Rückblick: Info-Tag "Automatische Grundfuttervorlage für Rinder"

Geräte hebt automatisch Heuballen
Das Institut für Landtechnik und Tierhaltung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft veranstaltete am 25. Februar 2016 in Grub wieder einen Informationstag zum Thema Automatische Grundfuttervorlage für Rinder (AFS).
In Vorträgen wurde von Experten und Praktikern am Vormittag der aktuelle Stand des Wissens und praktische Erfahrungen zum Thema AFS vorgestellt. Im Anschluss bestand die Möglichkeit bei den zahlreichen teilnehmenden Firmen die neueste Technik vor Ort zu besichtigen, sich auf kurzem Wege umfassend zu informieren und mit den Experten zu diskutieren. Zudem waren das LKV, die ALB, die Bauberatung und das Institut für Landtechnik und Tierhaltung mit Informationsständen vertreten, so dass man sich auch hier informieren konnte. Parallel bestand für alle Besucher die Möglichkeit, die Lehrschau in Grub zu besichtigen.

Zusammenfassungen der Vorträge

Fütterung mit einem AFS - Bedeutung für das Tier
Automatisieren der Futtervorlage - Die Bestandsgröße entscheidet mit
Automatisierung von Fütterung hat in der Milchviehhaltung schon lange einen hohen Stellenwert. Die in den Betrieben jetzt diskutierten Lösungsansätze gehen in Richtung Automatisierung der Grundfuttervorlage inklusive der Herstellung einer fertig vorgelegten Teil- oder Total-Mischration, also vom Silo bis in den Futtertrog. Aus Sicht der Tiere ist bei der Automatisierung der Futtervorlage in erster Linie die Möglichkeit der Gruppenfütterung, entsprechend dem Nährstoffbedarf der Laktations- bzw. Leistungsphase ausgerichtet, zu nennen. Dies ist abhängig von der jeweiligen Tierzahl je Gruppe und den betriebsspezifischen Möglichkeiten einer räumlichen Trennung, vor allem im Bereich vom Trockenstellen bis zur Frühlaktation. In kleineren und mittleren Beständen kommt in der Regel ein mobiles automatisches Fütterungssystem zum Einsatz, dass im Austrags – bzw. Vorlagebehälter auch gleichzeitig mischt. Je nach Behältergröße können bei Mischbehältergrößen von 2,0 bis 3,5 m3 hier Minimal-Mischungen in der Größenordnung von 100 bis 160 kg, entsprechend etwa 3-5 laktierenden Milchkühen, hergestellt werden. So können neben den Laktationsgruppen auch „Kleingruppen“ wie z.B. Trockensteher, Transitkühe oder Färsen bzw. frischlaktierende Kühe präziser am Bedarf gefüttert werden. Gegebenenfalls müssen bei kleineren Tierbeständen Kompromisse gemacht und verschiedene Futtergruppen zusammengefasst werden.
Die Vorteile des automatischen Fütterns liegen aus Sicht der Praktiker auf der Hand. Mehrmalig am Tag vorgelegte, frisch gemischte Rationen für verschiedene, dem Bedarf der Tiere angepasste Leistungsgruppen, fördern eine ruhige, kontinuierliche Futteraufnahme. In der Praxis haben sich landläufig 6 bis 8 Futtervorlagefahrten je Tag plus separate Futteranschiebeintervalle für die melkende Gruppe bewährt. Futterreste fallen bei mehrmaliger täglicher Futtervorlage kaum an, da nicht mehr wie bei der einmal täglichen Futtervorlage auf Vorrat gefüttert wird. Geringere, homogen gemischte Rationen verhindern zudem das Selektieren von Futter. Durch die mehrmalige Futtervorlage kann davon ausgegangen werden, dass gerade rangniedere Tiere ungestörter ihrer Futteraufnahme nachgehen können. Zum Einfluss einer mehrmaligen Futtervorlage auf die Futteraufnahme von Kühen gibt es bisher wenige Daten. Grothmann u. Nydegger (2013) stellten eine höhere Trockenmasseaufnahme von 0,5 kg bei 2 bzw. 8 maliger und bis 0,8 kg TM/Tier/Tag bei ein bzw. 10 maliger täglicher Futteraufnahme fest, allerdings bei einer Standardabweichung von 0,8 bzw. 1,1 kg TM/Tier/Tag. Vogel (2013) ermittelte die Zeiten, die die Kühe mit Stehen in den Laufgängen und dem Aufenthalt im Fressbereich verbringen. Bei einer 6- gegenüber 2-maligen täglichen Futtervorlage zeigte sich über ein jeweils drei tägiges Beobachten, dass die sechsmal gefütterten Tiere tendenziell mehr Zeit im Fressbereich verbrachten. Die zum Liegeverhalten vorliegenden Ergebnisse (Grothmann u. Nydegger, 2013) zeigten keinen eindeutigen Trend auf und bedürfen daher weiterer Untersuchungen. Eine mögliche Aktivitätssteigerung kann, in Kombination mit automatischen Melksystemen, zu einem häufigeren Besuch des Melkroboters und damit zu gleichmäßigeren Zwischenmelkzeiten führen.
Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt ist die Misch- und Austragsgenauigkeit. Entscheidend ist dabei, dass die Dosierung der einzelnen Futterkomponenten der Vorgabe für die jeweilige Futtergruppe entspricht, die Rationen homogen gemischt und gleichmäßig entlang der Futterstrecke ausgetragen werden. Während Kraftfutterkomponenten relativ genau zudosiert werden können, treten hier je nach Hersteller bei Feuchtfuttern und Kleinkomponenten wie Futterstroh hohe Abweichungen in der Zudosierung zwischen „Soll und Ist“ auf. Ansonsten sind für das Verfüttern von Grobfutterkomponenten wie Stroh entsprechende Ballenauflöser notwendig. In einem weiteren Schritt lässt sich diese Technik dann auch für das Automatisieren des Einstreuens von Tief- oder Gruppenboxen nutzen. Die Ausstattung der „Futterküche“, in der alle Futterkomponenten hygienisch einwandfrei gelagert und verarbeitet werden können, ist ebenfalle betriebsspezifisch an den Anforderungen hinsichtlich der Futtergruppen auszurichten. Hierzu gehören neben den Grobfutterbunkern für Gras- u. Maissilage, Behälter für Feuchtfutter, entsprechende Kraftfuttersilos, Mineralfutterdosierer bis hin zur Möglichkeit der Applikation von (beheizbarem) Wasser für zu trockene Mischungen oder dem Zusatz von Flüssigfutterkomponenten wie Melasse, Proylenglykol und Glycerin. Der Futterhygiene kommt ebenfalls ein großer Stellenwert zu. Füttern auf Vorrat heißt hierbei nicht, Futterkomponenten aus Arbeitszeitgründen für mehrere Tage in den Futterbunkern zu bevorraten, gerade sensible oder ggf. schon im Silo zur Nacherwärmung neigende Komponenten dürfen maximal 1 bis 2 Tage auf Vorrat gelagert werden.
Fazit
Automatische Fütterungssysteme können vielfältige Anforderungen, vor allem an die gezielte Nährstoffversorgung von Leistungs- und Spezialgruppen erfüllen. Dazu müssen allerdings die betrieblichen Rahmenbedingungen stimmen. Hierzu gehört darüber hinaus eine sorgfältige Planung unter Einbeziehung des gesamtbetrieblichen Fütterungsmanagements. Wie viele Leistungsgruppen können überhaupt gebildet werden bzw. machen Sinn? Können alle zu fütternden Tiere in das Konzept integriert werden? Müssen eventuell Übergabepunkte für Futtermischungen dezentral untergebrachter Tiere eingeplant werden? Welche Technik ist dafür zusätzlich vorzuhalten? Ist für den Winterbetrieb Vorsorge getroffen? Grundsätzlich sollte die Fütterung, bei allen zu Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten, „einfach“ gestaltet werden. Sowohl hinsichtlich der Rationsgestaltung als auch der Arbeitserledigung!
Referent: Dipl.Ing.agr. Thomas Bonsels, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen
Automatisches Füttern – Neues aus Praxis und Forschung
Die Zahl der bayerischen Milchviehbetriebe nahm in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich etwa 1.700 Betriebe pro Jahr ab und lag in der Schätzung vom 3. Mai 2015 bei 34.422. Mit einem Anteil von 46 % befindet sich nahezu jeder zweite Milchviehbetrieb in Bayern. Über 8.000 Betriebe hielten mehr als 50, über 1.000 mehr als 100 und 54 Betriebe mehr als 200 Milchkühe. Um die Arbeit bei wachsenden Bestandgrößen bewältigen zu können, setzt ein zunehmender Anteil der Landwirte auf Automatisierung der Verfahrensprozesse Melken, Füttern, Entmisten und Einstreuen sowie Tierüberwachung. Als Gründe für den Einbau der Technik werden von den Landwirten, die sich für ein Automatische Fütterungssystem (derzeit etwa 130 Betriebe) entschieden haben, an erster Stelle die Arbeitswirtschaft (Zeiteinsparung und mehr Flexibilität) aber auch die bessere Möglichkeit der bedarfsgerechten Versorgung der Kühe mit Futter in verschiedenen Futtergruppen genannt. Ein weiterer wichtiger Aspekt liegt für Betriebe, die bereits ein automatisches Melksystem (AMS) haben, darin, Anreize durch mehrmalige tägliche Futtervorlage zu schaffen, das AMS häufiger aufzusuchen und damit weniger Kühe holen zu müssen.
Verfahrenstechnik
Die Ausführung der gesamten Prozesskette kann bei automatischer Fütterung sehr unterschiedlich erfolgen. Ein Futtermischwagen, der autonom fahrend die verschiedenen Silagen aus Fahrsilos entnimmt, mit Zusatzstoffen ergänzt, anschließend zum Stall fährt und dort die Mischung den Tieren zuteilt, ist derzeit noch nicht am Markt, auch wenn einige Firmen intensiv daran arbeiten. Je nach automatisierten Prozessabschnitten lassen sich zu jetzigen Zeitpunkt drei Stufen der Automatisierung unterscheiden:
  • Stufe I: Mischen – Verteilen – (Nachschieben)
  • Stufe II: Mischer Befüllen – Mischen – Verteilen – (Nachschieben)
  • Stufe III: Entnahme und Transport – Mischer Befüllen – Mischen – Verteilen – (Nachschieben)
In Stufe I ist lediglich das Mischen und Verteilen der Futterration automatisiert. Die verschiedenen Silagen werden bei diesem Verfahren in der Regel durch ein mobiles Gerät in einen stationären Futtermischer eingebracht. Kraftfutter und Mineralfutter werden dann automatisiert hinzugemischt. Das personengebundene Befüllen des Mischers hat den Nachteil, dass nur eine Futtermischung über den Tag verteilt an mehreren zeitlich definierten Futterzeiten ausdosiert werden kann. In der Regel ist dies eine Mischration für die laktierenden Kühe. Jungvieh und Trockensteher erhalten die Ration i.d.R. nur einmal am Tag. Das Verteilen des Futters übernehmen meist schienengeführte oder mobile Futterverteilwägen oder Förderbänder. Durch den Verzicht auf Vorratsbehälter können bei dieser Automatisierungsstufe aber erhebliche Investitionskosten eingespart werden. Wer mehrere Futtergruppen automatisiert füttern will, muss derzeit noch teure Futtervorratsbehälter einbauen, die je nach Jahreszeit, Volumen und täglichem Futterbedarf alle 1-3 Tage mit mobiler Technik von Personen befüllt werden. Aus den Vorratsbehältern für die verschiedenen Futterkomponenten werden ein stationärer, schienengeführter oder mobiler Futtermischer automatisiert nach Vorgabe befüllt, mit weiteren Komponenten ergänzt und anschließend nach Vorgabe verteilt. Eine Vollautomatische Fütterung (Stufe III) erfolgt derzeit nur in Verbindung mit Hoch- oder Tiefsilos, die in erforderlicher Anzahl sehr teuer sind und baulich meist schwierig am Betrieb realisiert werden können. Innovationen im Bereich der Technik betreffen vor allem Veränderungen bei den Vorratsbehältern. Neue säurebeständigere Materialien (Edelstahl, Holz, Komposit) ersetzen verzinkte oder nur lakierte Teile. Ferner erhalten die Geräte mehr Zusatzfunktionen.
Futterqualität
Ein wichtiger Aspekt ist die Futterqualität. Gerade bei halbautomatischen Fütterungen werden die Vorratsbehälter regelmäßig mit den Silagen befüllt. Empfohlen wird dabei eine Lagerung in Ballen oder Blöcken, um die Lufteinwirkung möglichst gering zu halten. Untersuchungen an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschft (LfL) haben zudem ergeben, dass eine Bevorratung der Einzelkomponenten für die Stabilität der Futtermittel günstiger ist als das Lagern fertiger Rationen. Dennoch sollte darauf geachtet werden, Silagen mit möglichst guter Qualität und geringen Ausgangskeimgehalten zu verwenden. Gerade in den warmen Sommermonaten ist zudem eine Lagerung von mehr als 24 h nicht zu empfehlen.
Arbeitswirtschaft
Der Arbeitszeitaufwand für die gesamte Prozesskette der Futtervorlage schwankte in Untersuchungen bei herkömmlicher Mechanisierung je nach Rahmenbedingungen in Praxisbetrieben zwischen 4 und 10 AKh je Kuh und Jahr. In Einzelfällen liegen die Werte noch deutlich darüber. Modellkalkulationen für Arbeiten zum Befüllen von Vorratsbehältern (Automatisierungs-stufe II) sowie der vollautomatischen Futtervorlage (Stufe III) ergeben, dass letzte mit 0,5 bis 0,8 AKh (=Arbeitskraftstunden) je Kuh und Jahr gegenüber den Varianten mit Vorratsbehältern erwartungsgemäß am günstigsten abschneidet. Bei Mechanisierungstechnik der Stufe II ist mit einem Arbeitszeitbedarf je nach Kuhzahl, Mechanisierung und Häufigkeit des Befüllens der Vorratsbehälter von 2 bis 7 AKh/Kuh und Jahr zu rechnen. Damit ergeben sich gegenüber einer Mechanisierung mit einem Futtermischwagen Einspareffekte von 2 bis 4 AKh/Kuh und Jahr. Wird der Kuhbestand von 50 auf 200 Tiere vergrößert, halbiert sich der Arbeitszeitbedarf je Kuh und Jahr. Werden die Vorratsbehälter nur jeden zweiten Tag befüllt, sinkt der Arbeitszeitbedarf etwa um das 1,5-fache.
Investititonsbedarf
Je nach Ausführung ist bei automatischen Fütterungssystemen mit einem erheblichen Investitionsbedarf zu rechnen. Um die Systeme der am Markt befindlichen Firmen hinsichtlich des Investitionsbedarfs vergleichen zu können, wurden Stallmodelle (80, 160, 240 Kühe) als Grundlage für die Berechnung des Investitionsbedarfs verwendet. Für diese drei Stallgrundrisse wurden von verschiedenen Firmen Kostenangebote eingeholt und damit der Investitionsbedarf untervergleichbaren Rahmenbedingungen berechnet. Die Kalkulationsergebnisse weisen für 80 Kühe einen durchschnittlichen Investitionsbedarf von etwa 161.000 € auf. Bei doppelter Kuhzahl steigt er um knapp 40.000 € an. Bei 240 Kühen beträgt er 226.000 €. Die größten Kostenblöcke entfallen mit nahezu der Hälfte auf die Vorratsbehälter. Auf Misch- und/oder Verteileinrichtungen entfällt etwa ein Drittel des Investitionsbedarfs. Innerhalb jeder Bestandsgröße ist eine sehr große Spanne zwischen den einzelnen Firmenangeboten zu verzeichnen. Diese sind jedoch nicht systembedingt, da große Unterschiede innerhalb gleicher Systeme (z.B. schienengeführter Futtermisch/-verteilwagen) auftreten. In den genannten Berechnungen sind die Kosten für die Futterzentrale sowie die erforderlichen Elektroanschlüsse nicht enthalten. Bei Neubau von Stall und Futterhalle können Kosten durch einen schmäleren Futtertisch eingespart werden. Die Berechnungen (Platzbedarf in der Futterhalle und erforderliche Futtertischbreite nach Firmenvorgaben) zeigen, dass bei 80 Kühen die Mehrkosten der Futterhalle durch eine Reduzierung der Futtertischbreite mehr als ausgeglichen, ja sogar Investitionen in der Höhe von 20 bis 50.000 € gespart werden können.
Fazit
Die Automatisierung von Arbeitsverfahren in der Milchviehhaltung nimmt kontinuierlich zu. Verschiedene Mechanisierungsstufen und eine große Vielfallt bei den Techniken sind für die einzelnen Verfahrensschritte am Markt erhältlich. Die Technik erfordert einen erheblichen Investitionsbedarf. Deshalb muss vor der Investition eine durchdachte Planung erfolgen und geeignete betriebliche Lösungen gefunden werden. Die Bestandsgröße hat einen großen Einfluss auf den Investitionsbedarf der AFS. Vorteile der Technik bestehen vor allem im Bereich der Arbeitswirtschaft und der positiven Auswirkungen auf das Verhalten der Tiere. Die Risiken werden vor allem in den hohen Kosten und in vereinzelten Defiziten der Arbeitssicherheit gesehen.
Referent: Dr. Bernhard Haidn, Institut für Landtechnik und Tierhaltung
Praktikerbericht über Erfahrungen mit einem AFS der Fa. Wasserbauer
Als Vater Sohn GbR bewirtschaften wir einen landwirtschaftlichen Betrieb (Raude Holstein GbR) mit Schwerpunkt Milchviehhaltung im Landkreis Kassel in Nordhessen. Des Weiteren betreiben wir mehrere PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 400 kW, sowie eine Gülleveredlungsanlage mit 50 kW elektrischer Leistung. Die insgesamt landwirtschaftlich bewirtschaftet Fläche des Betriebs beträgt 150 ha, wovon etwa 75 ha Dauergrünland ist. Ferner werden aktuell 230 Milchkühe der Rasse HF und deren weibliche Nachzucht gehalten. 2011 haben wir unseren vorhandenen Boxenlaufstall auf 220 Plätze erweitert. In diesem Zuge musste auch eine neue Fütterungstechnik angeschafft werden. Nach ausgiebigen Überlegungen und Besichtigungen fiel die Entscheidung für die Fa. Wasserbauer und somit für ein automatisches Fütterungssystem. Die Futterküche ist im vorhandenen Stall mit untergebracht und hat eine Grundfläche von 11 x 15 m. Diese besteht aus 4 Frischmixboxen, 2 Universalbehältern, 2 Kraftfuttersilos und 2 Mineralstoffdosierern. Die einzelnen Grundfutterkomponenten werden über ein Querförderband in den Mischer eingewogen. Kraft- und Mineralfutter dosiert die Anlage anhand von Spiralen ein. Der Mischer ist ein schienengeführtes System, welches über eine Stromschiene mit Energie versorgt wird. Die laktierenden Gruppen werden bis zu 6-mal täglich mit frisch an gemischtem Futter gefüttert. Zwischen den einzelnen Futterzeiten fährt der Mischer durch den Stall und schiebt das Futter nach. Zusätzlich wird Lockfutter aufgestreut, um die Tiere zum Fressen zu animieren. Das AFS läuft bisher knappe 4 Jahre. Die Futterküche wird im Sommer täglich, im Winter alle 2 Tage bestückt. Dies entspricht bei dieser Herdengröße einem Arbeitszeitbedarf von ca. 1 Stunde pro Kuh und Jahr! Zusätzlich wird die Anlage monatlich abgeschmiert und die Motoren von Staub etc. befreit. Sonstige Wartungsarbeiten entfallen nur auf das Messerwechseln im Mischer (2x jährlich) und der Fräsrotoren (2 Rotoren/Jahr, je nach Grassilageanteil in der Ration). Seitdem die Fütterungsanlage in Betrieb ist, konnten keine nennenswerten Ausfallzeiten verzeichnet werden. Einige Dinge wurden beim jährlich geplanten Servicebesuch umgebaut bzw. weiterentwickelt, um die Anlage auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten.
Referent: Daniel Raude, Landwirt
Praktikerbericht über Erfahrungen mit einem AFS der Fa. Lely
Betriebsspiegel:
Unser Betrieb liegt auf einer Höhe von 650 Meter über Normalnull am nördlichen Rand des Ostallgäus. Wir bewirtschaften 62 ha davon sind 32 ha Acker und 30 ha Dauergrünland. Die Versorgung von 80 Milchkühen und der dazugehörigen Nachzucht werden dadurch gewährleistet. Die bisherige Fütterungstechnik bestand aus einem 10 m³ Horizontalmischwagen und einem 60 PS IHC Schlepper. Die Befüllung erfolgt mit einem 34 PS Hoftrack. Die Entscheidung für ein Automatisches Fütterungssystem wurde nach reiflicher Überlegung und Abwägung der Alternativen getroffen. Hauptkriterien bei der Entscheidung waren:
  • Arbeitszeitersparnis
  • Bedarfsgerechte Fütterung in allen Lebensphasen
  • Futtervorrat über mehrere Tage
  • Wachstumsschritte weiterhin möglich
  • Weniger Energieverbrauch im Fütterungsprozess
  • Flexible Futtervorlage nach Bedarf (Futterhöhenmessung am Futterbarren)
Bisherige Erfahrungen:
Die Vorratslagerung der Grobfuttermittel für mehrere Tage, ist auch im Sommer, stabile Silagen vorausgesetzt, möglich. Die tägliche Kontrolle und das Zusammenräumen der Futterküche dauern circa 15 – 20 Minuten. Wartungsarbeiten an den Systemkomponenten wie zum Beispiel Schmieren von Lagern sind nicht erforderlich. Die Reduzierung der Kühe mit Nachgeburtsverhalten so wie Hypokalzämie im Vergleich zur bisherigen Fütterung ist auffallend. Auch Futterreste haben sich wesentlich verringert.
Referent: Matthias Ruf, Landwirt

Bilder vom Info-Tag

Referenten am Info-Tag

Referenten am Info-Tag

Vortrag Dipl.Ing.agr. Thomas Bonsels

Vortrag Dipl.Ing.agr. Thomas Bonsels

Vortrag Dr. Bernhard Haidn

Vortrag Dr. Bernhard Haidn

Vortrag Daniel Raude

Vortrag Daniel Raude

Vortrag Matthias Ruf

Vortrag Matthias Ruf

Vortragssaal

Vortragssaal

Firmenausstellung

Firmenausstellung

Firmenausstellung

Firmenausstellung

Firmenausstellung

Firmenausstellung

Firmenausstellung

Firmenausstellung

Firmenausstellung

Firmenausstellung

Firmenausstellung

Firmenausstellung

Firmenausstellung

Firmenausstellung

Firmenausstellung

Firmenausstellung