Forschungs- und Innovationsprojekt
MethaCow II – Messung der Methanausscheidung von Milchkühen

Kuh am Futtertisch in der Sonne

Hintergrund

Methan aus der Verdauung von Rindern macht etwa 3,4 % der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen aus und steht deshalb im Fokus politischer und gesellschaftlicher Diskussionen. Bisher fehlte in Bayern eine Möglichkeit, die tägliche Methanausscheidung von Milchkühen gleichzeitig mit Milchleistung und Nährstoffaufnahme zu messen. Durch die Anschaffung von GreenFeed Stationen am Staatsgut Achselschwang wurde diese Lücke geschlossen, sodass nun systematisch untersucht werden kann, wie regionale Futtergrundlagen, Rationsplanung und Rasse die Methanemissionen beeinflussen.

Projektübersicht

Das Forschungsvorhaben MethaCow II stellt die Fortsetzung des Projekts MethaCow dar. Ziel ist es, die Auswirkungen verschiedener Fütterungsstrategien auf die täglichen Methanausscheidungen von Milchkühen der Rassen Fleckvieh und Braunvieh zu erheben und daraus praxisnahe Handlungsempfehlungen für eine klimafreundlichere Milcherzeugung abzuleiten. Gleichzeitig werden indirekte Messmethoden, insbesondere die Nutzung von Spektraldaten des mittleren Infrarot (MIR Spektren) der Milch, überprüft und die Parameter im LfL Klima-Check Landwirtschaft (IDB THG Tool) validiert.

Messung der Methanausscheidung von Milchkühen mit dem System "GreenFeed" (MethaCow)

Zielsetzung

Das zentrale Ziel des Projekts besteht darin zu untersuchen, wie unterschiedliche Fütterungsmaßnahmen die Methanausscheidungen beeinflussen. Dazu zählen botanische Zusätze, ätherische Öle oder auch variierende Fettanteile in der Ration. Dabei werden sowohl die Methanemissionen von laktierenden Kühen als auch von trockenstehenden Tieren erfasst. Weitere Teilziele umfassen die Erhebung von Daten zur Methanausscheidung zu den Rassen Fleckvieh und Braunvieh, die Überprüfung von Schätzverfahren mittels MIR-Spektren und die Integration der gewonnenen Erkenntnisse in das IDB THG Tool, um Landwirten eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten.

Methodik

Im Projekt sollen mehrere Milchkuh Fütterungsversuche mit jeweils 48 Tieren durchgeführt werden. Jeder Versuch umfasst eine Vorperiode von zwei Wochen, gefolgt von einer Messphase von zwölf bis vierzig Wochen, je nach Fragestellung. Die Tiere werden in 2-3 Versuchsgruppen eingeteilt, sodass jeweils ein oder mehrere Futtermittel bzw. Zusatzstoffe mit einer Kontrollgruppe verglichen werden können. Erfasst werden die individuelle Futter und Nährstoffaufnahme (über Wiegetröge), die tägliche Milchleistung, wöchentlich Milchinhaltsstoffe inklusive MIR-Spektren, die Körperkondition, die Körpermasse und die enterischen CH₄-Emissionen mittels der GreenFeed-Stationen.

Erwarteter Nutzen

Auf Betriebsebene können erhöhte Futterverwertungsraten und verminderte energetische Verluste in der Verdauung zu einer verbesserten Wirtschaftlichkeit beitragen. Eine nachweisbare Minderung der Umweltbelastung kann darüber hinaus die gesellschaftliche Akzeptanz der Milchwirtschaft stärken. Durch standardisierte Messdaten kann das Projekt eine belastbare Grundlage für die Validierung indirekter Messmethoden bilden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in Beratungsunterlagen, Schulungsangeboten und in Entscheidungshilfen wie dem IDB.THG.Tool der LfL implementiert, um praxisnahe Handlungsempfehlungen bereitzustellen.

Ergebnisse

Erste Ergebnisse werden 2027 erwartet.

Projektinformation
Projektleitung: Dr. T. Ettle
Projektbearbeitung: K. Kaml
Laufzeit: 05/2026 – 04/2029
Kooperation: Dr. F. Blümel, BaySG, Achselschwang, Dr. M. Zehetmeier, LfL IBA
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF)
Förderkennzeichen: A/25/12

Logo des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus und das Logo Forschungsland Bayern