Pilzkrankheiten der Sommergerste – Monitoring

Dieser Informationsdienst wird wieder zur Saison 2023 aktiv. Beispielhaft angezeigt sind hier Daten aus dem Jahr 2022.

Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach

Land-
kreis
Gemeinde
(Probennahme)
Wetterstation Vorfrucht Saattermin Sorte Datum BBCH Krankheit
Mehl-
tau
Rhyncho-
sporium
Netz-
flecken #
Zwerg-
rost #
Vach Höchstadt a.d.Aisch Winterweizen ' Amidala 30.05.22 49 - - - o
N Steinensittenbach See Winterweizen ' RGT Planet 16.05.22 31 - - - -

Befallseinstufung:
-  kein Befall
o  Befall unter Bekämpfungsschwelle
+  Bekämpfungsschwelle überschritten
++ Bekämpfungsschwelle deutlich überschritten
*  ausserhalb des Bekämpfungszeitraumes

# Eine Maßnahme wird nach Überschreiten der Bekämpfungsschwelle erst empfohlen, wenn aktuell oder wenige Tage zuvor günstige Infektionsbedingungen vorherrschen (Tageshöchsttemperaturen über 20 °C, insbesondere für Netzflecken auch ausreichende Blattfeuchte durch Tau oder Regen).

Aktuelle Hinweise vom 02.06.2022:

Die Zweiteilung Bayerns in einen weitgehend trockenen Norden und einen meist ausreichend feuchten Süden hält weiter an. Die Regensumme im Mai betrug im Mittel aller LfL-Wetterstationen 53 mm, bei einer sehr weiten Spanne von 8 bis 151 mm. Viele Regionen haben deutlich weniger als die Hälfte der langjährig für einen Mai üblichen Regenmenge erhalten. Während Nordbayern weiterhin auf den so wichtigen Regen wartet, erste Getreidebestände teils schon Trockenschäden zeigen und Krankheiten seltener zu finden sind, sorgen im Süden zahlreiche Regenfälle für insgesamt günstigere Wachstumsbedingungen. Nach dem kurzzeitigen Kälteeinbruch zum letzten Wochenende, steigt mit den Temperaturen dort aber auch der Infektionsdruck deutlich an.

Bis auf späte Saattermine und kühlere Lagen, spitzten zu Wochenbeginn bei vielen Sommergersten die Grannen (BBCH 49), hier werden mittlerweile die Ähren teilweise oder ganz geschoben sein.

Im Monitoring haben bereits seit zwei Wochen einige Standorte die Bekämpfungsschwellen, vor allem bei Netzflecken und Rhynchosporium, zuletzt auch für Zwergrost überschritten. Dort werden die Fungizidbehandlungen bereits erfolgt sein. Andererseits gibt es auch weiterhin, bis zum Ährenschieben sehr gesunde Bestände. Angesicht der Versuchsergebnisse der letzten Jahre, wird jedoch wie in der Wintergerste, auch in vermeintlich gesunden Sommergerstenbeständen eine abschließende Fungizidmaßnahme mit Fokus auf Ramularia empfohlen. Bis auf Standorte im Norden Bayerns, wo sich erste Trockenschäden abzeichnen, gilt diese Empfehlung für alle Regionen, wo in zurückliegenden Jahren regelmäßig die späte Ramularia-Sprenkelnekrose auftrat.
Empfohlen werden dazu Mischungen mit dem Kontaktwirkstoff Folpet. Zu 1,5 l/ha Folpan 500 SC oder 1,5 l/ha Amistar Max eigenen sich als breitwirksame Partner zum Beispiel Ascra Xpro, Balaya, Elatus Era, Gigant, Jordi oder Revytrex, mit etwas reduzierter Wirkung auch Prothioconazol-Solopräparate, wie Abran, Aurelia oder Traciafin. Ist die Ähre weitgehend geschoben, lassen sich die Regelaufwandmengen der Partner auch moderat um etwa 20 Prozent reduzieren. Ohne Folpet sollten dagegen möglichst hohe Mengen an Mefentrifluconazol (in Balaya und Revytrex) oder Prothioconazol (in allen anderen oben aufgeführten Mitteln) zum Einsatz kommen.