Forschungs- und Innovationsprojekt
Ableitung von Prognosebereichen für Kenngrößen in Blut und Harn bei Milchkühen

Kuh-im-stall
Durch den stetigen Anstieg der Milchleistung in den letzten Jahrzehnten und die begrenzte Futteraufnahmekapazität stellen Stoffwechselstörungen der Milchkühe für Tiere und Landwirte ein zunehmendes Problem dar. Um diese schnell zu erkennen, können Blut und Harn von Milchkühen auf bestimmte Parameter untersucht werden.
Die Beurteilung der Ergebnisse erfordert sachgerechte und validierte Referenzbereiche für diese Stoffwechselparameter.

Zielsetzung

Das Ziel dieser Dissertation soll in der Erstellung eines Stoffwechselprofils mit gültigen Referenzwerten, sowie einer Standard Operating Procedure (SOP) für die Blutentnahme sein. Zusätzlich sollen die von Kronschnabl et. al (2010) erhobenen Referenzwerte validiert werden.

Methode

Im Rahmen des standortübergreifenden Forschungs-und Entwicklungsprojekts optiKuh wurden ca. 1500 Milchkühen der Rassen Fleckvieh und Dt. Holstein über zwei Jahre an definierten Tagen in der Laktation Blutproben entnommen. Der Versuch wurde in zwei Varianten unterteilt. In Variante A wurden die Tiere in vier Fütterungsgruppen unterteilt (siehe Tabelle) und die Futteraufnahme mittels Wiegetrögen genau erfasst

optiKuh: Zucht, Haltung, Futter, Betreuung – alles optimal für die Milchkuh

Vorgaben zur Fütterung bei laktierenden Kühen in der Versuchsvariante A mit 4 Gruppen
Gruppe 1.1
6,1 MJ NEL/kg TM Grobfutter
+
150 g/kg ECM Kraftfutter
Gruppe 1.2
6,1 MJ NEL/kg TM Grobfutter
+
250 g/kg ECM Kraftfutter
Gruppe 2.1
6,5 MJ NEL/kg TM Grobfutter
+
150 g/kg ECM Kraftfutter
Gruppe 2.2
6,5 MJ NEL/kg TM Grobfutter
+
250g/kg ECM Kraftfutter
Durch diesen Versuchsaufbau soll die Herstellung einer Beziehung zwischen Futteraufnahme und Futterqualität zu den gewonnenen Daten aus Blut und Harn ermöglicht werden.

Ergebnisse

Die Auswertung der Daten wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, so dass erst in der zweiten Jahreshälfte mit Ergebnissen zu rechnen ist. Die Ergebnisse sollen dann in die Arbeit des DLG-Arbeitskreises Futter und Fütterung einfließen, um in Abstimmung mit der Veterinärmedizin Empfehlungen zur Ausführung und Anwendung der Nutzung von Blutproben in der Überwachung von Milchviehherden, zu erarbeiten.
Projektinformation
Projektleitung: Prof. Dr. H. Spiekers
Projektbearbeitung: S. Kiel, P. Hertel-Böhnke
Laufzeit: Oktober 2014 – Dezember 2017
Finanzierung: H. Wilhelm Schaumann Stiftung