Inhalt:
zurück zum Seitenanfang|
Energiekonzept
Der verstärkte Einsatz von Biomasse zur Wärmeversorgung in staatlichen Gebäuden liegt im Interesse des Freistaates Bayern. Mit Beschluss des Bayer. Landtags aus dem Jahr 2005 wurde die Staatsregierung aufgefordert, bei staatlichen Gebäuden den Einsatz von Biomasse – insbesondere Holz – zur Wärmeerzeugung zu intensivieren.
Umsetzung in Almesbach
In Almesbach wurde dies konkret umgesetzt, nachdem die vorhandene Ölfeuerungsanlage - Baujahr 1980 – technisch verbraucht war und ersetzt werden musste. Im Jahr 2006 wurde eine Hackschnitzelheizung mit 2 x 150 KW in die bestehende Maschinenunterstellhalle eingebaut.
Das Agrarzentrum war bis dahin mit insgesamt 4 Heizölkesselanlagen beheizt worden. Diese sorgten für die Raumheizung und die Warmwasserbereitung. Die installierte Nennwärme betrug 650 kW in zwei getrennten Heizanlagen. Jährlich wurden rund 65.000 Liter Heizöl verbraucht. Dies entspricht ca. 650.000 kWh.
Bei der Investition wurde auch ein Biomasse-Kessel installiert, der u.a. Getreide verfeuern kann. Dieser Heizkessel der Firma Agroflamm wurde 2007 mit Getreide und anschließend mit Strohpellets angefahren und nach der Testphase als „führender“ Kessel in die Gesamtanlage integriert.
Die ersten Erkenntnisse aus der Getreideverfeuerung zeigen, dass die Technik zuverlässig arbeiten kann. Seit Abschluss der Kesselprüfung werden Holzpellets als Brennstoff eingesetzt, weil sie deutlich einfacher in der Handhabung und bei der Verbrennung sind. Außerdem sind sie in der Region preisgünstig zu beziehen.
In der Heizzentrale werden im Wesentlichen Hackschnitzel verfeuert. Pro Tonne Hackschnitzel aus Nadelholz kann man mit ca. 400 Liter Heizöläquivalent rechnen, so dass Almesbach etwa 160 Tonnen (bzw. rund 700 m³) Hackschnitzel benötigt.
Brennstoffsicherung
Die Hackschnitzel stammen zum Großteil aus eigenem Wald und Flurgehölzpflege. Auch für die nächsten Jahre ist geplant, vorrangig die eigenen Waldflächen als Brennstoffquelle zu nutzen. Bei einem geschätzten Zuwachs von zehn Festmeter (fm) pro Jahr und einer dabei anfallenden Restholzmenge von drei fm können pro ha und Jahr sechs Schüttraummeter (srm; = m³) erzeugt werden. Die Almesbacher Waldfläche von 30 ha reicht also für rund 180 m³, was einem Heizöläquivalent von 14.500 l entspricht. Sie ersetzt damit knapp 30 % der Energiemenge.
Ein Anteil von weiteren 50 - 100 m³ pro Jahr kommt aus der Pflege der Bepflanzung an den Almesbacher Wegen und Gewässern. Der Rückschnitt der Bepflanzung kann nun arbeitswirtschaftlich deutlicher einfacher über den Holz-Häcksler „entsorgt“ werden. Die jährlich geerntete Menge liefert somit weitere 10 % des Energiebedarfs.
Neben der Nutzung des Waldrestholzes und der Mengen aus Gehölzpflege wird mit dem Anbau von alternativen Brennstoffen wie Miscanthus (Chinaschilf) oder schnellwachsenden Baumarten (v.a. Pappeln) ein langfristiges Konzept der Brennstoffbeschaffung erstellt. Es wurden bereits auf zwei ha Ackerfläche Miscanthus-Rhizome gesetzt. Die Pflanzung von Energiewald ist vorgesehen.
Energiekonzept für die Zukunft
Tragende Säule des Energiekonzeptes im Agrarzentrum Almesbach ist die Nutzung von Biomasse zur Wärmeerzeugung. Mögliche Entwicklungslinien gehen Richtung Autarkie bei der gesamten Energieversorgung. Realisierbar ist dies durch verschiedene Varianten der Nutzung von erneuerbarer Energie:
Auch die Nutzung der Windkraft bzw. eine Investition in Biogas sind Möglichkeiten, das Agrarzentrum Almesbach energetisch autark zu machen.
Gleichzeitig werden entsprechende Bildungsarbeit im Bereich erneuerbarer Energie und Vorbildfunktion auch künftig als Ziele formuliert bleiben.
- Installation von Photovoltaik (ca. 100 KW im Jahr 2010)
- Umrüstung der Schlepper auf Pflanzenöl-Kraftstoffe (Beschaffung eines neuen Schleppers mit Rapsölmotor ist im Jahr 2010 fest eingeplant)
- Einbau einer Solaranlage zur Warmwasserbereitung
- Energieeinsparung durch Isolierung der Gebäudeoberflächen und Verbrauchsoptimierung
zum Seitenanfang
Nachhaltige Energieerzeugung in der Bildungsarbeit
In der Höheren Landbauschule ist das Thema" Nachhaltige Energieerzeugung und -nutzung" schon seit Jahren ein wichtiges Thema.
Darüber hinaus sind Veranstaltungen im Bereich "Erneuerbarer Energie" fester Bestandteil des jährlichen Bildungsprogramms. Mit der Umsetzung im Betrieb vor Ort versuchen wir eine Vorbildfunktion für den landwirtschaftlichen Betrieb umzusetzen.
April 2010
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Milchviehhaltung Almesbach
Tel.: 0961/39020-0 • Fax: 0961/39020-20
|