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Streuobstanbau im Landkreis Rosenheim

Titelblatt der Publikation

Im Landkreis Rosenheim spielt der Streuobstanbau traditionsgemäß eine große Rolle und gehört zum Landschaftsbild des oberbayerischen Voralpenlandes. Die vorliegende Publikation basiert auf einer Erhebung, die u.a. eine Baumzählung, eine Erfassung des Ertragsstadiums der Bäume und eine Besitzerbefragung über die Verwertung der Ernte sowie die Zukunft der Streuobstbestände enthält.

Mit knapp 70.000 Bäumen ergibt sich zunächst eine erstaunlich hohe Anzahl von Bäumen. Auf die Landwirtschaftliche Fläche bezogen stehen im Schnitt allerdings nur 1,5 Streuobstbäume je ha. Die durchschnittliche Anzahl von 30 Streuobstbäumen je Besitzer zeigt eine vergleichsweise große Bandbreite von 13 bis 142 Bäumen. Rund 45% der erfassten Bäume wurden von Vollerwerbs-, 29% von Nebenerwerbs- und 26% von Nicht-Landwirten bewirtschaftet. Gut zwei Drittel der gezählten Streuobstbäume können dem Kernobst zugerechnet werden, woraus vor allem hochwertige Säfte für die Eigenversorgung bereitgestellt werden. Allerdings hatte die nicht saftorientierte Erzeugung von Steinobst einen überraschend hohen Anteil.
Mit einem Flächenpotential von knapp 240 ha (0,93 % der verfügbaren Fläche) spielt der Anbau von Streuobst im Vergleich zu anderen landwirtschaftlichen Kulturen eher eine untergeordnete Rolle. Davon sind knapp 134 ha im Vollertrag, 36 ha mit zunehmendem und 68 ha mit abnehmendem Ertragspotential.

Damit stellt sich die Frage, ob der Streuobstanbau nicht langsam aus dem Landschaftsbild zu verschwinden beginnt. Bei „Nicht-Landwirten“ besteht offensichtlich ein erkennbares und positives Interesse zur Weiterführung des Streuobstanbaus. Allerdings erwartet dieser Besitzerkreis wohl Hilfestellung in der Pflege und Kommunikation des Kulturgutes „Streuobst“. Damit wandelt sich der Streuobstanbau von einer landwirtschaftlichen Produktionsweise zur Selbstversorgung zu einer gesellschaftlichen Aufgabe, die einen Beitrag zum Landschaftsbild, zur Versorgung mit heimischen Produkten und zur Identifikation mit der eigenen Region (Heimat) leistet.
 (35 Seiten)

Erscheinungsdatum: März 2017

Die Publikation als PDF pdf 2,7 MB

Die Publikation ist nur online verfügbar.

Inhalt

  • Das Untersuchungsgebiet und seine Struktur
    • Baumstruktur nach Gemeinden
    • Besitzstruktur im Streuobstanbau
    • Baumarten im Streuobstanbau
    • Flächenbedarf für den Streuobstanbau
    • Mengenpotential des Streuobstanbaus
  • Verwertung von Streuobst
  • Zukunftsfähigkeit des Streuobstanbaus
    • Einschätzung von Besitzern und Baumwarten
    • Motivation für den Streuobstanbau

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