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8. Bayerischer Herkunftvergleich von Legehybriden in Bodenhaltung
Drei Braunleger-Kreuzungen und zwei Weißleger-Hybriden wurden beim 8. Bayerischen Herkunftsvergleich von Legehennen in Bodenhaltung einem Warentest unterzogen.
Nach einer 52 wöchigen Legeperiode wurde am 21. April 2010 der 8. Bayerische Herkunftsvergleich von Legehybriden in Bodenhaltung beendet. Der Warentest, welcher an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Geflügelhaltung (LVFZ) Kitzingen durchgeführt wird, begann im November 2008 mit dem Brüten der im Test stehenden Herkünfte. Drei Braunleger-Kreuzungen, hierunter eine Experimental Gruppe, und zwei Weißleger-Kreuzungen wurden von den Zuchtunternehmen Hendrix Genetics (Niederlande) und Lohmann Tierzucht (Deutschland) gestellt. Als Braunleger nahmen die Herkünfte Lohmann Brown Classic (LB), ISA Brown und eine Experimental Gruppe der Lohmann Tierzucht (LExp.) teil. Die Weißleger waren durch die Herkünfte Lohmann Selected Leghorn (LSL) und Dekalb Weiß vertreten.
Junghennenaufzucht, Behandlungen, Licht- und Impfprogramm
Nach dem Schlupf der Küken am 03. Dezember 2008 wurden die Junghennen bis zum 23. April 2009 in einem Dunkelstall (30 m x 11,5 m) in Bodenhaltung mit Sitzstangen, erhöhter Futterkette und Nippeltränke aufgezogen. Bis zur 18. Lebenswoche wurde ein Step down, Step up-Lichtprogramm eingesetzt. Anschließend erfolgte die Umstallung in zwei Ablegeställe mit Fenstern (getönte Stegprofilplatten).
In der 1. bis 8. Woche der Aufzucht wurde ein herkömmliches Kükenalleinmehl (11,5 MJME, 18,5% Rohprotein, 0,4% Methionin) ad libitum gefüttert. Anschließend, bis zur Umstallung in die Legeställe mit 18 Wochen, wurden die Junghennen auf ein Junghennenalleinfutter (11,4 MJME, 15,5% Rohprotein, 0,33% Methionin) umgestellt, ebenfalls ad libitum.
Der Hälfte der Tiere jeder Herkunft wurde am 10. Tag vorsichtig der Schnabel behandelt.
Für die tierärztliche Betreuung des Bestandes und für das Impfprogramm war der Tiergesundheitsdienst Bayern e.V. verantwortlich. In der ersten, neunten und 14. Lebenswoche wurden alle Tiere für jeweils drei Tage gegen das Auftreten einer Chronisch Respiratorischen Krankheit (CRD) mit Tylosintartrat behandelt.
Impfprogramm
| Impfzeitpunkt |
Impfung gegen |
| 1. Lebenstag |
Marek'sche Krankheit (MD) |
| 1. bis 3. Lebenstag |
Salmonella Enteritidis + S. Typhimurium (SE + ST) |
| 6. Lebenstag |
Kokzidien |
| 7. Lebenstag |
Marek'sche Krankheit (MD) |
| 3. Lebenswoche |
Gumboro (IBD) |
| 4. Lebenswoche |
Infektiöse Bronchitis (IB)/Newcastle Disease (ND) |
| 6. bis 8. Lebenswoche |
Salmonella Enteritidis + S. Typhimurium (SE + ST) |
| 8. Lebenswoche |
Newcastle Disease (ND) |
| 9. Lebenswoche |
Infektiöse Bronchitis (IB H 52) |
| 11. Lebenswoche |
Aviäre Enzephalomyelitis (AE) |
| 14. Lebenswoche |
Infektiöse Bronchitis (IB H 52) |
| 16. Lebenswoche |
Newcastle Disease (ND) |
| 18. Lebenswoche |
Salmonella Enteritidis + S. Typhimurium (SE + ST) |
| bei Umstallung |
IB + ND + EDS + ART |
Die durchschnittlichen Körpergewichte, der Futterverbrauch und die Verluste während der Aufzucht der verschiedenen Herkünfte, wurden in der unten stehenden Tabelle dargestellt. Die Braunleger brachten im Durchschnitt in der 18. Lebenswoche ein Gewicht von 1.354 g auf die Waage. Die Weißleger wogen im Durchschnitt 156 g weniger. Damit liegen die Aufzuchtgewichte etwas unter den in den Managementprogrammen der Zuchtfirmen angegebenen Zielgewichten.
Der Futterverbrauch in der Aufzucht summierte sich bis zum 126. Lebenstag auf 5,966 kg im Durchschnitt der Braunleger, während die Weißleger 6,031 kg Futter verbrauchten. Der Futteraufwand je kg Zuwachs lag somit bei 4,248 kg (LB), 4,569 kg (ISA), 5,016 kg (Dekalb), 5,053 kg (LSL), 4,619 kg (Lohmann Experimental).
Die Aufzuchtverluste bewegten sich sowohl bei den Braunlegern (0,6 %) als auch bei den Weißlegern (0,4%) auf einem erfreulich niedrigen Niveau.
Körpermasseentwicklung, Futterverbrauch und Verluste während der Aufzucht (bis zur 20. Woche)
| Herkunft |
Körpergewicht 8. Woche (g) |
Körpergewicht 18. Woche (g) |
Futterverbrauch bis zur 20. Woche (g) |
Aufzuchtverluste bis zur 20. Woche (%) |
| LB |
538 |
1377 |
6800 |
0,4 |
| ISA |
573 |
1331 |
6926 |
0,7 |
| Durchschnitt Braunleger |
556 |
1354 |
6864 |
0,6 |
| Dekalb |
548 |
1209 |
7148 |
0,4 |
| LSL |
563 |
1187 |
6937 |
0,4 |
| Durchschnitt Weißleger |
556 |
1198 |
7043 |
0,4 |
| Lohmann Experimental |
519 |
1225 |
6441 |
0,0 |
Haltung der Legehennen
Im Alter von 126 Tagen wurden die Legehennen in zwei Fensterställe von jeweils 30 m Länge und 11,5 m Breite umgestallt. Stall 1 verfügt über zwölf Bodenhaltungsabteile mit jeweils 13,7 m2 Stallnutzfläche. Die übrigen zwölf Abteile in Stall 2 verfügen über eine Grundfläche von je 17,4 m2. Bei einer Besatzdichte von ca. 8 Tieren/m2 und vier Wiederholungen konnte jede Herkunft mit 496 Legehybriden getestet werden.
Bei dem Aufstallungssystem handelte es sich um eine Big Dutchman Bodenhaltung mit einem zweietagigen Fienhage Familiennest mit automatischem Austriebssystem in Stall 1 bzw. Vencomatic Familiennestern in Stall 2. In jedem Abteil wurde mit einer Pfannenfütterung separat mit Legehennenalleinfutter ad libitum gefüttert. Die Tränkwasserversorgung erfolgte mit einem gemeinsamen Nippeltränkenstrang. Ein Drittel der Grundfläche jedes Abteils war als Scharraum ausgelegt und ca. 5 cm hoch mit hitzebehandelter Weichholzhobelspäne eingestreut. Zwei Drittel der Nutzfläche jedes Abteils war mit Kunststoffrosten abgedeckt. Dieser Bereich wurde im Wochenrhythmus mittels Kotbändern entmistet. Eine thermostatisch geregelte Unterdrucklüftung mit Sprühkühlung sorgte für ein gutes Stallklima.
Fütterung in der Legeperiode
Alle Tiere erhielten dasselbe konventionelle Alleinfutter für Legehennen ad libitum. Bis einschließlich der fünften Periode wurde das Phasenfutter I gefüttert, anschließend, bis zum Ende der Leistungsprüfung, wurde das Phasenfutter II eingesetzt. Die Inhaltsstoffe werden in Tabelle 3 dargestellt.
Zusammensetzung der Futterrationen
Inhaltsstoffe
|
Periode 1 - 5
|
ab Periode 6
|
| Rohprotein (%) |
17,0
|
17,5
|
| Methionin (%) |
0,42 |
0,4 |
| Rohfett (%) |
4,7 |
5,3 |
| Rohfaser (%) |
2,6 |
2,5 |
| Rohasche (%) |
12,2 |
12,7 |
| Calcium (%) |
3,7 |
3,85 |
| Phosphor (%) |
0,50 |
0,51 |
| Natrium (%) |
0,17 |
0,16 |
| Umsetzbare Energie (MJ / kg) |
11,6 |
11,4 |
Datenerfassung
Folgende Daten wurden während der Legeperiode erfasst.
Körpergewicht
Feststellung der Gruppengewichte mit acht Wochen, bei der Umstallung am 126. und am Ende der Prüfung (504. Lebenstag).
Futterverzehr
Ermittlung des Futterverbrauchs durch laufendes Zu- und Zurückwiegen am Ende jedes Legeabschnittes (28-Tage-Periode)
Eizahl
Tägliche Aufzeichnung des Eieranfalls, sowie einmal wöchentlich Gewichtsfeststellung eines Tagesgeleges.
Eiersortierung
Einmal wöchentlich Sortierung nach den EU-Gewichtsklassen-Vorschriften, einschließlich der Knickeier.
Eiqualität
Die Eiqualitätsmerkmale wurden in der 43., 58. und 68. Lebenswoche anhand einer Stichprobe von je 100 Eiern je Prüfgruppe und Variante untersucht.
Verluste
Registrierung des Todestages und der Todesursache durch das Zentrallabor des Tiergesundheitsdienstes Bayern e.V..
Herkunftsunterschiede in der Leistung
Die varianzanalytische Auswertung zeigte signifikante Herkunftsunterschiede in den Merkmalen Legeleistung je Anfangshenne, Legeleistung je Durchschnittshenne, Futterverwertung, Futterkostenüberschuss und in der Anzahl abgesammelter Schmutzeier. Die Merkmale Eigewicht, sowie Futterverbrauch, Verluste und Knickeier zeigten keinen statistisch abgesicherten Unterschied zwischen den einzelnen Herkünften.
Eine Übersicht über die genauen Leistungsdaten der einzelnen Herkünfte ist in der unten stehenden Tabelle dargestellt. Da die Herkunft Lohmann Experimental kommerziell nicht vertrieben wird, wird diese gesondert aufgeführt und nicht in den Durchschnitt der Braunleger mit einbezogen.
Für den Legehennenhalter ist die Anzahl vermarktungsfähiger Eier des Gesamtgeleges von großem wirtschaftlichem Interesse. Der Anteil vermarktungsfähiger Ware errechnet sich aus der Gesamteizahl/Anfangshenne und Legeperiode abzüglich Eier zweiter Sorte. Der Anteil absortierter Ware (Eier der Gewichtsklasse S, Knick- und Schmutzeier) lag bei durchschnittlich 5,3 %, mit deutlichen Unterschieden zwischen den geprüften Genotypen. So waren bei den LB Hennen lediglich 4 % der gelegten Eier B-Ware, bei ISA hingegen waren es 6,2 %, bei Dekalb 5,8 % und bei LSL 5,3 %. Bei einem Bestand von 5.000 Legehennen kann daher je nach Herkunft die Anzahl absortierter Eier im Jahr von 60.000 bis 90.000 variieren. Für einen Direktvermarkter der die B-Ware über Nudeln- oder Eierlikörherstellung veredelt, ergibt dies keine so gravierende finanzielle Einbuße, wie für Betriebe, die diesen Anteil des Geleges an die Eiproduktenindustrie abgeben oder sogar entsorgen müssen.
Neben der Eizahl/Anfangshenne und Jahr hängt der Erlös vom Eigewicht und damit von der Sortierung in die Gewichtsklassen XL, L und M ab. Die Herkünfte unterscheiden sich im durchschnittlichen Eigewicht nicht signifikant voneinander. Die Unterschiede sind mit 0,8 g zwischen den Extremen, LB und ISA, nur gering.
Leistungsergebnisse der einzelnen Herkünfte
| Herkunft |
Eizahl je DH/AH (Stück) |
Verm. Eier je AH und Jahr (Stück) |
Eigewicht (g) |
Bruchfestigkeit 86. Woche (N) |
Eiklarqualität 68. Woche (HU) |
| LB |
299/290 |
262 |
64,4 |
42,4 |
87,7 |
| ISA |
291/279 |
246 |
63,6 |
39,0 |
87,6 |
| Durchschnitt Braunleger |
295/285 |
254 |
64,0 |
40,7 |
87,7 |
| Dekalb |
325/301 |
266 |
63,8 |
38,2 |
93,5 |
| LSL |
327/313 |
279 |
64,1 |
38,5 |
92,6 |
| Durchschnitt Weißleger |
326/307 |
273 |
64,0 |
38,4 |
93,1 |
| Lohmann Experimental |
252/237 |
182 |
59,3 |
43,7 |
83,6 |
| Herkunft |
Futterverbrauch je DH und Tag (g) |
Futterverwertung (kg Futter/kg Eimasse) |
Körpergewicht am 504. Lebenstag (g) |
Tierverluste (%) |
Verluste Produktionstage (%) |
| LB |
119,5 |
2,262 |
1938 |
7,3 |
3,2 |
| ISA |
118,0 |
2,325 |
1955 |
8,5 |
4,4 |
| Durchschnitt Braunleger |
118,8 |
2,294 |
1947 |
7,9 |
3,8 |
| Dekalb |
120,0 |
2,111 |
1681 |
12,1 |
7,8 |
| LSL |
123,0 |
2,142 |
1693 |
8,3 |
6,7 |
| Durchschnitt Weißleger |
121,6 |
2,127 |
1687 |
10,2 |
7,3 |
| Lohmann Experimental |
114,7 |
2,797 |
1844 |
12,7 |
6,3 |
Herkunftsunterschiede in der Wirtschaftlichkeit
Über 50 % der Kosten, die bei der Produktion eines Eies entstehen, gehen auf das Futter zurück. Daher ist der Futteraufwand je kg produzierter Eimasse der bedeutendste ökonomische Faktor, wenn es um die Berechnung der Wirtschaftlichkeit der Eiererzeugung geht.
In der unten stehenden Grafik sind die durchschnittlichen Futterkostenüberschüsse der verschiedenen Herkünfte dargestellt. Hierfür wurden vom Erlös pro kg Eimasse die Kosten pro kg Futter abgezogen. Zum einen wurde die Berechnung mit Eierlösen und Futterkosten während der Dauer der Legeperiode des 8. Herkunftsvergleiches durchgeführt (rote Balken) und zum anderen für die derzeit aktuelle Situation in der 47. Kalenderwoche 2010 (gelbe Balken). Zwischen den verschiedenen Herkünften konnte ein signifikanter Unterschied nachgewiesen werden. Da die Eierpreise 2009 und Anfang 2010 auf Rekordniveau lagen, im Durchschnitt bei 1,50 € pro kg Eimasse, sind die in der Grafik dargestellten Werte für den Prüfungszeitraum sehr positiv ausgefallen. Die aktuelle Berechnung bei einem Eierpreis von 0,75 € pro kg Eimasse und einem Futterpreis von rund 28,00 € pro dt Legehennenalleinfutter zeigt die angespannte Situation in der Vermarktung. Zwischen den Braunlegern LB und ISA ist auf den ersten Blick ein relativ geringer Unterschied von 1,24 € zu sehen (ø Preise 2009/2010), welcher sich aber bereits bei einem Hennenbestand von 5.000 Tieren mit 6.200 € Unterschied in der Wirtschaftlichkeit wieder spiegelt. Ähnlich ist es bei den Weißlegern Dekalb und LSL, mit einer Differenz von 1,03 € im Futterkostenüberschuss.
Effekt der Schnabelbehandlung
Neben dem Vergleich der Herkünfte wurde auch der Faktor Schnabelbehandlung in die Datenanalyse mit einbezogen. Vergleicht man Schnabel behandelte und nicht Schnabel behandelte Tiere miteinander, so zeigt die statistische Auswertung signifikante Unterschiede in den Merkmalen Legeleistung je Anfangshenne, Legeleistung je Durchschnittshenne, Futterverwertung, Verluste und Anzahl abgesammelter Knickeier. Die Differenzen in Eigewicht, Futterverbrauch, Futterkostenüberschuss, Verluste an Produktionstage und Schmutzeier zwischen Schnabel behandelten und unbehandelten Gruppen waren zufällig.
Einfluss eines behandelten und eines unbehandelten Schnabels (durchschnittliche Leistung aller Herkünfte über die gesamte Legeperiode)
| Leistunsgmerkmal |
Unbehandelter Schnabel |
Behandelter Schnabel |
Differenz |
| Legeleistung je Durchschnittshenne in % |
81,1 |
83,0 |
1,9* |
| Eizahl je Anfangshenne in Stück |
276 |
292 |
16* |
| Eigewicht in Gramm |
63,2 |
62,8 |
-0,4 n.s. |
| Eimasse je Anfangshenne und Jahr in kg |
17,5 |
18,4 |
0,9* |
| Futterverbrauch je Tier und Jahr in kg |
41,0 |
41,3 |
0,3 n.s. |
| Futterverwertung kg Futter je kg Eimasse |
2,283 |
2,372 |
0,089* |
| Verluste in % |
13,7 |
7,1 |
-6,6* |
Die kupierten Tiere liegen mit einer ø Legeleistung je Durchschnittshenne (DH) von 82,0 % (Braunleger) und 91,1 % (Weißleger) signifikant vor den unkupierten Tieren, welche eine durchschnittliche Legeleistung von 79,9 % (Braunleger) und 87,9 % (Weißleger) zeigten.
Die Tiere, die einer Schnabelbehandlung unterzogen wurden, zeigten eine signifikant bessere Leistung in der ø Futterverwertung (kg Futter/kg Eimasse) mit 2,270 (Braunleger) und 2,057 (Weißleger), gegenüber den nicht behandelten Tieren mit 2,317 (Braunleger) und 2,196 (Weißleger).
Wie erwartet ist die positive Tendenz in der Leistung der Schnabelbehandelten Tiere auch in der Mortalität wieder zu finden. Während die Schnabel unbehandelten Tiere eine ø Verlustrate von 13,7 % am Ende der Legeperiode aufweisen, liegt die Verlustrate bei den kupierten Tieren lediglich bei 7,1 %. Überwiegend waren dies Kannibalismus bedingte Verluste.
Auch weisen die Hennen mit unbehandelten Schnäbeln stärkere Gefiederschäden auf als die Hennen mit behandelten Schnäbeln. Bei einer Skala von „keine“, über „geringe“ bis „starke Gefiederschäden fällt fast die Hälfte der Tiere mit unbehandelten Schnäbeln in der 73. Lebenswoche in die Kategorie „starke Gefiederschäden“. Während bei den behandelten Tieren fast 90 % mit keinen oder geringen Gefiederschäden bonitiert wurden.
Interaktion zwischen Herkunft und Schnabelbehandlung
Die statistische Auswertung zeigt eine signifikante Interaktion zwischen der Herkunft und der Schnabelbehandlung in den Merkmalen Legeleistung je Anfangshenne und Legeleistung je Durchschnittshenne, das heißt nicht alle Herkünfte reagieren auf die Schnabelbehandlung gleich. Als einzige Herkunft zeigen die LB Hennen eine höhere Legeleistung je Anfangshenne und je Durchschnittshenne, wenn sie nicht Schnabel kupiert sind. Je Anfangshenne sind dies im Durchschnitt 3 % mehr Eier und je Durchschnittshenne 2,2 % mehr Eier.
Jedoch konnte keine Interaktion bei den Merkmalen Eigewicht, Futterverbrauch, Futterverwertung, Futterkostenüberschuss, Verluste, Verluste an Produktionstage, Schmutz- und Knickeier nachgewiesen werden.
Fazit
Der 8. Bayerische Herkunftsvergleich von Legehybriden in Bodenhaltung zeigte signifikante Unterschiede zwischen Genotypen in den Leistungsmerkmalen Legeleistung je Anfangshenne und je Durchschnittshenne, Futterverwertung, Futterkostenüberschuss und die Anzahl Schmutzeier.
Die Behandlung des Schnabels hatte einen signifikant positiven Einfluss auf die Legeleistung je Anfangshenne und je Durchschnittshenne, auf die Futterverwertung, auf die Verluste und auf die Anzahl Knickeier.
Die signifikante Interaktion zwischen Herkunft und Schnabelbehandlung in den Merkmalen Legeleistung je Anfangshenne und Legeleistung je Durchschnittshenne zeigt, dass sich die Schnabelbehandlung nicht zwangsläufig positiv auf die Eizahl auswirken muss.
Vollständiger Prüfbericht der 8. Hennenleistungsprüfung mit allen Tabellen als LfL-Information hier zum Runterladen.
Februar 2011
Stefanie Urselmans
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Geflügel- und Kleintierhaltung Kitzingen
Tel.: 09321/39008-0 • Fax 09321/39008-299
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