Notifizierungsverfahren für Labore im Vollzug des Abfallrechts

Laboratorien, die im Rahmen der Bioabfall- und Klärschlammverordnung Analysen durchführen möchten, müssen dazu von der zuständigen Behörde notifiziert, d.h. nach einem festgelegten Verfahren zugelassen werden. Die Grundlage für die Notifizierung bildet neben den angeführten Verordnungen das Fachmodul Abfall - Kompetenznachweis und Notifizierung von Prüflaboratorien und Messstellen (Untersuchungsstellen) im abfallrechtlich geregelten Umweltbereich.

Zuständigkeit und Geltungsbereich

Die Abteilung für Qualitätssicherung und Untersuchungswesen (AQU) ist für die Notifizierung von Untersuchungsstellen für die FMA-Untersuchungsbereiche Klärschlamm, Boden und Bioabfall in Bayern zuständig. Da die von einem Land erteilte Notifizierung bundesweit gilt, besteht eine enge Zusammenarbeit und ein gegenseitiger Informationsaustausch zwischen den Notifizierungsstellen der einzelnen Bundesländer.

Fachmodul Abfall

Entsprechend den Anforderungen der einschlägigen gesetzlichen Regelungen umfasst das Fachmodul Abfall (FMA) insgesamt die folgenden Untersuchungsbereiche:
  1. Klärschlamm nach Klärschlammverordnung
  2. Boden nach Klärschlammverordnung und Bioabfallverordnung
  3. Bioabfall nach Bioabfallverordnung
  4. Altöl nach Altölverordnung
  5. Abfall nach Deponieverordnung (behördliche Zulassung entfällt seit 17.10.2011)
  6. Altholz nach Altholzverordnung.

Ablauf des Notifizierungsverfahrens

  • Antragstellung durch das Labor
  • Nachweis der Kompetenz (u.a. Akkreditierung nach DIN EN ISO 17025, erfolgreich absolvierte Ringversuche) durch das Labor
  • Prüfung der eingereichten Unterlagen
  • bei positivem Ergebnis Erstellen des auf fünf Jahre befristeten Notifizierungsbescheides
  • Eintrag in das Verzeichnis der notifizierten Labore im Internet (ReSyMeSa)
  • Überwachung der Kompetenz der Untersuchungsstelle
  • sofern erforderlich, Änderungen oder (Teil-) Widerruf der Notifizierung
Flussdiagramm mit Prozessschritten der NotifizierungZoombild vorhanden

Ablauf Notifizierung

Kompetenznachweis

In der Regel erfolgt der Kompetenznachweis durch eine Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025, wobei die speziellen Anforderungen des FMA in der jeweils gültigen Fassung zu berücksichtigen sind.
Zur laufenden Kontrolle der Analysenqualität gehören interne und externe Qualitätssicherungsmaßnahmen. Insbesondere sind Untersuchungsstellen, denen eine Notifizierung erteilt wurde oder die eine Notifizierung anstreben, verpflichtet, regelmäßig an den länderübergreifenden Ringversuchen (LÜRV) teilzunehmen. Die erfolgreiche Teilnahme ist für jede Parametergruppe, für die die Untersuchungsstelle notifiziert ist, im Zeitraum von 12 bis maximal 24 Monaten nachzuweisen.

Weitere Informationen

Antragstellung

Für die Antragstellung sind die Formblätter A1 bis A3 bei der Notifizierungsstelle einzureichen.
Zu beachten ist, dass die Untersuchungsbereiche jeweils in Teilbereiche untergliedert sind. Eine Notifizierung kann für einzelne Teilbereiche erteilt werden. Der Kompetenznachweis muss aber für jeden Parameter eines Teilbereiches erbracht werden!

Teilbereiche Untersuchungsbereich 1 Klärschlamm

  • 1.1 Probenahme
  • 1.2 Schwermetalle
  • 1.3 Adsorbierte organisch gebundene Halogene (AOX)
  • 1.4 Physikalische Parameter, Nährstoffe
  • 1.5 PCP
  • 1.6 Dioxine/Furane

Teilbereiche Untersuchungsbereich 2 Boden

  • 2.1 Probenahme, Probenvorbereitung
  • 2.2 Schwermetalle, pH-Wert
  • 2.3 Physikalische Parameter, Nährstoffe

Teilbereiche Untersuchungsbereich 3 Bioabfall

  • 3.1 Probenahme, Probenvorbereitung
  • 3.2 Schwermetalle
  • 3.3 Physikalische Parameter, Fremdstoffe
  • 3.4 Prozessprüfung: Mindestverweilzeit, Seuchenhygiene, Phytohygiene
  • 3.5 Prüfung der hygienisierten Bioabfälle: Seuchenhygiene, Phytohygiene

Antragsformulare

Rechtsgrundlagen

Kontakt

Abteilung Qualitätssicherung und Untersuchungswesen

Telefon:
08161 71-3600

E-Mail:
notifizierung@lfl.bayern.de

Adresse:
Lange Point 4
85354 Freising