Grassamen
Vermehrung von Gräsern und kleinkörnigen Leguminosen

Saatgut von Gräsern und kleinkörnigen Leguminosen findet in der Landwirtschaft überwiegend Verwendung im Feldfutter- und Zwischenfruchtanbau sowie für die Entwicklung und den Erhalt eines leistungsfähigen Dauergrünlandbestandes. Die Verwendung von Gräsersaatgut im außerlandwirtschaftlichen Bereich wie im Garten- und Landschaftsbau, für die Gestaltung von Parkanlagen, Golfplätzen, Straßenbegleitgrün etc. kann eine mindestens ebenso wichtige Bedeutung zugeschrieben werden. Der Inhalt in diesem Themkomplex fasst den aktuellen Stand der gängingen Produktionsmethoden zusammen und gibt einen anschaulichen Überblick über die Marktsituation für Grassamen und kleinkörnige Leguminosen.

Übersicht

Wiesenlieschgrasbestand
Die wichtigsten Arbeitsgänge bei der Grassamenvermehrung sind: Aussaat als Blanksaat oder in Deckfrucht, Stickstoffdüngung nach Deckfruchternte und/oder im frühen Herbst, Unkrautbekämpfung im Herbst oder Frühjahr, Pflege und Pflanzenschutz im Herbst und/oder Frühjahr, Stickstoffdüngung im Frühjahr, Drusch im Sommer (Frühsommer). Ein Einstieg ist nur langfristig sinnvoll, da hohe und sichere Erträge auf Dauer nur mit viel Erfahrung erreicht werden können. Hier leistet aber die Spezialberatung des Feldsaatenerzeugerrings und der Vermehrungsfirmen Hilfe. Gerade Einsteiger werden hinsichtlich der empfindlichen Bereiche, nämlich Höhe und Termin der Stickstoffdüngung, Wahl der Pflanzenschutzmittel in der Unkrautbekämpfung und optimaler Druschtermin eingehend beraten.
Für Überlegungen zur Eingliederung des Grassamenanbaues in den Betrieb müssen neben der Wirtschaftlichkeit auch die gesamtbetrieblichen Vor- und Nachteile genannt werden.
  • Garantierte Abnahme des Erntegutes,
  • Fruchtfolgeauflockerung, somit Entzerrung getreidestarker Fruchtfolgen,
  • Förderung der Bodenfruchtbarkeit durch dichte Durchwurzelung und Anreicherung mit organischer Substanz,
  • Milderung von Arbeitsspitzen (die Ernte einiger Arten liegt zum Beispiel vor der Weizenernte),
  • (begrenzte) Einsatzmöglichkeiten von Gülle im Herbst als Teilersatz mineralischen Düngers.
  • Hohe Witterungsempfindlichkeit, insbesondere in der Zeit während der Blüte und bei der Ernte.
  • Häufig ist die Trocknung des Erntegutes notwendig. Dabei ist unmittelbare Trocknung oder zumindest Belüftung nach dem Drusch zur Vermeidung von Keimschäden unbedingt erforderlich.
  • Die Vermehrungsfirmen stellen nach Absprache Trocknungsmöglichkeiten zur Verfügung.
  • Die Preise für Grassamen schwanken, weil nicht allein die Vermehrungsfläche in Bayern oder Deutschland, sondern in Europa ja sogar in Übersee die Preise bestimmen.

Historisches

Ergänzende Informationen