Moderne Landwirtschaft kompetenzorientiert unterrichten
Fortbildung für Realschullehrer in Almesbach

HLS Projekt Realschullehrer 2
Die Landwirtschaft mit ihrer vielfältigen Funktion als Nahrungsmittelproduzent, Energielieferant und Landschaftspflege ist fester Bestandteil im Lehrplan der Unterrichtsfächer Biologie und Geographie an den allgemeinbildenden Schulen. Auf Grund des Agrarstrukturwandels haben jedoch immer weniger Lehrkräfte direkte Berührungspunkte mit landwirtschaftlichen Betrieben. Umso wichtiger ist es, dass Lehrer einen authentischen Einblick in die Landwirtschaft und Fachinformationen aus erster Hand erhalten.

Studierende der HLS Almesbach informieren Realschullehrkräfte

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Deshalb veranstaltete die Höhere Landbauschule am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum Almesbach in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Bauernverband am 17. April für Seminarlehrer der Fächer Biologie und Geographie an den Realschulen in der Oberpfalz eine Fortbildung zum Thema „Moderne Landwirtschaft kompetenzorientiert unterrichten“. Realschul-Konrektor Ramon Gomez-Islinger stellte den interessierten Teilnehmern zunächst die Inhalte des neuen Lehrplans über die Landwirtschaft vor. Mit Stefan Schübel, einem konventionell wirtschaftenden Landwirt, und Stefan Koschta, einem biologisch wirtschaftenden Landwirt, informierten zwei Praktiker über die aktuellen Standards im Bereich der konventionellen und der Bio-Landwirtschaft.

Theorie durch praktische Vorführung veranschaulicht

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Am Nachmittag erhielten die Lehrer einen Einblick in die praktische Landwirtschaft. In Workshops zu den Themen Milcherzeugung, Düngung und Pflanzenschutz im landwirtschaftlichen Betrieb von Almesbach konnten sich die Lehrer ein Bild über Arbeitsabläufe und Zusammenhänge in der modernen Landwirtschaft machen. Wie sind Milchviehställe heute aufgebaut? Wie werden Kühe gefüttert? Warum und wie wird gedüngt? Wozu dient Pflanzenschutz?
Es wurden aber auch aktuelle Brennpunkte wie die neue Düngeverordnung, Modernisierung in der Landwirtschaft, das Totalherbizid Glyphosat oder das Schlagwort „Massentierhaltung“ bearbeitet. Lebendige Diskussionen trugen zur Klarheit bei. Vorbereitet und durchgeführt wurden die Workshops von den Studierenden der Höheren Landbauschule im Rahmen des Unterrichts im Fach Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Die Studierenden sind Wirtschafter des Landbaus oder Meister der Landwirtschaft und bilden sich nun zu Agrarbetriebswirten fort.
Die Lehrer erhielten aber neben einem Einblick in die Landwirtschaft auch neue Unterrichtsideen und Hinweise, wie sie landwirtschaftliche Themen fachlich fundiert in den Unterricht einbauen können. Sie erweiterten ihren Horizont und erkannten am Beispiel Almesbach den Lerneffekt eines Bauernhofes als außerschulischen Lernort. Auch auf das Programm Erlebnisbauernhof wurde verwiesen.
Die Studierenden kamen zu der Erkenntnis, dass Öffentlichkeitsarbeit für jeden Landwirt wichtig ist, weil sie in der freien Natur für alle sichtbar produzieren und die Landwirtschaft in der öffentlichen Diskussion steht.
Allen Teilnehmern wurde bewusst, dass jeder Einzelne auf die Art der Produktion durch sein eigenes Kaufverhalten Einfluss nimmt und so die Art der Landwirtschaft gestaltet. Für die richtige Kaufentscheidung ist deshalb das entsprechende Wissen Voraussetzung. Dieses Wissen immer wieder zu schulen liegt auch in der Verantwortung der Landwirte.
Zitate von teilnehmenden Lehrern:
" Es war ein hochinteressanter Nachmittag, vor allem für die Allgemeinbildung. Oft sind die Fortbildungen sehr theoretisch. Hier war es äußerst praktisch. Man konnte sehen, fühlen,… super."
"Ein großes Kompliment an die Schüler. Sie haben es sehr gut gemacht. Hut ab auch vor der Landwirtschaft mit all den Bestimmungen und den Arbeitszeiten."
"Die Fortbildung gehört zu den 5 schönsten Fortbildungen von „100000“, die ich besucht habe. Es war abwechslungsreich und erfrischend. Gefehlt hat mir nur das Kuscheln mit Kälbern."
"Sie tun alles hier, damit man sich wohlfühlt."
"Ich bin generell total beeindruckt. Ich habe das Thema Landwirtschaft total unterschätzt. Es ist total vielschichtig. Zur Durchführung: es war ganz positiv, super gemacht, wunderbar. Die Schüler haben sich eine unglaubliche Mühe gemacht."
"Es war super. Ich habe nun einen ganz neuen Blick auf die Landwirtschaft. Vorher hatte ich keine Ahnung, habe nur Negatives aus der Presse gehört. Jetzt kann man ganz anders herangehen."
"Ich sehe die Lehrer in der Verantwortung, bei den Schülern das Bewusstsein für Lebensmittel zu schaffen."