Pilzkrankheiten des Winterweizens – Monitoring

Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach

Land-
kreis
Gemeinde
(Probennahme)
Wetterstation Vorfrucht Saattermin Sorte Datum BBCH Krankheit
Halm-
bruch
Mehl-
tau
Septoria
tritici
Septoria
nodorum
DTR Braun-
rost
Gelb-
rost #
AN Aich Heilsbronn-Aich Luzerne 28.10.2021 Asory 07.06.22 61 * - - - - - -
Anfelden Anfelden Zuckerrübe 11.10.2021 Asory 07.06.22 61 * - o - - - -
Mittelstetten Wörnitz Silomais 17.10.2021 RGT Reform 07.06.22 65 * - + - - - +
Röckingen Frankenhofen Silomais 15.10.2021 KWS Emerick 07.06.22 65 * - o - - - -
ERH Saltendorf Greimersdorf Silomais 05.10.2021 RGT Reform 07.06.22 65 * - ++ - o - -
Greimersdorf Greimersdorf Sojabohne 01.10.2021 Chevignon 07.06.22 71 * * * - o - -
N Steinensittenbach See Winterraps 19.10.2021 RGT Reform 07.06.22 55 * - o o - - -
NEA Seenheim Neuherberg Zuckerrübe 29.10.2021 Campesino 07.06.22 69 * - * - - - +
RH Federhof Federhof Winterraps 17.10.2021 Patras 07.06.22 69 * - * - - - +
WUG Ehlheim Dittenheim Silomais 15.10.2021 KWS Emerick 07.06.22 65 * - ++ - - - -

Befallseinstufung:
-  kein Befall
o  Befall unter Bekämpfungsschwelle
+  Bekämpfungsschwelle überschritten
++ Bekämpfungsschwelle deutlich überschritten
*  ausserhalb des Bekämpfungszeitraumes

# Die angezeigte Gelbrost-Bekämpfungsschwelle (erster Befall) gilt für mittel oder stärker anfällige Sorten, wie z.B. Kerubino, Kometus, Meister, Tobias oder bei Dinkel z.B. Divimar. Für andere Sorten kann in der Regel eine Befallshäufigkeit der Haupttriebe von 30 % oder das Auftreten von ersten Befallsnestern im Bestand abgewartet werden.

Hinweise vom 09.06.2022:

Auch im Juni setzt sich die zuletzt instabile, wechselhafte Witterung fort. Schwül-warme Sommertage entladen sich immer wieder in Gewitterschauern. Über die fränkischen Lagen zogen zumindest am Freitag vor Pfingsten einige Regenschauer; die teils ergiebigen Regenmengen am Pfingstsonntag und auch an diesem Dienstag, fielen dagegen nur südlich einer Linie Ulm - Weiden. Entsprechend ungleich verteilt ist auch die Regensumme der ersten Juniwoche. Im Mittel aller LfL-Wetterstationen betrug diese 30 mm, bei einer Spanne von 1 bis 90 mm. In Franken, in der nördlichen Oberpfalz und im nördlichen Schwaben waren es verbreitet weniger als 15 mm; im Süden, vor allem in Niederbayern, an vielen Stationen dagegen mehr als 60 mm.
Nach weiteren Gewitterschauern im Laufe dieser Woche, ist für das Wochenende wieder trockenes, sommerliches Hochdruckwetter vorhergesagt. Vor allem im Süden, wo die Befahrbarkeit der Felder es zuletzt nicht zuließ, sind in späten Beständen dann noch letzte Fungizidmaßnahmen sinnvoll.

Die Winterweizen haben die Ähren vollständig geschoben (BBCH 59), meist standen sie zu Wochenbeginn am Anfang der Blüte oder der Großteil der reifen Staubbeutel war bereits zu sehen (BBCH 61-65). In früheren Lagen oder Sorten ist die Blüte bereits abgeschlossen (BBCH 69).
Gegenüber der Vorwoche haben unter den unbehandelten Monitoringflächen weitere Schläge die Bekämpfungsschwelle für Septoria erreicht. Gezielte Behandlungen bis zu Beginn der Blüte sind auch gegen Septoria noch sinnvoll. Schwerpunkt ist hier weiterhin Mittelfranken und der regenreiche Süden. Bayernweit ist damit bei etwa der Hälfte der Schläge heuer eine Maßnahme gegen Septoria nötig geworden, nur vereinzelt waren auch zwei Maßnahmen sinnvoll.
Seit letzter Woche hat auch der Befall mit DTR im Monitoring leicht zugenommen, bislang bei den Sorten Apostel, Asory, Axioma, Barranco, Campesino, Chevignon, Cometus, Elixer, KWS Emerick, KWS Keitum, Moschus, Patras, Pep, RGT Reform, SU Jonte und Spontan; teils werden die Schwellen nun spät erreicht. Gewitterschauer und Wärme haben diesen Erreger zuletzt auch gefördert.
Braunrost tritt bei den ersten Proben vom Dienstag weiterhin nicht auf, Gelbrost hat sich dort, wo er bislang schon gefunden wurde, teils stärker im Bestand ausgebreitet, so etwa bei einem Standort im Landkreis Würzburg mit der Sorte Asory. Nach dem ergiebigen Regen im Süden ist dort, wie schon in zurückliegenden Jahren, auch heuer wieder mit Spätbefall durch Schneeschimmel zu rechnen.
Aktuell am wichtigsten ist jedoch für viele Betriebe mit Fusariumrisikoflächen (Ernterückstände von Mais auf der Bodenoberfläche, anfälligere Sorten, wie zum Beispiel Chevignon, Informer, Jubilo, Komponist, KWS Keitum, KWS Universum, LG Character, Ponticus oder Sheriff) eine gezielte Ährenbehandlung. Wo dies im Süden mangels Befahrbarkeit noch nicht möglich war, sollte dies umgehend erfolgen. Regen, Wärme und Weizenblüte sprechen hier heuer für ein hohes Risiko, während die Gefahr auf vielen Schlägen in Nordbayern ohne Regen, oder einer Weizenblüte, die teils schon zuvor trocken durchlaufen wurde, entsprechend geringer ist.

Sollten noch letzte Maßnahmen an diesem Wochenende nötig werden, so eigenen sich:

Ohne Fusariumrisiko 80 % der Regelaufwandmengen von breitwirksamen Carboxamid/ Picolinamid-Azol-Präparate oder -Mischungen wie zum Beispiel Ascra Xpro, Elatus Era, Gigant, Jordi, Revytrex, Skyway Xpro, Vastimo oder Univoq.

Mit Fusariumrisiko, ohne SDHI-haltige Vorbehandlung, breitwirksam Elatus Era + Sympara, Gigant, Siltra Xpro oder Skyway Xpro, sowie unabhängig von einer SDHI-Vorbehandlung Univoq. Wurde mit SDHI-Mischungen vorbehandelt, eigenen sich leistungsfähige Azole wie Prosaro/Sympara, Input Classic, Hint oder Caramba + Curbatur (Osiris MP). Bei moderatem Fusariumrisiko auch Magnello, Soleil, oder Prothioconazol-Solomitteln, wie Abran, Aurelia, Curbatur, Proline, Tokyo oder Traciafin, sowie von Tebuconazol-Solomitteln, wie Fezan, Folicur, Orius oder Tebucur 250 EW. Bei Fusarium-Risiko sollten stets Regelaufwandmengen zum Einsatz kommen.

Alle Präparate besitzen auch eine ausreichende Rostwirkung. Tritt zusätzlich DTR auf, sind Prothioconazolhaltige Mittel zu bevorzugen. Letzteres gilt auch gegen möglichen Schneeschimmelbefall. Hier zeigten im letzten Jahr vor allem Elatus Era und Univoq die besten Wirkungen. Ohne Blattkrankheiten nahe den Schwellen und ohne Fusariumrisiko werden, vor allem im trockeneren Norden, auch heuer in einzelnen Schlägen keine Fungizide nötig sein. Ob sich rein physiologische Effekte, wie sie etwa SDHI-Präparate zeigen können, auch ohne nennenswerten Befall unterm Strich rechnen, lässt sich anhand der späteren Daten aus den Versuchen ableiten.

Mit der Blüte (BBCH 61-69) endet auch das Monitoring in Winterweizen.