Sachkundelehrgänge in der Geflügelhaltung

Jährlich führt das Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Geflügelhaltung in Zusammenarbeit mit der Veterinäramt des Landkreises Kitzingen verschiedene Kurse zur Erlangung der Sachkunde im Bereich Haltung von Masthühnern und Schlachten von Hausgeflügel durch.

Sachkundelehrgang Schlachten von Hausgeflügel

Schlachten von Hausgeflügel
Wer Tiere betreut, ruhigstellt, betäubt, schlachtet oder tötet, muss über die hierfür notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten (Sachkunde) verfügen. Der Sachkundenachweis nach Artikel 21 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 wird von der zuständigen Behörde oder der sonst nach Landesrecht beauftragten Stelle auf Antrag erteilt, wenn die Sachkunde im Rahmen einer erfolgreichen Prüfung nach Maßgabe des Abs. 3 oder eine nach Artikel 21 Abs. 7 der Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 als gleichwertig anerkannte Qualifikation nachgewiesen worden ist. Im Folgenden aufgeführte Tätigkeiten dürfen ausschließlich von sachkundigem Personal durchgeführt werden.
  • Handhabung und Pflege vor der Ruhigstellung
  • Ruhigstellung zur Betäubung oder Tötung
  • Betäubung
  • Bewertung der Wirksamkeit der Betäubung
  • Einhängen und Hochziehen der Tiere
  • Entblutung der Tiere
  • religiöse Schlachtungen
In Zusammenarbeit mit dem Beratungs- und Schulungsinstitut für Tierschutz bei Transport und Schlachtung (bsi Schwarzenbek) wird ein zweitägiger Lehrgang zur Erlangung der Sachkunde für das tierschutzgerechte Schlachten von Geflügel gemäß § 4 der Tierschutz-Schlachtverordnung und Art 7 EU-Verordnung Nr. 1099/2009 am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Geflügelhaltung angeboten. Während des Seminars vermitteln Veterinäre des bsi Schwarzenbek den Teilnehmern Wissen über tiergerechtes Töten von sowohl Land- als auch Wassergeflügel. Hierbei werden sowohl Grundlagen wie Verhalten, Leiden, Stress und Wahrnehmungsvermögen von Geflügel, als auch Kenntnisse über praktische Aspekte der Ruhigstellung, verschiedene Betäubungsverfahren und deren Bewertung und Überwachung vermittelt. Das erlernte Wissen wird am Ende des Kurses in schriftlicher, mündlicher und praktischer Form abgeprüft.

Wichtige Hinweise:

  1. Jeder, der ein Tier schlachtet oder tötet muss sachkundig sein. Einen amtlichen Sachkundenachweis benötigen Personen, die im Rahmen eines Unternehmens Tiere vor der Betäubung betreuen und handhaben, ruhigstellen, betäuben, einhängen und hochziehen oder entbluten. Hiervon betroffen sind also u.a. Schlachtbetriebe, Direktvermarkter und sog. „Hausschlachter“. Für die Schlachtung eigener Tiere zum privaten Eigenverbrauch („Hausschlachtung") oder das Töten einzelner Tiere im Bestand („Nottötung“) ist nicht unbedingt ein Sachkundenachweis erforderlich. Im Zweifelsfall halten Sie Rücksprache mit dem zuständigen Veterinäramt.
  2. Die mündliche Prüfung und schriftliche Prüfung (Ankreuztest) erfolgen auf Deutsch. Abweichungen hiervon nur nach vorheriger Absprache.
  3. Das Betäuben und Töten lebender Tiere wird im Kurs nicht geübt. Am Prüfungstag erfolgt direkt die praktische Prüfung aller teilnehmenden Personen. Alle Teilnehmer/innen sollten das Betäuben und Entbluten daher bereits im Vorfeld unter Aufsicht und Anleitung einer sachkundigen Person einige Male erfolgreich durchgeführt haben (insbesondere Kopfschlag).
Nächste Termine:
22. - 23. März 2017
07. - 08. November 2017
08. - 09. November 2017

Anmeldeformular Sachkunde Schlachten 2016 pdf 11 KB

Sachkundelehrgang Schadnagerbekämpfung

Auf jedem landwirtschaftlichen Betrieb gibt es auch eine Schadnagerpopulation, welche ein hohes Risiko für die Betriebshygiene darstellt. Eine Ratte scheidet im Jahr etwa 7 l Urin und 1.000 Kotpratikel aus. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass über diese Ausscheidungen Erreger wie das MKS-Virus, Salmonellen oder Campylobacter übertragen werden. Um die Schadnagerpopulation auf dem Betrieb möglichst gering zu halten, müssen vom Landwirt wirkungsvolle Bekämpfungsmaßnahmen ergriffen werden. Um diese ordnungsgemäß durchführen zu können, muss der Landwirt über Sachkenntnisse zur Anwendung bzw. Ausbringung von Rodentiziden/Antikoagulantien verfügen und diese Kenntnisse durch einen Sachkundebescheinigung schriftlich nachweisen. Die Geflügelerzeugergemeinschaft Franken e.V. bietet hierzu einen Sachkundelehrgang "Schadnagerbekämpfung" (Mäuse und Ratten) gemäß §4 (1) Tierschutzgesetz (1) inklusive Zertifikatschulung für berufsmäßige Anwender an. Die Schulung wird am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Geflügelhaltung durchgeführt und befasst folgende Themenschwerpunkte:
  • Anforderungen an Tierschutz und Schädlingsbekämpfung im kommunalen Bereich
  • Verhalten und Biologie von Nagern (Hausmäuse, Haus- und Wanderratten)
  • Rechtsgrundlage der Bekämpfung von Ratten und Mäusen
  • Bekämpfung von Nagetieren gemäß guter fachlicher Anwendungen
  • Information zur Anwendung neu geprüfter zugelassener Köder
  • Wirkungsweise von Rodentiziden (speziell Antikoagulantien)
  • Gefahren und Risiken bei der Verwendung von Rodentiziden für Menschen, die Umwelt und Techniken zur Risikominderung
  • Anwendungstechniken/Vorgehensweisen, Bekämpfungsmittel und Dokumentation
  • Verhalten von Ratten in der Kanalisation
Nächster Termin: Bei ausreichend Interesse wird der nächste Termin fest gelegt!

Anmeldeformular Schadnager pdf 68 KB

Sachkundelehrgang Masthühnerhalter

Gemäß §17 der Tierschutznutztierhaltungsverordnung darf seit dem 30. Juni 2010 nur noch Masthühner halten wer sachkundig ist. Die nach landesrecht zuständige Stelle kann die Sachkundebescheinigung auf Antrag erteilen, insofern der Antragsteller eine oder mehrere der folgenden Anforderungen erfüllt.
  • Der Antragsteller muss eine abgschlossene Ausbildung im Beruf Tierwirt Fachrichtung Geflügelhaltung oder Landwirt vorweisen.
  • Der Antragsteller muss eine bis zum 30. Juni 2009 abgeschlossene Ausbildung im Beruf Hauswirtschafter mit dem Schwerpunkt ländliche Hauswirtschaft absolviert haben.
  • Der Antragsteller kann nachweisen, dass er mindestens drei Jahre eigenverantwortlich und ohne tierschutzrechtliche Beanstandung einen Masthühnerbestand mit nicht weniger als 500 Masthühnern gehalten hat.
  • Der Antragsteller nachweist, dass er für den Erwerb der Sachkunde einen von der zuständigen Stelle anerkannten Lehrgang besucht hat und erfolgreich eine mündliche, schriftliche und praktische Prüfung abgelegt hat.
Mastküken
Das Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Geflügelhaltung führt gemeinsam mit dem Veterinäramt des Landkreises Kitzingen einen solchen Lehrgang zur Erlangung der Sachkunde zur Masthühnerhaltung durch. Während des zweitägigen Lehrgangs werden Kenntnisse in der bedarfsgerechten Versorgung (Futter und Wasser), Grundlagen der Anatomie, Physiologie und Verhalten von Masthühnern sowie tierschutzrechtliche Vorschriften vermittelt. In praktischen Übungen werden Fertigkeiten im Bereich sorgsamer Umgang, Fangen, Verladen und Transportieren der Tiere geübt. Abgeschlossen wird der Kurs mit einer theoretisch schriftlichen sowie mündlichen Prüfung und einer praktischen Prüfung.
Nächster Termin: Frühjar/Sommer 2017

Anmeldeformular Masthühnerhaltung pdf 9 KB