Länderübergreifender Ringversuch nach Fachmodul Abfall (LÜRV-A)

LUERV Klärschlamm 18

Probenversand LÜRV-A Klärschlamm

Das Fachmodul Abfall (FMA) vom August 2012 regelt die Notifizierung von Untersuchungsstellen, sowie die Anforderungen zur Ermittlung und regelmäßigen Kontrolle der fachlichen Kompetenz von Untersuchungsstellen. "Die notifizierten Untersuchungsstellen sind verpflichtet, regelmäßig an den von der zuständigen Stelle des Landes vorgeschiebenen Ringversuchen teilzunehmen, i.d.R. jeweils an einem Ringversuch für jede Parametergruppe, für die die Untersuchungsstelle notifiziert ist, im Zeitraum von 12 bis maximal 24 Monaten." (aus FMA 3.4)

Erfolgreiche Teilnahme an Ringversuchen Voraussetzung zur Akkreditierung und Notifizierung

Eine erfolgreiche Teilnahme an Ringversuchen ist für Labordienstleister Voraussetzung zur Akkreditierung und Notifizierung ihrer Laboratorien.
Seit 2011 werden länderübergreifende Ringversuche (LÜRV-A) gemäß dem Fachmodul Abfall (FMA) für die gesamte Bundesrepublik organisiert und durchgeführt. Der LÜRV-A ersetzt damit die bisherigen Fachmodul Abfall (FMA)-Ringversuche, die in der Vergangenheit von Ringversuchsveranstaltern einzelner Bundesländer oder Bundesländer-Kooperationen angeboten worden sind. Die länderübergreifenden Ringversuche, im Vollzug der Klärschlamm-Verordnung (AbfKlärV) und der Bioabfall-Verordnung (BioAbfV), werden in den Bereichen Boden, Bioabfall und Klärschlamm angeboten.
Die Abteilung für Qualitätssicherung und Untersuchungswesen (AQU) der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) führt federführend den Ringversuch LÜRV-A Klärschlamm durch und richtet zusammen mit der Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft in Sachsen (BfUL) den Teilbereich Klärschlamm-Anorganik aus.

Ringversuchsveranstalter LÜRV-A Klärschlamm 2017

  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Freising (federführend)
  • Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft Sachsen (BfUL), Nossen
  • Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA), Speyer
Parameterbezeichnung nach Fachmodul Abfall (FMA)
LÜRV-A Klärschlamm
Beschreibung der Parametergruppe
FMA 1.2 Schwermetalle (Pb, Cd, Cr, Cu, Ni, Hg, Zn)
nach § 3 Abs. 5 AbfKlärV
FMA 1.3 Adsorbierte organisch gebundene Halogene (AOX)
nach § 3 Abs. 5 AbfKlärV
FMA 1.4 Trockenrückstand, organische Substanz, pH-Wert, basisch wirksame Stoffe als CaO, Nährstoffe (Ammonium-Stickstoff, Gesamt-Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium)
nach § 3 Abs. 5 AbfKlärV
FMA 1.5 Polychlorierte Biphenyle (PCB)
nach § 3 Abs. 6 AbfKlärV
FMA 1.6 Polychlorierte Dibenzodioxine/-furane (PCDD/F)
nach § 3 Abs. 6 AbfKlärV
Fakultative Parameter Organik Benzo(a)pyren
Perfluorierte Tenside (PFOS und PFOA)
Dioxinähnliche PCB gem. DüMV, Anl. 2

Ringversuchsveranstalter LÜRV-Boden 2017

  • Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, Standort Düsseldorf (federführend)
Parameterbezeichnung nach Fachmodul Abfall (FMA)
LÜRV-A Boden
Beschreibung der Parametergruppe
FMA 2.2 Schwermetalle (Pb, Cd, Cr, Cu, Ni, Hg, Zn), Bodenartgruppe/Tongehalt und pH-Wert (CaCl2) nach § 3 Abs. 2 AbfKlärV bzw. § 9 Abs. 2 BioAbfV
FMA 2.3 (CAL) pH-Wert (CaCl2), Bodenart/Tongehalt, pflanzenverfügbare Nährstoffe (Phosphor-CAL, Kalium-CAL, Magnesium-CaCl2) nach § 3 Abs. 4 AbfKlärV bzw. § 3 DüV
FMA 2.3 (DL) pH-Wert (CaCl2), Bodenart/Tongehalt, pflanzenverfügbare Nährstoffe (Phosphor-DL, Kalium-DL, Magnesium-CaCl2) nach § 3 Abs. 4 AbfKlärV bzw. § 3 DüV
Fakultative Parameter Magnesium DL, Humusgehalt, Nitrat-Stickstoff, Ammonium-Stickstoff, Gesamt-Stickstoff
Parameterbezeichnung nach Fachmodul Boden/Altlasten (FMB) Beschreibung der Parametergruppe
FMB 1.2: Schwermetalle (As, Pb, Cd, Cr, Cu, Ni, Tl, Hg, Zn) und pH-Wert nach BBodSchV
FMB 1.3: Acenaphthen, Acenaphthylen, Anthracen, Benzo(a)anthracen, Benzo(a)pyren, Benzo(b)fluoranthen, Benzo(ghi)perylen, Benzo(k)fluoranthen, Chrysen, Dibenz(ah)anthracen, Fluoranthen, Fluoren, Indeno(123-cd)pyren, Naphthalin, Phenanthren, Pyren, Summe PAK nach BBodSchV

Ringversuchsveranstalter LÜRV-A Bioabfall 2017

  • Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (LHL), Kassel (federführend)
  • Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL), Jena
  • Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL), Nossen
  • Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V., Köln
  • Universität Hohenheim, Stuttgart
Parameterbezeichnung nach Fachmodul Abfall (FMA)
LÜRV-A Bioabfall
Beschreibung der Parametergruppe
FMA 3.2 Schwermetalle (Pb, Cd, Cr, Cu, Ni, Hg, Zn) im Königswasserextrakt
nach § 4 BioAbfV
FMA 3.3 Fremdstoffe, Steinanteil, Trockenrückstand, pH-Wert, Salzgehalt, Glühverlust nach § 4 BioAbfV
FMA 3.5a 1) seuchenhygienische Untersuchung (Salmonellen)
nach § 3 BioAbfV
FMA 3.5b phytohygienische Untersuchung (keimfähige Samen, austriebsfähige Pflanzenteile) nach § 3 BioAbfV
Volumengewicht, Salzgehalt
BGK C 2) Rohdichte, Pflanzenverträglichkeit (Keimpflanzenversuch), Rottegrad, lösliche Nährstoffe (P, K, Mg, N), Ges.-N, -P, -K, -Mg, basisch wirksame Stoffe
BGK D 2) (fakultativ)
Verunreinigungsgrad (quantitativ als Flächensumme)
Bei Teilnahme an diesem fakultativen Parameter wird eine separate Bestätigung ausgestellt.
DüMV E 2) As, Fe, Na, Mn, S, Tl im Königswasserextrakt
1) Genehmigung für seuchenhygienische Arbeiten der Sicherheitsstufe S 2 muss vorliegen.
2) gehört nicht mit zum Fachmodul Abfall

Übersicht

  • der Ringversuch wird einmal jährlich durchgeführt
  • der Ringversuch wird von den Notifizierungsstellen in den einzelnen Bundesländern angekündigt (direkte Anschreiben an bereits notifizierte Labore, Internet, Staatsanzeiger)
  • die Anmeldung erfolgt zentral über das LTZ (Landwirtschaftliche Technologiezentrum) Augustenberg
  • nach Auswertung des Ringversuchs erhalten die Labore einen Bericht und ein laborspezifisches Ergebnisprotokoll
  • die Ergebnisse des Ringversuchs werden den Notifizierungsstellen der Bundesländer zur Verfügung gestellt

Durchführung

Rühren von Klärschlamm in der Homogenisieranlage
Die Ausrichtung des Ringversuchs LÜRV-A umfasst für den Veranstalter Generierung, Homogenitätsprüfung und Versand geeigneten Probenmaterials.
Nach Eingang der Ringversuchsergebnisse der Untersuchungsstellen folgen statistische Auswertung der Ergebnisse, Erstellung und Versand des Ringversuchsberichts bis hin zur Übermittlung der Teilnahmebescheinigungen und Zertifikate an die teilnehmenden Labore.
Schließlich erfolgt noch die Mitteilung der Ringversuchsergebnisse an die Notifizierungsstellen und die Erstellung einer bundesweiten Gesamtauswertung des LÜRV-A durch die Federführenden.
Die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Teilnahme werden zu Beginn jeden Jahres in der Ausschreibung des Ringversuchs bekannt gegeben. Die statistische Auswertung der Einzelparameter nach LAWA-Merkblatt A-3 erfolgt mit der Software ProLab der Firma quoData (Dresden) nach DIN 38402 A 45.

Ergebnisbericht

Ergebnisbericht für LUERV-A Klärschlamm 2017 (Anorganik, Freising)
E-Mail: LUERV-A-Klaerschlamm@lfl.bayern.de

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Ein Ringversuch ist eine Methode der externen Qualitätssicherung. Dabei werden identische Proben mit den gleichen Messverfahren von verschiedenen Laboratorien untersucht. Labordienstleister sichern damit die Qualität ihrer Ergebnisse ab und beweisen ihre Kompetenz. Mehr