Humus – Humusuntersuchungen

Zwei Frauen bei der Bodenprobenahme auf einem Feld mit Spaten und Eimern.

Probenahme

Die Bodenprobenahme soll im Frühjahr erfolgen, vor der Ausbringung von organischem oder mineralischem Dünger.

Die Probenahme-Teilflächen müssen zuvor mit GPS oder anderen Systemen möglichst genau eingemessen werden, um sicherzustellen, dass auch nach mehreren Jahren die gleiche Stelle beprobt wird. Von dieser Teilfläche wird eine Mischprobe aus mehreren Einstichen (z.B. mit dem Nmin -Bohrer) bis 15 cm Tiefe gezogen.

Schema der Probenahme für die LfL-Humus-Datenbank

In der schematischen Darstellung der Probenahme für die LfL-Humusdatenbank sind die GPS-Punkte der Probeentnahme-Teilflächen in einem Schlag vermerkt. Das Detailbild stellt die Probenahmefläche für einen GPS-Punkt mit den Einzelprobenpunkten dar, die für die Mischprobe herangezogen werden.

Schematische Darstellung verschiedener GPS-Punkte auf einer Ackerfläche. Ein GPS-Punkt ist im Detail mit entsprechenden Einzelproben dargestellt.

Bodenaufbereitung

Im Labor werden die Proben luftgetrocknet, gesiebt, fein gemahlen und homogenisiert. Anschließend können sie auf ihre Bestandteile analysiert werden.

Humuskennwerte - Bestimmung im Humus-Labor der LfL

Schematische Darstellung eines Scheiblergerätes

Scheiblergerät

Kohlenstoff (C )- und Stickstoffgehalt (N ) des Bodens
Der Gesamt-Kohlenstoff (Ct ) und -Stickstoffgehalt (Nt ) des Bodens, werden simultan und umweltfreundlich durch Verbrennung und Gasanalyse in einem Elementaranalysator bestimmt.

Der anorganische Kohlenstoff in Form von Carbonat (Canorg) wird durch die klassische Scheibler-Methode ermittelt.

Zur Berechnung des organischen Kohlenstoffs (C org) wird vom Gesamt-Kohlenstoff (Ct) der anorganische Kohlenstoff (Ccarbonat ) abgezogen.

Corg=Ct - Ccarbonat

Der Corg-Gehalt sollte bevorzugt als messbares Äquivalent für den Humusgehalt verwendet werden (Corg- Gehalt x 1,72 = Humusgehalt). Für quantitative Aussagen ist eine Berechnung von Corg-Vorräten notwendig.

Infrarot-Spektroskopie (IR)

Die IR-Spektroskopie dient als Carbonat-Schnelltest und zur Bestimmung der wasserabweisenden, organischen Humusbestandteile.
Da jeder Boden ein charakteristisches IR-Spektrum hat, wird dieses in einer Spektren-Bibliothek gespeichert und für Bodenvergleiche genutzt.

Bodenaufbereitung und Humusuntersuchungen

In den Laboren der LfL finden die Bodenaufbereitung und die Humusuntersuchungen statt.

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