Energiekonzept – Schritt 2
Rapsölschlepper

Leitschlepper mit Zweitanksystem angeschafft - Nutzung von selbst angebautem Raps als Ölquelle und Rinderfutter

Die Technik der Verbrennungsmotoren ist so weit ausgereift, dass diese gut mit Rapsöl als Kraftstoff zurechtkommen. Für die notwendige Umrüstung des Tanksystems gibt es fertige Umbausätze bzw. Rapsöl-Schlepper mit der angepassten Technik ab Werk.
Die Preisrelation zwischen Diesel und Rapsöl reicht aber auch nach Erstattung der Energiesteuer häufig nicht aus, um Rapsöl als Kraftstoff wirtschaftlich einzusetzen. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten legt aber Wert darauf, in den Staatsgütern solche Schlepper in der Praxis zu nutzen, um Langzeiterfahrungen zu sammeln.
Der Betrieb des LVFZ Almesbach hat deshalb im Jahr 2010 bei der Ersatzinvestition als neuen Leitschlepper einen rapsölbetriebenen Schlepper mit Zweitanksystem und einer Leistung von 148 KW angeschafft. Die Erfahrungen aus dem Betrieb des Schleppers sind durchweg positiv.
Bei 700 Einsatzstunden pro Jahr und 16 Liter Kraftstoffverbrauch pro Stunde – davon 90 % Rapsöl und 10 % Diesel – werden etwa 10.000 Liter regenerativer Kraftstoff verbraucht. Der regenerative Anteil am gesamten Kraftstoffbedarf in Almesbach liegt damit bei 21 %.
Für das Rapsöl baut das Staatsgut ca. sieben ha Raps an und liefert diesen selbst bei der Ölmühle an. Der anfallende Rapskuchen wird bei der Rückfahrt mitgenommen. Das Rapsöl wird von der Ölmühle nach Bedarf geliefert.
Der Rapskuchen wird als hervorragender Eiweiß- und Energieträger in der Milchviehhaltung als heimisches Eiweiß eingesetzt.

Fendt 820 Rapsöl

Projektziele

  • Erfahrungen sammeln mit einem Rapsöltraktor im praktischen Einsatz
    • Handhabung eines weiteren Kraftstoffes im Betrieb mit Fremdarbeitskräften
    • Verhalten des Schleppers im Schwachlast- und Dauerbetrieb
    • Untersuchung der Unterhalts- und Wartungskosten
  • Analyse des Motoröls zur Bestimmung und ggf. Verlängerung der Ölwechselintervalle
  • Erfahrungen sammeln beim Einsatz des Rapskuchens in der Milchviehfütterung
    • Einbindung des Kraftfutters in die Mischration
    • Erfassung und Auswertung von Leistungsparametern in der Herd