Pilzkrankheiten der Sommergerste – Monitoring

Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach

Land-
kreis
Gemeinde
(Probennahme)
Wetterstation Vorfrucht Saattermin Sorte Datum BBCH Krankheit
Mehl-
tau
Rhyncho-
sporium
Netz-
flecken #
Zwerg-
rost #
Vach Höchstadt a.d.Aisch Winterweizen ' Amidala 07.06.22 71 * * * *
N Steinensittenbach See Winterweizen ' RGT Planet 07.06.22 47 o - o o

Befallseinstufung:
-  kein Befall
o  Befall unter Bekämpfungsschwelle
+  Bekämpfungsschwelle überschritten
++ Bekämpfungsschwelle deutlich überschritten
*  ausserhalb des Bekämpfungszeitraumes

# Eine Maßnahme wird nach Überschreiten der Bekämpfungsschwelle erst empfohlen, wenn aktuell oder wenige Tage zuvor günstige Infektionsbedingungen vorherrschen (Tageshöchsttemperaturen über 20 °C, insbesondere für Netzflecken auch ausreichende Blattfeuchte durch Tau oder Regen).

Hinweise vom 09.06.2022:

Auch im Juni setzt sich die zuletzt instabile, wechselhafte Witterung fort. Schwül-warme Sommertage entladen sich immer wieder in Gewitterschauern. Über die fränkischen Lagen zogen zumindest am Freitag vor Pfingsten einige Regenschauer; die teils ergiebigen Regenmengen am Pfingstsonntag und auch an diesem Dienstag, fielen dagegen nur südlich einer Linie Ulm - Weiden. Entsprechend ungleich verteilt ist auch die Regensumme der ersten Juniwoche. Im Mittel aller LfL-Wetterstationen betrug diese 30 mm, bei einer Spanne von 1 bis 90 mm. In Franken, in der nördlichen Oberpfalz und im nördlichen Schwaben waren es verbreitet weniger als 15 mm; im Süden, vor allem in Niederbayern, an vielen Stationen dagegen mehr als 60 mm.
Nach weiteren Gewitterschauern im Laufe dieser Woche, ist für das Wochenende wieder trockenes, sommerliches Hochdruckwetter vorhergesagt. Vor allem im Süden, wo die Befahrbarkeit der Felder es zuletzt nicht zuließ, sind in späten Beständen dann noch letzte Fungizidmaßnahmen sinnvoll.

Die meisten Sommergersten haben im Laufe dieser Woche die Ähren geschoben (BBCH 51-59), frühere Lagen stehen in der Blüte.
Mit dem Ende des Ährenschiebens bzw. mit Beginn der Blüte endet in der Regel auch die Zulassung von Fungiziden in der Gerste. Bei sehr späten Saatterminen und in kühleren Lagen kann eine Abschlussmaßnahme an diesem Wochenende noch nötig sein. Sinnvoll ist sie in vielen Fällen, denn die Sommergerstenbestände weisen heuer, in weit höherem Maße als dies bei der Wintergerste der Fall war, Krankheiten im Blattapparat auf. So haben sich die Netzflecken zuletzt deutlich ausgebreitet, daneben aber auch Rhynchosporium und Zwergrost. Bekämpfungsschwellen sind häufig überschritten worden. Jede abschließende Fungizidbehandlung sollte jedoch vor allem die Ramularia-Sprenkelkrankheit mit abdecken, die sich heuer wieder massiv in der Wintergerste zeigt und auch in unbehandelten Sommergersten bereits mit ersten feinen Punktnekrosen bis F-2 zu finden ist. Regenschauer im Wechsel mit Hochstrahlungsphasen mit Strahlungssummen über 6500 Watt-Stunden je Quadratmeter, wie sie an den ersten drei Junitagen bayernweit und an Pfingstmontag in Südbayern vorherrschten, sind für die weitere Ausbreitung der Ramularia sehr günstig.

• Für die Abschlussbehandlung mit Fokus Ramularia sollten zu 1,5 l/ha Folpan 500 SC oder 1,5 l/ha Amistar Max jeweils breitwirksame Partner ergänzt werden, wie zum Beispiel Ascra Xpro, Balaya, Elatus Era, Gigant, Jordi oder Revytrex, mit etwas reduzierter Wirkung auch Prothioconazol-Solopräparate, wie Abran, Aurelia oder Traciafin. Ist der Bestand noch relativ blattgesund lassen sich die Regelaufwandmengen der Partner auch moderat um etwa 20 Prozent reduzieren. Ohne Folpet sollten möglichst dagegen hohe Mengen an Mefentrifluconazol (in Balaya und Revytrex) oder Prothioconazol (in allen anderen oben aufgeführten Mitteln) zum Einsatz kommen.

Mit Beginn der Blüte (BBCH 61) endet auch das Monitoring in Sommergerste.