Dorfläden tragen zur Nahversorgung im ländlichen Raum bei!

Für die Entwicklungsfähigkeit jeder Region sind Lebensqualität und die dafür erforderlichen Sozialstrukturen wichtige Faktoren.

Da sich mit dem Strukturwandel und dem demographischen Wandel auch die Sozialstrukturen ändern, ist die Aufrechterhaltung von Versorgungseinrichtungen auf dem Lande vielfach in Frage gestellt. In solchen Fällen sind die Stärken der Region und größtmöglicher Beteiligung lokaler Akteure zu mobilisieren, um Lebensqualität zu schaffen und zu erhalten.

Dorfläden schließen Lücken in der Nahversorgung

Bei der Versorgung mit Lebensmitteln lassen sich Lücken in der Nahversorgung vielfach über Dorfläden schließen. Sie müssen ein entsprechendes Grundsortiment an Lebensmitteln mit einem großen Frischeanteil führen, denn erfahrungsgemäß werden von Dorfbewohnern vor allem die alltäglichen Frischeeinkäufe (Obst und Gemüse, Frischwurst, Molkereiprodukte sowie Brot und Backwaren) dauerhaft im Dorfladen erledigt. Während das Stammsortiment auf die wichtigsten Grundnahrungsmittel eingegrenzt werden kann, hat sich gezeigt, dass im Frischebereich Spezialitäten oder Neuheiten besonders kaufmotivierend sind.
Es kann sich dabei um eine "regionalen Ecke" mit heimischen Produkten wie Wein, Essig, selbstgepresstes Raps- oder Sonnenblumenöl handeln oder es wird ein Regal mit Produkten für eine ausgewählte Einwohnerschicht (z.B. ausländische Mitbürger) eingeführt. Ganz besonders gut kommt bei den Kunden an, wenn Dorfläden durch Kleinproduktionsbetriebe aus der Region und von Direktvermarktern beliefert werden, denn die Frischeprodukte dieser Lieferanten sind bekanntlich Motor einer aktiven Bewirtschaftung.
Die regionalen Produkte schließen hierbei den internen Kreislauf "Aus der Region für die Region" in Form einer zentralen, stationären Anlaufstelle und sind auch eine Absatzschiene für Landwirte und regionales Handwerk.

Dorfläden als Mittelpunkt für die Dorfgemeinschaft

Dorfläden stellen aber nicht nur die Grundversorgung der Dorfbewohner sicher, sondern sie entwickeln sich vielfach zum Mittelpunkt für die Dorfgemeinschaft und schaffen darüber hinaus ganz wichtige Arbeitsplätze gerade für Personen, die nur in ihrem nahen Umfeld einer Beschäftigung nachgehen können. Für viele ältere Dorfbewohner erfüllen Dorfläden auch wichtige soziale Funktionen, denn der Besuch des Dorfladens wird von ihnen als soziale Teilhabe am Leben verstanden. Diese Anlaufstelle in nächster Nähe kann die einzige Möglichkeit für Dorfbewohner sein, selbst noch einzukaufen, andere Mitbewohner zu treffen und Neuigkeiten auszutauschen.
Wenn im Dorfladen selbst – oder über den Dorfladen als "Agentur" - auch zusätzliche Dienstleistungen zur Erledigung des Alltagsgeschäfts der Haushalte (Lotto-Toto-Annahme, Textilreinigungsannahme, Übernahme des Entwickelns von Filmen, Erledigung von Postgeschäften...) übernommen werden, unterstreicht dies den Dienstleistungscharakter eines Dorfladens und trägt zur Erweiterung des Umsatzpotentials bei. Auf diese Art und Weise können Betreiber von Dorfläden auch bei weniger guten Standortbedingungen einen Dorfladen auf der Grundlage einer detaillierten und realitätsnahen Kalkulation straff führen und eine hohe Kundenorientierung zustande bringen.

Unterstützung durch die Staatliche Beratung

Die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wickeln nicht nur die finanzielle Förderung von derartigen Projekten im ländlichen Raum ab, vielmehr geben die zuständigen Berater auch Hinweise für eine zukunftsorientierte Planung, damit von Anfang an gute Voraussetzungen für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg gegeben sind. Außerdem stellen sie Verbindungen zu wichtigen Ansprechpartnern her – z.B. zu Direktvermarktern oder dem Hauswirtschaftlichen Fachservice, damit diese wirksam unterstützen können.
Darüber hinaus werden im Rahmen von Projekten der Ländlichen Entwicklung, insbesondere der Dorferneuerung, Dorfläden initiiert, konzipiert und erfolgreich umgesetzt. Einige gelungene Beispiele hierzu: