Leistungsprüfungsanstalt für Schweinezucht Schwarzenau (LPA)

Mast- und Schlachtleistungsprüfung beim Schwein

Die Nutztierzüchtung bewegt sich heute im Spannungsfeld zwischen der klassischen Leistungssteigerung bei der Fruchtbarkeit, Futterverwertung und Fleischbeschaffenheit einerseits, den Vorgaben neuer EU-Standards und nicht zuletzt den sich wandelnden Ansprüchen der Verbraucher andererseits.

Ställe der LPA, Nebengebäude und Schlachthof in einer Luftaufnahme

Um die Zuchtlinien beim Schwein sowohl in ihrer Fruchtbarkeit und Tierleistung, als auch hinsichtlich ihrer Qualitätseigenschaften wie dem Safthaltvermögen, dem intramuskulärem Fettgehalt oder der Marmorierung zu optimieren, werden die Zuchttiere laufend getestet und selektiert. Auch die Forderungen der Verbraucher zur Verbesserung des Tierwohls stellen die Schweinehaltung vor Herausforderungen, die beispielsweise in der Erzeugung von Eberfleisch umgesetzt werden und Eingang in Zuchtprogramme für Mutter- und Vaterrassen finden.
Um Haltungssysteme weiterzuentwickeln, werden Änderungen in der Haltungsform, wie sie beispielsweise die Ebermast, die Haltung von Mastschweinen mit unkupierten Schwänzen oder die Haltung in Großgruppen erfordern, in ihren Auswirkungen auf das Tierwohl und die Mastleistung untersucht.

Kontakt:
Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Schweinehaltung Schwarzenau (LVFZ)
Leistungsprüfungsanstalt für Schweinezucht (LPA)

Stadtschwarzacher Str. 18
97359 Schwarzenau

Tel.: 09324 9728-30
Fax: 09324 9728-33
E-Mail: lvfz-schwarzenau@lfl.bayern.de

Direktverkauf von ganzen Schlachthälften (unzerlegt!) wöchentlich auf Anfrage!

Zusammenarbeit mit Züchtern und Ferkelerzeugern aus ganz Nordbayern

Frau Brand liest die Daten eines Futterautomaten im Prüfstall ausZoombild vorhanden

Abrufen der Futtermengen je Einzeltier im Prüfstall

In der LPA Schwarzenau stehen 900 Stallplätze für die Ferkelaufzucht sowie 1.800 Maststallplätze einschließlich eines eigenen Versuchsschlachthauses für die Leistungsprüfung zur Verfügung. Züchter aus ganz Nordbayern liefern jährlich rund 4.500 Ferkel zur Geschwister- bzw. Nachkommenprüfung an die LPA Schwarzenau. Der Vorteil der Stationsprüfung (gegenüber der Feldprüfung) besteht in der Möglichkeit, Masttiere unterschiedlicher Herkunft unter gleichmäßigen, definierten Haltungs- und Fütterungsbedingungen zu mästen und zu prüfen.

Datengrundlage für den Züchtungsfortschritt

2 Ferkel stehen nebeneinander und blicken in die CameraZoombild vorhanden

Ferkel im Ferkelaufzuchtstall

Die Ergebnisse aus Wiegungen, Untersuchungen und Analysen liefern einerseits den Züchtern eine Datengrundlage für ihre Zuchtarbeit, zum anderen fließen sie unmittelbar in die Zuchtwertschätzung ein, die wöchentlich durchgeführt wird. Damit leistet die Leistungsprüfung einen maßgeblichen Beitrag zur Sicherung, Wahrung und Entwicklung qualitätsorientierter bayerischer Zuchtziele.

Mast- und Schlachtleistungsprüfung an der Leistungsprüfungsanstalt Schwarzenau

Versuchswesen an der LPA Schwarzenau

Ferkel in einer Bucht des FerkelaufzuchtstallsZoombild vorhanden

Ferkelaufzuchtabteil

Die Leistungsprüfungsanstalt (LPA) führt in Zusammenarbeit mit dem LfL-Institut für Tierzucht (ITZ) Versuche zu aktuellen züchterischen Themen durch. Im Rahmen des BLE- Forschungsprojekts G-i-FER werden genomische Indikatoren für Ebergeruch, Fruchtbarkeit und Robustheit auf der mütterlichen Vererbungslinie ermittelt. In dem Versuchsprojekt "Pigs with Tails" wird nach verminderter Veranlagung zum Schwanzbeißen selektiert.

Versuchswesen am LVFZ Schwarzenau Externer Link

Hohe Nachfrage nach Schweinefleisch in Bayern

Kotelettstrang von oben fotografiert (im Kühlhaus)Zoombild vorhanden

Kotelettstrang

Die Schweinehaltung ist heute in Bayern ein bedeutsamer landwirtschaftlicher Betriebszweig – so stehen rund 3,5 Millionen oder 12 Prozent der in Deutschland gehaltenen Schweine in bayerischen Ställen. Der Bestand von 3,3 Millionen Schweinen in Bayern hat sich übrigens seit 1960 kaum verändert. Damit produzieren die Landwirte etwa die Menge an Schweinefleisch, die in Bayern auch verbraucht wird: Der Selbstversorgungsgrad für Schweinefleisch lag 2016 in Bayern bei 99 Prozent.

Betrieblicher Strukturwandel

Mittelgroße Mastschweine vor einem FuttertransponderZoombild vorhanden

Mastschweine am Futterautomat

In Süddeutschland herrschen vergleichsweise kleinstrukturierte Betriebsformen vor. Nur ein Drittel der schweinehaltenden Betriebe verfügt über Zucht- und Maststallkapazitäten von mehr als 400 bis hin zu über 5.000 Stallplätzen. Zwei Drittel, also die überwiegende Mehrheit der bayerischen Schweinehalter, besitzt einen Tierbestand mit weniger als 400 Tieren. Jedoch macht sich auch in Bayern der landwirtschaftliche Strukturwandel in den letzten Jahren deutlich bemerkbar: Allein zwischen 2010 und 2017 ist die Anzahl schweinehaltender Betriebe von 17.000 auf 5.100 zurückgegangen.

Bayerischer Agrarbericht Externer Link

Geschichtliches

Ein Ferkel mit Ohrmarke blickt in die KameraZoombild vorhanden

Mastferkel

Mit der Eröffnung der landwirtschaftlichen Lehranstalt 1952 nahm auch die Mastleistungsprüfungsanstalt in Schwarzenau als erste Einrichtung dieser Art in Bayern ihre Arbeit auf. Masttiere aus ganz Bayern werden seitdem hier auf züchterisch bedingte Unterschiede geprüft, die sich in Kennzahlen wie der täglichen Zunahme, Fleisch-Fett-Verhältnis, Rückenspeckdicke, Ausschlachtung, Magerfleischanteil u.a.m. zeigen.

Im Bereich der Schweinezüchtung arbeitet das LVFZ Schwarzenau vernetzt mit Züchtern, Zuchtorganisationen und Forschungsinstituten zusammen:

Gruppenfoto: 13 Mitarbeiter der Leistungsprüfungsanstalt

LPA-Mitarbeiter-Team

Blick über die Buchten im frisch gereinigten Prüfstall

Buchten im Prüfstall

Ein neugieriges Ferkel steigt auf den Bügel des Trogs und blickt in die Kamera

Ferkel im Aufzuchtstall

Mitarbeiter steht an der Viehwaage im Mittelgang des Prüfstalls

Wiegung der Prüftiere

Waage mit Mastschwein auf Mittelgang im Prüfstall

Wiegung der Prüftiere

10 Ferkel liegen aneinandergeschmiegt im Flatdeck

Ferkelgruppe im Flatdeck

Mastschweine mit Beschäftigungsmaterial (gelber Ball)

Mastschweine mit Beschäftigungsmaterial

Mitarbeiter bei der Wiegung der hängenden Schlachthälften

Wiegung der Schlachthälften