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Landesanstalt für LandwirtschaftLVFZ,VersuchsstationenAlmesbach → Rinderhaltung
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Rinderhaltung

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Milchviehherde

Unsere Milchviehherde besteht derzeit aus ca. 120 Tieren. Neben der Funktion als Lehrmittel für berufliche Ausbildung werden auch verschiedene Versuche und Erprobungen mit ihr durchgeführt, z.B.:

  • Verschiedene Aufstallungsformen und Melktechnik
  • Zucht auf genetische Hornlosigkeit
  • Verbesserung von Euterform, Melkbarkeit, Milchmenge im Zusammmenhang mit Hornlosigkeit
  • Versuchsfragen zur Futtereffizienz

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Leistungsentwicklung

Grafik: Milchleistungsentwicklung seit 1990

Herdendurchschnitt seit 2004
Jahr Kühe Milch kg Fett % Eiweiß % Fett +
Eiweiß kg
2010 116  9061  4,20  3,51  699 
2009 102  9223  4,16  3,52  708 
2008 95  8732  4,18  3,49  670 
2007 91  8491  4,15  3,52  651 
2006 91  8235  4,03  3,54  623 
2005 83  8176  3,92  3,50  607 
2004 82  8032  4,15  3,55  619 

Die Milchleistung lag vor dem Umzug in den neuen Milchviehstall bereits bei über 8000 kg. Seit dem Umzug konnte sie Jahr für Jahr trotz Bestandsaufstockung um ca 300 kg pro Jahr gesteigert werden auf inzwischen über 9200 kg Milch pro Kuh und Jahr.

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Fütterungskonzept

Kühe am Futtertisch

Die Fütterung der Tiere in Almesbach erfolgt mit einer Mischung aus Grassilage, Maissilage, Stroh, Getreide und einer Eiweißmischung (Raps/Sojaextraktionsschrot). Heu wird extra verabreicht. Während des Sommers kommen die trocken stehenden Tiere auf die Weide.
Die vorgelegte Futterration reicht für einen Leistungsbedarf von 24 kg Milch. Tiere mit höherer Leistung erhalten zusätzlich bis zu 8 kg Kraftfutter bestehend aus Mais, Trockenschnitzel, Raps- und Sojaextraktionsschrot.
Zielwerte im Fütterungskonzept sind eine Grundfutterleistung von über 3000 kg Milch, einen Kraftfutterverbrauch von unter 300 g Kraftfutter(FM)/kg Milch und Kraftfutterkosten von unter 8 ct/kg Milch. Die tägliche Grundfutteraufnahme liegt bei durchschnittlich 14 kg TM/Kuh bei einem Durchschnittsgewicht der Tiere von 720 kg.

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Melksysteme

Doppel-Acht-Fischgrät-Melkstand

Melkzeug im Einsatz
Kursbetrieb im Melkstand

Das Melken der Tiere erfolgt mit einem Melkstand der Firma De Laval. Der Melkstand ist als Doppel-8-Fischgrät-Melkstand ausgeführt. Eine Seite ist als Schnellaustrieb konzipiert.
An den Melkplätzen kann über Elektronik der Melkvorgang des Einzeltiers verfolgt und überwacht werden.

Die Daten der Milchmengenmessung werden im Management-System "Alpro Windows" zusammengeführt. Mittels des Herdenmanagements werden sämtliche Tierdaten verwaltet. Eine Aktivitätsüberwachung ermittelt brünstige Tiere automatisch und unterstützt so das Fruchtbarkeitsmanagement.


Das Melken ist ein wesentlicher Lerninhalt bei jedem Tierhaltungskurs. Neben dem Melkstand sind noch daher noch 10 Anbindeplätze vorhanden, auf denen Übungen zur Tierpflege, Tierbeurteilung und zum Melken im Anbindestall durchgeführt werden können.

Automatisches Melksystem (AMS)

Das neue AMS

Seit März 2011 ist ein Automatisches Melksystem der Firma De Laval im Einsatz. Begonnen wurde mit 31 Milchkühen, beabsichtigt ist die Aufstockung im AMS-Bereich bis auf maximal 50 Kühe, der andere Kuhbestand ist für die Melkausbildung im Melkstandbereich notwendig. Die Umstellung verlief ohne nennenswerte Schwierigkeiten ab, sowohl die Eutergesundheit als auch die Milchleistung sind auf hohem Herdenniveau stabil.

Dem Kursteilnehmer im Schwerpunktlehrgang II vermitteln wir am "Roboter" Kenntnisse über die notwendigen Routinearbeiten und Managementmaßnahmen im AMS-Betrieb.

Zukünftig schulen wir Betriebshelfer der Maschinenringe im Umgang mit Automatischen Melksystemen. Auch Firmen nutzen bereits das Almesbacher AMS zur Schulung ihrer Roboterkunden.


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Haltungskonzept

Kuh beim "Wellnessen"

Der Milchviehstall in Almesbach ist als Außenklimastall konzipiert, das heißt, dass keine festen Außenwände vorhanden sind: Auf der Südwestseite ist der Stall offen, die Giebel sind mit Brettern verschalt, die Nordostseite des Stalles kann mittels eines Curtains geschlossen werden. Der Stall besteht eigentlich aus zwei Gebäuden, einer 16 m breiten Liegehalle und dem Futtertisch mit Überdachung. Der Laufgang am Futtertisch ist nicht überdacht und könnte so als Laufhof entsprechend den Vorschriften des ökologischen Landbau anerkannt werden. Lediglich die Fläche ist für den Tierbestand nicht ganz ausreichend und müßte durch Weidegang ergänzt werden.
Die Tiere kommen mit diesen Stallverhältnissen sehr gut zu recht. Im Winter wird bei Temperaturen unter -10°C die Entmistung mit Schiebern durch den Frontlader ersetzt.

Der Futtertisch ist 4 m breit. Als Futterbarren dient eine L-Schale von 80 cm. Alle Plätze sind inzwischen mit Fressgitter ausgestattet. Ein bloßer Nackenriegel hat sich im Kursbetrieb nicht bewährt.
Die Laufgänge werden mit Klappschiebern entmistet. Sowohl Seilzug- als auch Kettenschieber sind im Einsatz und können gezeigt werden. Zwei Laufgänge sind mit Gummimatten ausgelegt und werden von den Tieren bevorzugt angenommen, wenn auch hier der Klauenabrieb deutlich geringer ist. Spezielle Abriebsmatten an den Quergängen sollen diesem Effekt entgegenwirken.
Die Liegeboxen sind unterschiedlich ausgeführt. Alle Boxen sind reichlich bemessen mit 260 cm Länge und 125 cm Breite. Drei Viertel der Boxen sind als Tiefbox ausgeführt mit Kalk-Stroheinstreu. Ein Viertel der Liegeplätze sind Hochboxen mit Gummimatten von verschiedenen Herstellern. Auch die Boxenabtrennung sind von unterschiedlichen Herstellern.

Die trocken stehenden Tiere werden im früheren Bullenstall gruppenweise aufgestallt. In den ersten Wochen leben sie in Fress-Liege-Boxen-Aufstallung, in den letzten Wochen vor der Geburt bis zum Abkalben auf Tiefstreu.

Das Wohlfühlen der Tiere in ihrer Umwelt ermöglicht erst eine hohe Leistung und ein langes Leben der Tiere. Dass sich die Tiere im Stall wohl fühlen, belegt die Tatsache, dass manche Kühe sich weigern, während der Trockenstehzeit auf die Weide zu gehen.

Grundriss des Milchviehstalls  PDF-Dokument

Querschnitt Milchviehstall  PDF-Dokument

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Zucht


Ralmesbach bei der Körung
Ralmesbach im Alter von 3 Jahren

Ralmesbach-Tochter Lawendl



Seit dem Jahr 2000 beschäftigen wir uns züchterisch intensiv mit der Zucht genetisch hornloser Rinder. Aufgrund enormen Züchterglücks konnten wir bereits aus den ersten Anpaarungen einen Bullen an die Besamung verkaufen, der heute in der Hornloszucht der meist genutzte Bulle ist und europaweit zum Einsatz kommt: der Bulle "Ralmesbach".


Für Interessenten können wir immer wieder hornlose Zuchttiere der Rasse Fleckvieh in den Richtungen "Zweinutzung" und Mutterkuhhaltung anbieten.

Zucht auf Hornlosigkeit beim Fleckvieh - Info-Seite der LfL


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Jungviehaufzucht Pfrentsch

Die weiblichen Kälber werden bis zu einem Alter von 3 Monaten in Almesbach aufgezogen und anschliesend in den Zweigbetrieb Pfrentsch gebracht. Dort werden sie aufgezogen, erhalten im Sommer Weidegang und bleiben bis zwei Monate vor dem Abkalbetermin.
Angestrebt ein Erstkalbealter von 27 Monaten.

Tierbestand:

  • 30 tragende Kalbinnen
  • 60 Stück weibliches Jungvieh zwischen 1 und 2 Jahren
  • 30 Stück weibliches Jungvieh unter einem Jahr

Mutterkuhhaltung

Mutterkühe auf der Weide

Rotviehkuh mit Kalb


In Pfrentsch steht eine Mutterkuhherde, bestehend aus den Rassen Fleckvieh hornlos, Zuchtrichtung Fleisch, und bayerisches Rotvieh.

Die hornlose Fleckviehherde wurde 2003 von Schwaiganger übernommen. Die besten Absetzer werden europaweit als Zuchtvieh verkauft, der Rest über örtliche Metzgereien vermarktet. Bekannte Bullen wie Komet und Leon haben in den letzten Jahren ihre Spuren in der Herde hinterlassen. Derzeit ruhen die züchterischen Hoffnungen auf den jungen Stier "Sterntaler", einem Steinadler-Sohn vom LfL-Betrieb in Neuhof.

Das Rotvieh gehört zur Rassegruppe "Rotes Höhenvieh" und ist eine bedrohte Nutztierrasse, welche in der Oberpfalz vor 100 Jahren den Hauptteil des Rinderbestand ausmachte. Sie stellt damit ein landwirtschaftliches Kulturgut der Oberpfalz dar. Für Almesbach hat die Rasse eine ganz besondere Bedeutung, da die Gründung von Almesbach dem Zuchtverband für bayerisches Rotvieh zu verdanken ist und sich aus der ursprünglichen Bullenaufzuchtstation in sehr kurzer Zeit eine der ersten Bildugseinrichtungen dieser Art im deutschen Kaiserreich entwickelt hat.

Der Erhalt der Rasse "Rotes Höhenvieh" wird durch den Freistaat Bayern besonders gefördert.
Nähere Informationen hierzu:

Informationen zu Rasse "Rotes Höhenvieh" - Info-Seite der LfL



September 2010
Georg Hammerl/Helmut Bamler
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Milchviehhaltung
Almesbach

Tel.: 0961/39020-0 • Fax: 0961/39020-20