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Jahresbericht 2010

Institut für Tierzucht

Jahresbericht 2010 des Instituts für Tierzucht

Vorwort

Das vergangene Jahr wird als Auftaktjahr der genomischen Selektion in die Geschichte der deutschen Tierzucht eingehen. Im August wurden die genomischen Zuchtwerte für Holstein-Rinder offiziell veröffentlicht und im Dezember sind die ersten genomischen Zuchtwerte für Selektionskandidaten der Fleckviehrasse an die Organisationen übermittelt worden. Auch beim Braunvieh läuft ein Entwicklungsprojekt und ein Projekt zur genomischen Selektion in der Schweinezucht ist geplant. Der Einsatz genomischer Methoden wird die Herangehensweise an essentielle züchterische Fragestellungen revolutionieren und viele etablierte Strukturen, zunächst im Bereich der Rinderzucht, in Frage stellen.

Dementsprechend bewegen sich die Emotionen der Zuchtpraxis zwischen Euphorie und Zukunftsängsten. Unstrittig ist aber, dass diese Technologie das Potenzial hat, die Tierzucht grundlegend zu verändern und dass unser Institut in der Forschung und in der Beratung der Zucht- und Besamungsorganisationen in den kommenden Jahren enorm gefordert wird. Die erfolgreiche Entwicklungsarbeit auf diesem Gebiet hat wieder einmal gezeigt, dass das Konzept der internationalen Arbeitsteilung in der Zuchtwertschätzung gleichzeitig bewährt und zukunftsfähig ist. Das spiegelt sich auch in den internationalen Anfragen zur Beteiligung an unserer genomischen Zuchtwertschätzung wieder, die mittlerweile aus Tschechien, Italien und Frankreich vorliegen.

Auch auf den anderen Gebieten lassen sich Erfolge vermelden: In der Schweinezucht haben wir das Zuchtziel 2010 mit einer Anpassung der Gewichte an die aktuellen Entwicklungen und der Zuchtwertschätzung erfolgreich in die Praxis eingeführt. Der Weggang von Zuchtleiter Dr. Nibler konnte relativ kurzfristig durch Dr. Eisenreich kompensiert werden. Als Ergebnis intensiver Forschungsarbeiten konnte die kausale Mutation für die Spinnengliedrigkeit beim Fleckvieh identifiziert werden. Beim Schaf steht die Beteiligung am bundesweiten OviCap-System für die Herdbuchführung unmittelbar bevor und für Milchziegen wird das ITZ zusammen mit dem LKV und den Kollegen in Baden-Württemberg eine bundesweite Zuchtwertschätzung entwickeln. Im Pferdebereich haben uns die Equidenkennzeichnung und die Neuorganisation der Hengstleistungsprüfung beschäftigt. Erstmals hat uns auch ein Wolf im Landkreis Miesbach erhebliche Arbeit im Bereich Herdenschutz verursacht.

Die Erfolge des Instituts sind das Ergebnis der Leistungen unserer motivierten und engagierten Mitarbeiter, die neben der Erledigung ihrer Dienstaufgaben im engeren Sinne auch großes Engagement bei der Organisation und Durchführung des Tags der offenen Tür gezeigt haben. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich. Besonderer Dank gilt Herrn Dr. J. Buitkamp, der in bewährter Weise die Redaktion des Jahresberichts übernommen hat.



Dr. Kay-Uwe Götz

Direktor an der LfL
Institut für Tierzucht



Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Tierzucht
Tel.: 089/99141-100 • Fax: 089/99141-199