Notfallzulassung für Exirel – Klarstellung zu zwei Anwendungsbestimmungen

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat eine Notfallzulassung nach Artikel 53 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 für das Pflanzenschutzmittel Exirel vom 15. Februar 2020 bis 13. Juni 2020 zur Bekämpfung des Apfelblütenstechers erteilt. Die Anwendung hat das BVL an mehrere Anwendungsbestimmungen geknüpft, die vom Anwender eingehalten werden müssen. Zwei dieser Anwendungsbestimmungen bedürfen der Konkretisierung.

Anwendungsbestimmung NG300

In Wasserschutzgebieten und Heilquellenschutzgebieten sowie in sonstigen von der zuständigen Behörde zum Schutz des Grundwassers abgegrenzten Gebieten ist die Anwendung dieses Mittels verboten.
Klarstellung des BVL
Unter "sonstigen von der zuständigen Behörde zum Schutz des Grundwassers abgegrenzten Gebieten" sind solche Grundwasservorkommen zu verstehen, die zur Trinkwassergewinnung herangezogen werden, für die es aber keine Wasserschutzgebietsverordnung gibt. Für diese Einzugsgebiete für die Trinkwassergewinnung liegt bei dem betreffenden Wasserversorger und der zuständigen Behörde für die wasserrechtliche Bewilligung (meist Untere Wasserbehörde) eine hydrogeologische Kartierung des Einzugsgebietes vor. Das in dieser Kartierung markierte Gebiet ist gleich den in den Wasserschutzgebietsverordnungen kartierten Gebieten zu behandeln.

Anwendungsbestimmung "NG unkodiert"

Zum Schutz des Grundwassers keine zusätzlichen Anwendungen von Mitteln mit dem Wirkstoff Cyantraniliprole auf derselben Fläche innerhalb eines Kalenderjahres.
Klarstellung des BVL
Diese Anwendungsbestimmung ist auf allen Flächen zu beachten.

Notfallzulassung für Exirel im Jahr 2020 Externer Link