Lehrgang "Kugelschuss von ganzjährig im Freien gehaltenen Rindern auf der Weide"

Schütze zielt mit Gewehr auf Zielscheibe
Nach umfassender Vorarbeit und Abstimmung mit den Staatsministerien für Umwelt und Verbraucherschutz bzw. für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wurde Ende Oktober 2014 erstmals ein „Sachkundelehrgang zum Schlachten/Töten von ganzjährig im Freien gehaltenen Rindern auf der Weide durch Kugelschuss“ am LVFZ Almesbach durchgeführt. Der Wunsch der Praxis nach einer geregelten Ausbildung in diesem Bereich mit abschließender Prüfung hatte zu diesem Lehrgangsangebot geführt und wurde auch dieses Jahr mit großem Erfolg durchgeführt. Die Leitung des Lehrgangs liegt bei Helmut Bamler, der zusammen mit Dr. Sonja Forster vom Veterinäramt Amberg-Sulzbach die Lehrgangsinhalte geplant und das Programm abgestimmt hatte.

Ablauf

1. Tag: Theorie und praktische Waffenhandhabung, Schießprüfung
2. Tag: Tierschutzrecht, TierschutzschlachtVO, Fleischhygienerecht, Umgang mit Rindern auf der Weide, Praktische Waffenhandhabung
3. Tag: Prüfung

Lehrgangsinhalte und Prüfungsablauf

Lehrgangsleiter Bamler (LVFZ Almesbach) prüft die ZielscheibenZoombild vorhanden

Lehrgangsleiter Bamler (LVFZ Almesbach) prüft die Zielscheiben

Die Lehrgangsinhalte befassen sich mit Betäubung, Bewertung der Betäubung und Entblutung von Rindern mittels Kugelschuss und Bolzenschuss und der damit verbundenen Tätigkeiten im Rahmen einer theoretischen Schulung und Prüfung. Eine praktische Prüfung legt der Teilnehmer erst auf seinem eigenen Betrieb unter den Augen seines zuständigen Veterinärs ab. Zum Lehrgangsumfang gehört auch der Umgang mit Rindern auf der Weide in Theorie Praxis.
Die Prüfung besteht aus einer schriftlichen Prüfung im Waffen- und Tierschutzrecht und einer Prüfung in der praktischen Waffenhandhabung. Ein mündliches Prüfungsgespräch zum Tierschutzrecht, zur Tierschutzschlacht-VO und zu weiteren einschlägigen Verordnungen schließt die Prüfung ab.
Unterstützt wird das LVFZ Almesbach im Lehrgangsbetrieb in den speziellen Fachfragen durch Dr. Sonja Forster vom Veterinäramt Amberg-Sulzbach und Karl-Heinz Schneeberger, Waffenexperte im Einsatzzug der Polizeiinspektion Weiden.

Voraussetzungen

Zum Kugelschuss darf nach der einschlägigen Verordnung im Einzelfall zugelassen werden, wer einen - sehr intensiven - dreitägigen Lehrgang besucht und die abschließende Prüfung besteht. Außerdem muss die Waffensachkunde für Langwaffen und die erforderliche Treffsicherheit durch eine Prüfung nachgewiesen werden. Und von Seiten der Tierhaltung ist Voraussetzung, dass die Rinder ganzjährig im Freien gehalten werden.

Vorgeschichte

Die Argumentation der Praxis, dass ganzjährig im Freien gehaltene Rinder enorme Stresssymptome zeigen, wenn sie eingefangen und lebend zu einer Schlachtstätte transportiert werden, war für die verantwortlichen Ministerien schlüssig. Weitere Vorteile aus der Anwendung des Kugelschusses sind besseres Tierwohl durch Vermeidung von Stress, da die Rinder in ihrer gewohnten Umgebung und im gewohnten Herdenverband bleiben und auch keine zusätzliche Fixierung der Tiere erfolgt. Außerdem reduziert der Kugelschuss auf der Weide auch die Unfallgefahr für den Tierhalter erheblich und erleichtert die Arbeit. Schließlich bleibt auch die hervorragende Fleischqualität erhalten.
Wir bitten dringend zu beachten:
Der Lehrgang findet nur bei ausreichender Teilnehmerzahl statt.
Bitte informieren Sie sich vor Anmeldung bei Ihrer Kreisverwaltungsbehörde, ob Ihr Betrieb die Kriterien für den Kugelschuss von Rindern auf der Weide erfüllt. Die Genehmigung hierzu werden sehr restriktiv gehandhabt.
Bei der Schießprüfung muss aufgelegt auf eine Distanz von 30 Metern eine Scheibe im Durchmesser eines 2 € Stücks bei 10 Schuss 9 mal getroffen werden.
Lesen Sie hierzu nachfolgendes Merkblatt des TVT:

Merkblatt des TVT zu den Kriterien Kugelschuss von Rindern auf der Weide pdf 93 KB

Schießprüfung am Schießstand im Schützenhaus Vohenstrauß

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Unterlagen zur Waffensachkunde