Trockensubstanz- und Alphasäurenmonitoring bei den wichtigsten Hopfensorten

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Zusammenarbeit mit dem Hopfenring (HR) bietet auch dieses Jahr wieder diesen Service zur Einschätzung der Erntereife an.

Seit dem 13. August wird in Zusammenarbeit mit dem Hopfenring verteilt über die Hallertau von den Aromasorten Hallertauer Mfr., Perle, Hallertauer Tradition und Hersbrucker sowie von den Hochalphasorten Hall. Magnum und Herkules an fünf bis sieben Terminen im wöchentlichen Abstand aus je zehn Praxisgärten jeweils eine Aufleitung beerntet, verwogen und separat getrocknet. Durch die Analyse des TS- und Alphasäurengehalts in einem akkreditierten Labor kann am Folgetag der Trockensubstanzgehalt des Grünhopfens und der Alphasäurengehalt bei zehn Prozent Wasser berechnet werden. Aus den Ergebnissen dieser wöchentlichen Trockensubstanz- und Alphagehaltsbestimmungen können Rückschlüsse auf die Erntereife der wichtigsten Hopfensorten gezogen und Beratungshinweise zum optimalen Erntezeitpunkt gegeben werden.
Durchschnittliche Alphasäurengehalte 2019
Sorte13. August20. August27. August03. September10. September17. September24. September(Min.)
24. September
(Max.)
24. September
Hallertauer Mfr.4,04,04,44,14,6    
Hallertauer Tradition4,45,65,65,45,4    
Perle3,65,66,66,76,5    
Hersbrucker Spät1,32,12,32,52,6    
Hallertauer Magnum6,19,811,512,112,712,512,510,414,6
Herkules9,814,015,916,416,516,916,614,319,5
Zum letzten Erntetermin wurden nur noch die Hochalphasorten beerntet. Die Alphasäurengehalte konnten sich in etwa auf dem Niveau der Vorwoche behaupten. Bei allen Parzellen hingen die Reben, die für das Monitoring beerntet wurden, frei im Garten und waren der Witterung extrem ausgesetzt. Die Veränderungen zum letzten Termin bewegen sich deshalb im versuchstechnischen bzw. analytischen Fehlerbereich. Bei den Hochalphasorten kann man eine Plateauphase erkennen, die einen stabilen Verlauf bei der Entwicklung der Alphasäurengehalte beschreibt. Dies ist typisch für die Hüller Zuchtsorten. Von den beiden Hochalphasorten konnte zur Entwicklung sortentypischer Alphasäurenwerte nur die späte Sorte Herkules von dem Witterungsumschwung Anfang August noch profitieren und liegen im Durchschnitt zum vergleichbaren Zeitpunkt deutlich über den Werten des Vorjahres. Der fehlende Niederschlag und die hohen Temperaturen im Juli haben die Alphasäurenbildung bei den frühen Sorten deutlich negativ beeinflusst, für diese Sorten kam der Witterungsumschwung zu spät.
Mit den Daten vom 24. September ist das TS- und Alphamonitoring 2019 abgeschlossen.

Aktuelle Hopfenbauhinweise zur Erntereife

Die Tabellenwerte zu den Alphagehalten sind zur besseren Veranschaulichung in den nachfolgenden Dateien grafisch dargestellt:

Um die Durchschnittswerte bzw. Minimal- und Maximalwert besser einordnen zu können, sind in der nachfolgenden Tabelle die Einzelergebnisse der Alphasäurenuntersuchung dargestellt.

Trockensubstanzmonitoring
Die letzte Beerntung konnte wieder unter trockenen Bedigungen durchgeführt werden. Die TS Gehalte der beiden Hochalphasorten sind deshalb leicht angestiegen. Nach den Regenfällen stellte sich wieder eine mäßig warme und sonnige Spätsommerwitterung ein. Die Abreifebedingungen sind für die späten Sorten daher optimal.

Trockensubstanzmonitoring bei den wichtigsten Hopfensorten T7 pdf 6 KB