte Bullen wie Komet PP, Leon PP, Kosta P oder Sterntaler P (ein Steinadler-Sohn) haben die Herde in den Folgejahren positiv weiterentwickelt.
In 2011/2012 erfolgte aufgrund der Umstrukturierung der staatlichen Versuchsstation Neuhof eine Verlagerung von züchterisch sehr wertvollen Mutterkühen der Fleischrinderzuchtherde nach Pfrentschweiher. Im Zuge dieser Herdenauffrischung wurden alle Kreuzungstiere selektiert und es konnte das züchterische Niveau der Herde weiter angehoben werden.
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Tierzucht in Grub und dem Fleischrinderverband Bayern erfolgt die Züchtung eines umgänglichen, fleischbetonten, anpassungsfähigen, natürlich hornlosen Fleckviehs in Reinzucht für die Mutterkuhhaltung. Ein besonderes Augenmerk wird auf funktionale Euter und stabile Fundamente gelegt. Mit Hilfe der Künstlichen Besamung werden geeignete Fleckvieh-Besamungsbullen aus der Fleisch- wie aus der Doppelnutzung eingesetzt.
Durch die zweckmäßige Errichtung von drei Bullenbuchten hat der Betrieb das Deckbullenhandling optimiert. Dadurch konnte passend zu den betrieblichen und natürlichen Gegebenheiten eine Spätwinterkalbung eingerichtet werden.
Das Rotvieh gehört zur Rassegruppe "Rotes Höhenvieh" und ist eine bedrohte Nutztierrasse, welche in der Oberpfalz vor 100 Jahren den Hauptteil des Rinderbestands ausmachte. Sie stellt damit eine landwirtschaftliches Kulturgut der Oberpfalz dar. Für Almesbach hat die Rasse eine ganz besondere Bedeutung, da die Gründung von Almesbach dem Zuchtverband für bayrisches Rotvieh zu verdanken ist und sich aus der ursprünglichen Bullenaufzuchtstation in sehr kurzer Zeit eine der ersten Bildungseinrichtungen dieser Art im deutschen Kaiserreich entwickelt hat. Durch die Haltung einzelner Tiere wird auf die frühere Bedeutung der Rasse hingewiesen und ein kleiner Beitrag zum Erhalt der Rasse geleistet.

Jungviehaufzucht

Die weiblichen Kälber werden bis zu einem Alter von 3 Monaten in Almesbach aufgezogen und anschließend in den Zweigbetrieb Pfrentsch gebracht. Dort werden sie aufgezogen und kommen zur Zeit spätestens mit 180 Trächtigkeitstagen nach Almesbach.
Angestrebt ist ein Erstkalbealter von 27 Monaten.
Zuchtbulle, Jungrind und Kalb

Zuchtbulle, Jungrind und Kalb

Jungtiere

Jungtiere

Stall Pfrentsch

Stall Pfrentsch