Forschungs- und Innovationsprojekt
Vorerntemonitoring Winterweizen

Weizenähre
Ziel des Projekts ist eine zeitnahe und sachgerechte Informationsbereitstellung zu Winterweizenbeständen in Bayern bereits vor der Ernte. Insbesondere zu Fusarien und dem für die gesamte Wertschöpfungskette Winterweizen relevanten Leittoxin Deoxynivalenol (DON) soll sensibilisiert und bei Bedarf eine qualitätsgerechte Verwertung entsprechend der EU/VO 1881 unterstützt werden. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur hohen Qualität bayerischen Winterweizens geleistet.

Methode

Durch die Bereitstellung aktueller Information werden die Landwirte vor der Ernte über Risikofaktoren, Bekämpfungstrategie, Mykotoxingrenzwerte und Verwertungssmöglichkeiten bei Ährenfusariosen informiert. Zum frühestmöglichen Zeitpunkt wird die voraussichtliche saisonale Belastung der Ernte mit DON prognostiziert und diese Information den Partnern des Projekts und der Wertschöpfungskette Winterweizen zeitnah zur Verfügung gestellt. Aufgrund der verschiedenen Interessen, Herangehensweisen und Möglichkeiten bei der Bearbeitung der Thematik wird der sachgerechten Kommunikation besondere Aufmerksamkeit gewidmet. In Anbetracht der großen Bedeutung für die Ernährung und der großen Anbaufläche der Fruchtart Winterweizen sowie der derzeit zur Verfügung stehenden arbeits- und kostenintensiven Methoden werden auch neue und innovative Methoden für ein Monitoring berücksichtigt.

Ergebnis

Durch arbeitsintensive Beprobung von Ähren aus Winterweizenfeldern, die sowohl von landwirtschaftlichen Beratern (amtliches Monitoring der Getreidekrankheiten, Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung) als auch über Mühlenbetriebe (Bayerischer Müllerbund e.V., Verband Deutscher Mühlen e.V.) eingesendet wurden, konnte eine ausreichende Probenanzahl bereits vor der Ernte analysiert werden. Damit war eine zuverlässige Abschätzung der saisonalen Belastung mit dem Leittoxin DON möglich. Den Partnern wurde damit eine zeitnahe sachgerechte saisonale Abschätzung für Bayern geboten. Das Ergebnis des DON-Schnelltests wurde den teilnehmenden Landwirten vor der Ernte für eine erste Abschätzung des zu erwartenden DON-Wertes mitgeteilt. Eine Validierung des Vorerntemonitorings anhand von unabhängigen Erntebeprobungen ergab in allen Jahren der Durchführung eine gute Übereinstimmung der saisonalen Abschätzung. Durch ein LfL-Merkblatt (10. Auflage in 2019) wird der Praxis ein kurzer aktueller Leitfaden zur Fusarienthematik zur Verfügung gestellt. In einem ersten Ansatz wurden die Möglichkeiten und Grenzen der Fernerkundung zur Unterstützung der Informationsbereitstellung evaluiert. Dabei konnte die Prognose des für Fusarieninfektionen wichtigen Zeitpunkts der Blüte mit Unterstützung der Fernerkundung verbessert werden und das große Potential der Methode Fernerkundung gezeigt werden.
Projektinformation
Projektleitung: Peter Eiblmeier
Projektbearbeitung: ÄELF, LKP
Laufzeit: 01.03.2007 - 31.12.2021
Finanzierung: Bayerischer Müllerbund e.V., Verband Deutscher Mühlen e.V., BayWa AG, Landhandelsverband, Bayern e.V., Cluster Ernährung des StMELF
Projektpartner: VISTA GmbH, AQU1