Pilzkrankheiten in Triticale – Monitoring

Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach

Land-
kreis
Gemeinde
(Probennahme)
Wetterstation Vorfrucht Saattermin Sorte Datum BBCH Krankheit
Halm-
bruch
Mehl-
tau
Rhyncho-
sporium
Septoria
tritici
Septoria
nodorum
DTR Braun-
rost
Gelb-
rost #
AN Großbreitenbronn Triesdorf Wintertriticale 08.10.2021 Ramdam 23.05.22 59 * - o - + - - -
Schwabsroth Anfelden Silomais 11.10.2021 Cedrico 23.05.22 51 * + - - - - - -
Weiltingen Frankenhofen Futtererbse 01.10.2021 Lombardo 23.05.22 55 * o o - - - - +
N Steinensittenbach See Lupine 18.10.2021 Agostino 25.04.22 30 * * * * * * * *

Befallseinstufung:
-  kein Befall
o  Befall unter Bekämpfungsschwelle
+  Bekämpfungsschwelle überschritten
++ Bekämpfungsschwelle deutlich überschritten
*  ausserhalb des Bekämpfungszeitraumes

# Die angezeigte Gelbrost-Bekämpfungsschwelle (erster Befall) gilt für mittel oder stärker anfällige Sorten, wie z.B. Lanetto oder Ramos. Für andere Sorten kann in der Regel eine Befallshäufigkeit der Haupttriebe von 30 % oder das Auftreten von ersten Befallsnestern im Bestand abgewartet werden.

Aktuelle Hinweise vom 25.05.2022:

Der Mai 2022 mit seinem ungewöhnlichen Unwetterpotenzial setzt sich fort. Die Energie der schwül-heißen Tage der Vorwoche, mit Rekordtemperaturen für einen Mai, entlud sich am letzten Donnerstag und Freitag, vor allem in Teilen Mittelfrankens und der Oberpfalz, mit heftigen Gewittern. Starkregen, Sturmböen teils auch mit Hagel sorgten mancherorts für Überschwemmungen und weitere Schäden. Ähnliche Unwetter zogen an diesem Montag über das südliche Schwaben und Oberbayern. Weiterer Regen folgte am Dienstag und heute vor allem in der Südhälfte Bayerns. So zeigen auch die bisherigen Regensummen im Mai ein deutliches Süd-Nord-Gefälle. Im Mittel aller LfL-Stationen betrug die Monatssumme bis heute Mittag bayernweit 48 mm, bei einer Spanne von 7 bis 144 mm. Regensummen unter 20 mm finden sich vor allem in Unter- und Oberfranken und der nördlichen Oberpfalz, über 80 mm dagegen im südlichen Schwaben und Oberbayern.
Nach einem spürbaren Temperaturrückgang am Wochenende ist für nächste Woche weiterhin wechselhaftes Wetter angekündigt. Der Infektionsdruck in den Getreidebeständen bleibt somit hoch.

Die meisten Triticalebestände sind in ihrer Entwicklung dem Weizen gut eine Woche voraus, meist waren zu Wochenbeginn die Ähren bereits vollständig geschoben (BBCH 59). Anders als beim Weizen, der meist unmittelbar mit dem Ährenschieben in die Blüte übergeht, können bei Triticale von BBCH 59 bis zum Blühbeginn (BBCH 61), erkennbar an den ersten herausgeschobenen Staubbeuteln, auch einige Tage vergehen.

Auch Triticale zeigte sich im Laufe dieser Saison meist relativ gesund; von Einzelfällen abgesehen, wo etwa Rhynchosporium, Mehltau, vereinzelt auch Gelbrost, schon frühzeitig Maßnahmen nötig machte.

Die abschließenden Maßnahmen zielen nun auch bei Triticale oftmals auf eine Absicherung gegen möglichen Fusariumbefall. Die unter dem Winterweizen (siehe dort) aufgeführten Hinweise, treffen so auch für Triticale zu. Zu beachten ist lediglich, dass nicht alle Weizenmittel auch in Triticale zugelassen sind. Eine Zulassung gegen Fusarium in Triticale besitzen Hint, Input Classic, Siltra Xpro und Tebucur 250 EW.
Bei anderen Behandlungen kann die gute Fusariumwirkung beim zugelassenen Einsatz gegen Braunrost bis BBCH 69 genutzt werden, so etwa mit Abran, Elatus Era, Orius, Prosaro/Sympara, Skyway Xpro, Tokyo, Traciafin oder Univoq.
Auch ohne Fusariumrisko kann bei braunrostanfälligen Sorten, wie zum Beispiel Lombardo oder Tantris in günstigeren, wärmeren Lagen eine späte Rostabsicherung sinnvoll sein.

Mit der Blüte (BBCH 61-69) endet auch das Monitoring in Triticale.