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Statistik der Bayerischen Milchwirtschaft 2016

Titelblatt der Publikation

Die Statistik der Bayerischen Milchwirtschaft liefert detaillierte Informationen rund um die Milcherfassung und -verarbeitung der Molkereien und den Außenhandel mit Milch und Milcherzeugnissen in Bayern sowie die Milchgeldauszahlung an bayerische Erzeuger im langjährigen Vergleich. Die Statistik erscheint jährlich. (47 Seiten)

Erscheinungsdatum: Juli 2017

Preis: 5 €

Die Publikation als PDF pdf 4,4 MB

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Das Jahr 2016 war eine große Herausforderung für die Milchwirtschaft. Die erste Jahreshälfte war geprägt durch ein Überangebot auf den globalen Märkten, nachdem bereits 2015 die weltweite Nachfrage nicht entsprechend der Erzeugung gewachsen war. Die Folge waren weiter fallende Rohstoff- und Produktpreise. Im Juni 2016 erreichte der durchschnittliche Auszahlungspreis für konventionelle Anlieferungsmilch an bayerische Erzeuger mit 25,26 Cent je Kilogramm den niedrigsten Wert seit September 2009. In der zweiten Jahreshälfte erholten sich die Preise spürbar; im Dezember 2016 wurde mit 31,41 Cent je Kilogramm der höchste Monatswert des Jahres erreicht.
Der Rückgang der Rohmilchproduktion in der EU, in Ozeanien und Südamerika, führte bei gleichzeitig stabiler Nachfrage, vor allem nach Milchfett, zu steigenden Preisen bei Butter und Vollmilchpulver. Im Gegensatz dazu konnte Magermilchpulver kaum profitieren. Diese ungleiche Entwicklung hat sich bis zur Mitte des Jahres 2017 weiter fortgesetzt. Während der Butterpreis Rekordhöhen erreicht, liegt der Preis für Magermilchpulver weiterhin nahe dem Interventionsniveau. Dies hat zu einer extremen Preisdiskrepanz zwischen Butter- und Magermilchpulvernotierungen von über 3.500 €/t geführt.
Trotz der positiven Entwicklung im zweiten Halbjahr lag der bayerische Jahresmilchpreis für 2016, inkl. aller Abschlusszahlungen und Rückvergütungen, mit 28,41 Cent je Kilogramm unter der Marke von 30 Cent und damit nochmals niedriger als im Vorjahr 2015 (31,22 Cent/kg). Der deutsche Durchschnitt im Jahr 2016 von 26,73 Cent je Kilogramm wurde jedoch übertroffen.
Die Auszahlungspreise für Bio-Milch waren im Jahr 2016 vom konventionellen Markt weitgehend entkoppelt und hielten sich sehr stabil auf hohem Niveau. In der Spitze, betrug der Preisabstand zwischen konventioneller und biologisch erzeugter Milch mehr als 22 Cent je Kilogramm. Inzwischen hat sich der Preisabstand wieder verringert, liegt jedoch mit über 15 Cent noch deutlich über dem Mittelwert der vergangenen Jahre von knapp 10 Cent je Kilogramm. Gleichzeitig wuchs die Anlieferung von Bio-Milch im Jahr 2016 so stark an wie nie zuvor. Mehr als 470.000 t Bio-Milch wurden an bayerische Molkereien angeliefert, dies entspricht einem Anteil von knapp 5,4% an der gesamten Milchanlieferung in Bayern.
Neben der biologischen Erzeugung spielen weitere Qualitätsmerkmale eine immer größere Rolle. Dies gilt sowohl für die daraus resultierenden Anforderungen auf Erzeugerebene als auch für Erfassung, Verarbeitung und Vermarktung. Die rasante Umstellung auf Fütterung „ohne Gentechnik“, die Zulassung der geschützten traditionellen Spezialität „Heumilch g.t.S.“ und die ausgeprägten Diskussionen über Tierwohl in der Milcherzeugung zeugen von der großen Dynamik in diesem Bereich. Um diese Entwicklungen aktiv mitzugestalten und um Chancen und Risiken für die beteiligten Akteure beurteilen zu können, erfordert es eine enge Zusammenarbeit zwischen Erzeugern und Molkereien und eine laufende Auseinandersetzung mit den Wünschen und Vorstellungen der Verbraucher.

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