Einfluss von Fruchtfolge, Stallmistausbringung und Senfzwischenfrucht auf das Brandsporenpotential von Steinbrand und Zwergsteinbrand im Boden

Weizenähre mit Befall
Brandsporen im Boden sind eine große Gefahr für den Weizenanbau. Der Befall mit Steinbrand und Zwergsteinbrand hat nachhaltige Folgen. Bei der Ernte gelangen Brandsporen auf den Boden. Die Lebens- und Infektionsfähigkeit der Brandsporen im Boden beträgt für Steinbrand sechs, für Zwergsteinbrand zehn Jahre. Dieses Forschungsprojekt beschäftigte sich mit der Frage, ob die Lebens- und Infektionsfähigkeit des Brandsporenpotentials im Boden durch Fruchtfolgegestaltung oder Stallmistausbringung sowie Sareptasenf-Zwischenfrucht (Biofumigation) beeinflußt werden kann.

Hintergrund

Eine gesunde und kranke Ähre
Steinbrandbefall ist ebenfalls ab dem Ährenschieben erkennbar. Gesunde und befallene Pflanzen haben nahezu die gleiche Länge und sind daher mit Zwergsteinbrand nicht zu verwechseln. Auch hier bilden sich in der Ähre statt der Körner die Brandbutten. Der Befall ist dadurch schwieriger zu erkennen. Häufig riecht man den Befall eher als man ihn optisch wahrnimmt. Der Weizenbestand riecht nach Heringslake. In den Brandbutten bildet sich das Toxin Trimethylamin. Dadurch wird die Ernte unbrauchbar.

Methode

Die Versuche wurden an drei Standorten in Bayern durchgeführt (Obbach, Oberndorf, Wolfersdorf). Es handelte sich um eine Spaltanlage mit vier Wiederholungen, zehn Quadratmeter Parzellen auf drei/vier Jahre angelegt. Die Voraussetzungen waren Vorfrucht Weizen mit starkem Befall mit Stein- bzw. Zwergsteinbrand. Auf jeder Versuchsfläche wurden mehr als 2.000 Brandsporen in 10 Gramm Boden festgestellt. Die Ermittlung des Brandsporenpotentials im Boden erfolgte mit der von Robert Bauer (wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Saatgutforschung der LfL (IPZ 6d) erarbeiteten Nasssiebanalyse in Kombination mit mehreren Sedimentationsschritten. Die Auswertung der Sporen erfolgte unter dem Mikroskop nach ISTA, WS No 53, leicht modifziert.

Zusammenfassung der Ergebnisse

In Fruchtfolgen mit wenig bzw. keiner Bodenbearbeitung war die Abnahme des Brandsporenpotentials im Boden geringer als in Fruchtfolgen mit Bodenbearbeitung, d.h. Fruchtfolgen mit mehrjährigem Kleegrasanbau sind ungünstiger zu beurteilen in Bezug auf Reduktion des Brandsporenpotentials im Boden. Stallmistausbringung führte zu einer signifikant höheren Abnahme des Brandsporenpotentials im Boden auf den Steinbrandstandorten. Sareptasenf-Zwischenfrucht als Biofumigation zeigte eine signifikante Wirkung bei Steinbrand, wenn die Sareptasenf-Zwischenfrucht gelingt. Die optimale Wirkung der Biofumigation lässt sich erzielen wenn sich der Sareptasenf im Satdium der Vollblüte befindet, da zu diesem Zeitpunkt der für die Biofumigation verantwortliche Glucosinulatgehalt in den Pflanzen am höchsten ist. Dieses Wachstumsstadium im Ökolandbau als Zwischenfrucht zu erreichen ist schwieerig, weil häufig die Pflanzen unter Stickstoffmangel leiden bzw. Sommertrockenheit das Wachstum bremst. Zwergsteinbrandsporen sind widerstandsfähiger als Steinbrandsporen. Pflanzenbauliche Massnahmen zur Reduzierung des Brandsporenpotentials im Boden sind jedoch begrenzt. Deshalb kommt im Ökolandbau dem Anbau wenig anfälliger Sorten größte Bedeutung zu, um die Brandsporenproblematik in den Griff zu bekommen.

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