Triticale – Überblick aus der Praxis und den Landessortenversuchen

Eine vorläufige Auswertung der Mehrfachantragsdaten ergab heuer eine Wintertriticalefläche von rund 81.200 Hektar - etwas mehr als im Vorjahr. Davon waren etwa 25.100 ha für die Erzeugung von Ganzpflanzensilage vorgesehen. Sommertriticale hat nur eine geringe Bedeutung. 2026 wurde sie auf rund 1.800 ha angebaut.
Die Triticaleerträge fallen heuer in Bayern leicht unterdurchschnittlich aus. Nach derzeitigem Stand werden im Schnitt 57 dt/ha geerntet und damit rund 2 dt/ha weniger als im Zehnjahresmittel. Das Vorjahresergebnis wird um 5 dt/ha verfehlt.
Erntebedingungen
Triticale konnte im Herbst termingerecht und unter günstigen Bedingungen gesät werden. Wie bei den anderen Getreidearten führte die teils extreme Frühjahrstrockenheit vor allem auf schwachen, trockenen Standorten zu dünneren und kürzeren Beständen. Vereinzelt kam es zu großen Mindererträgen. Die Trockenheit hatte aber auch eine positive Seite. Blattkrankheiten traten bayernweit nur in geringem Umfang auf. Bei Winterweizen war der Befall mit Ährenfusarium und die Belastung mit dem Fusariumtoxin DON heuer gering, obwohl es zur Getreideblüte regional regnete. Es ist davon auszugehen, dass dies auch für Triticale zutrifft.
Landessortenversuch
In den bayerischen Landessortenversuchen (LSV) werden alle Sorten in zwei Intensitätsstufen geprüft. Die Intensivvarianten (Stufe 2) werden ortsüblich mit Wachstumsreglern und Fungiziden behandelt. In den Extensivvarianten (Stufe 1) kommen keine Fungizide und kein oder nur wenig Wachstumsregler zum Einsatz. Heuer reichte bei den Intensivvarianten der Mehrertrag bei sechs von acht Versuchen nicht aus, um die Zusatzkosten von rund 100 €/ha zu decken. In diesen Versuchen lagen die Mehrerträge infolge der Frühjahrstrockenheit und des damit verbundenen geringen Krankheits- und Lagerdrucks lediglich zwischen 0 und 2 dt/ha.
Die diesjährigen wie auch die Vorjahresergebnisse zeigen, dass es in Jahren mit wenig Krankheiten und geringer Lagergefahr häufig wirtschaftlicher ist, auf Wachstumsregler und Fungizide zu verzichten. Dies gilt besonders in Verbindung mit dem Anbau von Sorten mit guten Resistenzen und ausreichender Standfestigkeit. Bei feucht-warmer Witterung zur Triticaleblüte kann, vor allem in Verbindung mit Ernterückständen von Mais auf der Bodenoberfläche, eine Fungizidbehandlung gegen Ährenfusarium sinnvoll sein, um das Mykotoxinrisiko zu senken.
Sortenwahl
Neben einer gezielten Fusariumspritzung zur Getreideblüte, die in der Regel einen Wirkungsgrad von 50 bis 80 % aufweist, lässt sich auch mit der Sortenwahl das Fusariumrisiko senken. Durch den Anbau einer mittel bis gering anfälligen Sorte, in der Sortenbeschreibung mit dem Symbol (+) dargestellt, konnte in den speziellen Fusariumversuchen des Bundessortenamts der Gehalt des Pilzgifts DON gegenüber einer mittel bis hoch anfälligen Sorte (Symbol (-)) fast halbiert werden. Mit Bicross und Cedrico, den einzigen in Deutschland zugelassenen Sorten mit guter Fusariumresistenz, ließ sich der DON-Gehalt sogar um etwa zwei Drittel reduzieren. Fusariumtoxine, zu denen das Leittoxin Deoxynivalenol (DON) zählt, führen vor allem in der Schweinefütterung immer wieder zu gesundheitlichen Problemen. Besonders Schweinehalter sollten deshalb Sorten mit besserer Fusariumresistenz wählen.
Die Ertragsauswertung umfasst die Ergebnisse der letzten fünf Jahre. Diese stammen aus den LSV sowie den vorausgegangenen Wertprüfungen. Bei der Sortenwahl sollten neben dem Ertrag der Intensivvariante auch das Ergebnis der extensiven Stufe sowie die Standfestigkeit und die Resistenzausstattung berücksichtigt werden.
Die Erträge werden im Folgenden nach Stufe 1 und 2 getrennt ausgewiesen. Die extensive Stufe dient der Beschreibung der Resistenzeigenschaften und der Lagerneigung der Sorten. Die intensive Stufe mit bedarfsgerechtem Wachstumsregler- und Fungizideinsatz gibt dagegen Auskunft über das Ertragsvermögen bei intensiver Bestandesführung.
Die Erträge werden im Folgenden nach Stufe 1 und 2 getrennt ausgewiesen. Die extensive Stufe dient der Beschreibung der Resistenzeigenschaften und der Lagerneigung der Sorten. Die intensive Stufe mit bedarfsgerechtem Wachstumsregler- und Fungizideinsatz gibt dagegen Auskunft über das Ertragsvermögen bei intensiver Bestandesführung.


