Arbeitsbereich Fluss- und Seenfischerei

Allgemeines zur Fluss- und Seenfischerei

Die gewerbliche Fluss- und Seenfischerei in Bayern war in den vergangenen Jahrzehnten vielfältigen ökologischen wie auch fangtechnischen Einflüssen ausgesetzt. Während an großen Flüssen wie Main und Donau nur noch etwa eine Hand voll Berufsfischer ihren Beruf ausüben, existieren an den Voralpenseen in Oberbayern und Schwaben noch rund 100 Seenfischereibetriebe. Hierbei handelt es sich ausschließlich um Familienbetriebe, die die Fischerei meist im Nebenerwerb ausüben. Sie vermarkten ihre Fischprodukte in der jeweiligen Region in der Gastronomie oder direkt an den Endverbraucher.
Die Flussfischerei hat insbesondere unter dem Ausbau der Gewässer, der Schifffahrt, der Wasserkraftnutzung und in den 1970er Jahren unter der Verschmutzung zu leiden gehabt. Für die Seenfischerei war die Eutrophierung (Nährstoffanreicherung) mit ihren Auswirkungen auf die Fischbestände die größte Belastung in der Vergangenheit. Empfindliche Fischarten wie Renke und Seesaibling wurden in ihrer Bestandsbildung negativ beeinflusst, was wiederum entsprechende Auswirkungen auf die Ertragssituation hatte. Die Bestände von einigen wirtschaftlich nicht genutzten Kleinfischarten wie Mühlkoppe oder Elritze erloschen sogar in einigen Gewässern. Durch die in den 1970er und 1980er Jahren durchgeführten Maßnahmen der Wasserwirtschaftsverwaltung zur Gewässerreinhaltung und durch die Einführung phosphatfreier Waschmittel sind die Nährstoffeinträge stark rückläufig, so dass sich die Gewässer derzeit im Stadium einer Reoligotrophierung befinden.
Mann wirft ein Netz in einen Weiher

Setzen eines Bodennetzes

Fische im Netz

Renken

Mann hält Fischernetz im Wasser

Reusenfischerei

mehrere Personen beim Fischfang mit einem Netzfanggerät

Zugnetzfischerei

Heute hat sich die Fischerei zunehmend mit Regelungen des Natur- und Artenschutzes auseinander zu setzen, die ihre Handlungsfreiheit z. T. erheblich einschränken. Darüber hinaus führen die Einflüsse fischfressender Vögel z.T. zu erheblichen Schäden an Fanggeräten, den darin verfangenen Fischen und an Fischbeständen allgemein.
Die Arbeitsschwerpunkte im Arbeitsbereich Fluss- und Seenfischerei richten sich nach den jeweiligen aktuellen Entwicklungen und orientieren sich an den Bedürfnissen der Praxis.

Arbeitsschwerpunkte

  • Erarbeitung von Grundlagen zur bestandsgerechten und nachhaltigen Bewirtschaftung von Fischbeständen
  • Beurteilung des Einflusses fischfressender Vögel auf Fischbestände
  • Erprobung spezieller Fischereitechniken
  • Wahrnehmung internationaler Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Regelung der fischereilichen Belange am Bodensee-Obersee
  • Umsetzungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie
  • Kartierung von Fischbeständen in natürlichen Gewässern
  • Aufbau einer Fischdatenbank
  • Vollzug der staatlichen Fischerprüfung in Bayern

Projekte