Energiekonzept – Schritt 4
Errichtung einer güllebetonten Biogasanlage mit 75 KW

Biogas neu
In der Nutzung von Gülle und Reststoffen besteht noch ein großes, bisher wenig genutztes Potenzial. Mit dessen Erschließung wird nicht nur Strom und Wärme erzeugt, sondern auch das sehr klimaschädliche Methangas aus den tierischen Exkrementen weitgehend vermieden.
Deshalb wird der Rindergülle- und Festmistanfall in Almesbach in einer Gülle betonten 75-KW-Biogasanlage vergoren und wesentliche Teile der erzeugten Energie (Strom und Wärme) am Standort verbraucht.

Projektziele

Vorrangiges Ziel ist es, Erfahrungen zu sammeln mit dem Betrieb einer güllebetonten Anlage
Das Ziel der Autarkie des Standortes im Bereich Strom ist durch die kontinuierliche Stromerzeugung mit einer Leistung von 75 KWel im Wesentlichen erreicht.
Die anfallende thermische Energie der Biogasanlage wird für das Heizen der Gärbehälter – Fermenter und Nachgärer – genutzt. Überschüssige Wärme wird in das Wärmenetz der bestehenden Hackschnitzelheizung eingespeist und versorgt die Almesbacher Gebäude mit Wärme.
Zur Entlastung des Stromnetzes braucht es regelbare Stromerzeugungsanlagen. Die Almesbacher Biogasanlage ist technisch so ausgelegt, dass die kontinuierlich erzeugten Gasmengen zwischengespeichert und in Intervallen von jeweils vier Stunden morgens und abends verstromt werden können.
Damit sollen der Praxis Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie die gezielte Einspeisung von Strom bei Spitzenlastzeiten umsetzbar ist.
Nachdem die Wärme mit der Stromerzeugung in Intervallen anfällt, ist folglich eine entsprechende Dimensionierung der Wärmeleitungen und der Wärmepuffer nötig. Auch hier sollen Erfahrungen für die Praxis gesammelt werden.
Um beispielgebend für Gemeinschaftsanlagen zu sein, wird versucht, Gülle aus nahe gelegenen Rinder haltenden Betrieben zu vergären. Die rechtlichen und organisatorischen Erfahrungen bei Bau und Betrieb der Anlage und die ökonomischen Erkenntnisse werden der Praxis zur Verfügung gestellt.
Gasspeicher

Gasspeicher

Generator Biogas

Generator Biogas

Vorgrube

Vorgrube

Biogasanlage

Biogasanlage

Bau der Biogasanlage im Zeitraffervideo

Während der Bauzeit hat die Firma green energy ein Zeitraffervideo erstellt, das den Bau der Anlage anschaulich zeigt.
Volltextalternative für Video
Das Video zeigt im Zeitraffer den über mehrere Monate dauernden Bau der Biogasanlage. Man sieht innerhalb von sieben Minuten wie von der Grundsteinlegung die fertige Anlage entsteht.
Zu Beginn sieht man, wie Bagger den Boden ebnen und eine Plane auslegen sowie Kies und Sand darüber streuen. Es steht der Untergrund.
Es folgen der Bodenbelag sowie die Wände der Biogasanlage. Diese ist dreigeteilt in den Fermenter, die Vorgrube und das Endlager. Alle drei sind runde separate Bauten.
Es folgen ein Teil des Innenausbaus, sowie eine Verstärkung der Wände und das Dach. Das Endlager erhält ein Tragluftdach, der Fermenter sogenannte Bullaugen an der Seite.
Schließlich wird noch eine Niroflexheizung geliefert und in den Fermenter eingebaut. Ebenso werden dort ein Paddel- und Stabrührwerk sowie eine Aufschaumklappeinstalliert.
Zwischen Fermenter und Endlager befindet sich ein Pumpenkeller mit Gülleverteilung.

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