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Mast- und Schlachtleistungsprüfung beim Schwein
Vorwort
Sinn der Mast- und Schlachtleistungsprüfung ist es, die Wirtschaftlichkeit der Schweineproduktion über die Einsparung von Futter und bessere Stallplatzausnutzung zu erhöhen, die Schlachtwerte zu verbessern und den Anforderungen der Verbraucher durch eine bessere Fleischqualität gerecht zu werden. Ihr wurde und wird auch heute noch Vorrang vor allen anderen Prüfungen eingeräumt, weil sie die wichtigsten Ergebnisse für eine planmäßige Zuchtarbeit liefert.
Die Durchführung der Leistungsprüfung erfolgte von Beginn an in den bayerischen Stationen nach gemeinsamen Richtlinien. Heute sind für alle 14 Prüfstationen in Deutschland die ZDS-Richtlinien maßgebend. Nachfolgend werden die wichstigsten Merkmale aufgeführt, die im Rahmen der Prüfung erfaßt werden.
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Merkmale der Mastleistung
Gewicht bei Prüfbeginn (ca. 30 kg LG) - Gewicht bei Prüfende (ca. 118 kg LG) Alter bei Prüfbeginn und - ende Prüftagszunahmen - Futterverwertung
Ermittlung der Schlachtleistungsdaten
Feststellen des Schlachtgewichtes in kg: Ermitteln des Magerfleischanteils mittels Hennessy - Pistole
Schlachtkörperlänge in cm: Wird gemessen an der hängenden Hälfte von der Unterkante des Schloßknochens bis zur Unterkante des ersten Halswirbels (siehe blaue Linie)
Rückenspeckdicke in cm: Entspricht der dicksten Stelle am Widerrist, der dünnsten Stelle an der Rückenmitte und der dünnsten Stelle über dem Lendenmuskel. Aus diesen 3 Werten wird der Durchschnitt gebildet. Seitenspeckdicke in cm: Wird gemessen am Kotelettanschnitt der hängenden Schlachthälfte. Es ist die größte fleischfreie Fläche senkrecht zur Schwarte in der Höhe des ventralen Ende des "musculus latissimus dorsi" einschließlich Schwarte
Rückenmuskelfläche in cm²: Die Fläche des "musculus longissimus dorsi" wird am Anschnitt der Schlächthälfte zwischen 13. und 14. Rippe fotografisch erfasst und mittels EDV-Programm ausplanimetriert.
Fettfläche in cm²: Sie entspricht der Fettfläche über den "musculus longissimus dorsi" am Kotelettanschnitt.
Fleisch:Fett-Verhältnis: Verhältnis von Fettfläche zur Rückenmuskelfläche.
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Ermittlung der Fleischbeschaffenheit
- ph 1 - Wert
- Die Messung erfolgt 40 - 45 Minuten nach der Schlachtung zwischen den Dornvorsätzen des 13. und 14. Brustwirbels
- ph 24 - Schinken und Kotelett
- Die Messung erfolgt 24 Stunden nach der Schlachtung am Schinken und Kotelett
- lf 24 Schinken und Kotelett
- Die Messung erfolgt 24 Stunden nach der Schlachtung im Schinken und einen Brustwirbel oberhalb des Kotelettanschnittes
Fleischbeschaffenheitszahl (FBZ): verschiedene pH-Werte werden zu einem Wert zusammengefasst.
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Ermittlung des intramuskulären Fettgehaltes und des Tropfsaftverlustes im Rückenmuskel
- Probenahme 14. Brustwirbel
- Fettgewebe abgetrennt
- Optimale Wert liegt bei 2,50 %
- z.Zt. liegen Werte um die 1,80 %
- Probenahme 15. Brustwirbel
- exakt 2 cm starkes Muskelstück
- Gewicht ermittelt
- Handelsübliche SB-Schale mit Vlies
- Schutzgasverpackung mit Schalensiegler
- Lagerung im Kühlraum bei 3°C
- Rückwaage nach 48 Stunden (Ermittlung des Verlustes)
- derzeitige Werte: Kastraten 3,3 %; Pietrain 4,2 %
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Bewertung der Prüfergebnisse
Die BLUP (= Best-Linear-Unbiased/Unvoreingenommene-Prediction/Vorhersage) Zuchtwertschätzung berücksichtigt alle Verwandteninformationen und den Stationeneinfluss, so dass alle Zuchttiere in ganz Bayern vergleichbar sind. Nach der Verarbeitung aller Leistungsdaten über EDV und nach der wöchentlich zentral für Bayern an der Landesanstalt für Landwirtschaft - Institut für Tierzucht - durchgeführten Zuchtwertschätzung wird für jede Prüfgruppe ein Prüfbericht erstellt. Dieser wird umgehend den Besitzern und Zuchtverbänden zugesandt. Der aktuelle Leistungsstand aller Zuchttiere ist auch im Internet jederzeit abrufbar:
Zuchtwertdatenbank
Februar 2012
Alfred Fuchs
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Schweinehaltung Schwarzenau
Tel.: 09324/9728-0 • Fax: 09324/9728-20
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