Trockensubstanz- und Alphasäurenmonitoring bei den wichtigsten Hopfensorten

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Zusammenarbeit mit dem Hopfenring (HR) bietet auch dieses Jahr wieder diesen Service zur Einschätzung der Erntereife an.

Seit dem 6. (nur HA) bzw. 13. August wird in Zusammenarbeit mit dem Hopfenring verteilt über die Hallertau von den Aromasorten Hallertauer Mfr., Perle, Hallertauer Tradition und Hersbrucker sowie von den Hochalphasorten Hall. Magnum und Herkules an fünf bis sieben Terminen im wöchentlichen Abstand aus je zehn Praxisgärten jeweils eine Aufleitung beerntet, verwogen und separat getrocknet. Durch die Analyse des TS- und Alphasäurengehalts in einem akkreditierten Labor kann am Folgetag der Trockensubstanzgehalt des Grünhopfens und der Alphasäurengehalt bei zehn Prozent Wasser berechnet werden. Aus den Ergebnissen dieser wöchentlichen Trockensubstanz- und Alphagehaltsbestimmungen können Rückschlüsse auf die Erntereife der wichtigsten Hopfensorten gezogen und Beratungshinweise zum optimalen Erntezeitpunkt gegeben werden.
Durchschnittliche Alphasäurengehalte 2018
Sorte 06. August 13. August 21. August 28. August 04. September 11.September 18. September 25. September (Min.)
25. September
(Max.)
25. September
Hallertauer Mfr. 3,6 3,8 3,9 4,0 3,5
Hallertauer Tradition 4,9 5,6 5,5 5,5 5,0
Perle 5,3 5,8 5,8 5,7 5,1
Hersbrucker Spät 1,5 1,8 2,0 1,7 2,1
Hallertauer Magnum 11,7 11,9 12,8 12,1 12,5 12,0 11,8 10,6 13,2
Herkules 13,0 14,9 14,9 14,7 14,7 14,3 14,3 10,9 16,4
Zum letzten Erntetermin wurden nur noch die Hochalphasorten beerntet. Die Alphasäurengehalte konnten sich in etwa auf dem Niveau der Vorwoche behaupten. Bei allen Parzellen hingen die Reben, die für das Monitoring beerntet wurden, frei im Garten und waren der Witterung extrem ausgesetzt. Die Veränderungen zum letzten Termin bewegen sich deshalb im versuchstechnischen bzw. analytischen Fehlerbereich. Bei den Hochalphasorten kann man die typische Plateauphase erkennen, die einen stabilen Verlauf bei der Entwicklung der Alphasäurengehalte beschreibt. Dies ist typisch für die Hüller Zuchtsorten. Allerdings liegen die Alphagehalte deutlich unter den Werten des Vorjahres. Der fehlende Niederschlag und die hohen Temperaturen haben die Alphasäurenbildung deutlich negativ beeinflusst. Für eine bessere Alphasäurenbildung kam der Witterungsumschwung zu spät.
Mit den Daten vom 25. September ist das TS- und Alphamonitoring 2018 abgeschlossen.

Aktuelle Hopfenbauhinweise zur Erntereife

Die Tabellenwerte zu den Alphagehalten sind zur besseren Veranschaulichung in den nachfolgenden Dateien grafisch dargestellt:

Um die Durchschnittswerte bzw. Minimal- und Maximalwert besser einordnen zu können, sind in der nachfolgenden Tabelle die Einzelergebnisse der Alphasäurenuntersuchung dargestellt.

Trockensubstanzmonitoring
Die letzte Beerntung konnte unter nahezu trockenen Bedingungen durchgeführt werden. Die TS-Gehalte sind bei beiden Sorten nochmal stark angestiegen und zeigen eine extreme Überreife auf. Die starken optischen Abreifeerscheinungen bestätigen ebenfalls den empfohlenen frühen Erntebeginn im Vergleich zu den Vorjahren.

Trockensubstanzmonitoring bei den wichtigsten Hopfensorten T8 pdf 7 KB