Nährstoffangepasste Schweinefütterung und Umweltwirkung

Naehrstoffangepaasstfuetterung

Einfluss der Schweinefütterung auf den gesamtbetrieblichen Nährstoffkreislauf

Im schweinehaltenden Betrieb beeinflusst die praktizierte Fütterungsstrategie maßgeblich den gesamtbetrieblichen Nährstoffkreislauf. Der innerbetriebliche Nährstoffkreislauf wird stark durch die eigene Futtererzeugung und Verwertung das anfallenden Wirtschaftsdünger beeinflusst. Futtermittel, die nicht selbst produziert werden, müssen zugekauft werden und gehen als Nährstoffinput in den Betrieb. Auch die Lagerung und Ausbringung der Wirtschaftsdünger haben großen Einfluss auf den Nährstoffkreislauf.

Im Detail
Bei erhöhten gasförmigen N-Verlusten, beispielsweise geht durch ein nicht abgedecktes Güllelager oder nicht bodennahe Gülleausbringung viel N aus dem Nährstoffkreislauf verloren, der dann durch Mineraldüngerzukauf wieder ausgeglichen werden muss. Dieser Ausgleich ist jedoch nur bedingt möglich, da andere Restriktionen wie die Düngebedarfsermittlung nur bestimmte N-Zukaufsmengen über Mineraldünger zulässt und auch der maximal zulässige Bilanzwert nicht überschritten werden darf.

Eine auf den Gesamtbetrieb abgestimmte, am Bedarf der Tiere orientierte und nährstoffeffiziente Schweinefütterung ist aktiver Umweltschutz. Zudem gewinnt eine nährstoffangepasste Fütterung für die schweinehaltenden Betriebe aus umweltpolitischen (Düngegesetz mit Düngeverordnung und Stoffstrombilanzverordnung) Gesichtspunkten weiter an Bedeutung.

Eine Nährstoff angepasste Fütterung reduziert Umweltbelastungen von vorneherein und ist deshalb einzelbetrieblich und auch volkswirtschaftlich der beste Lösungsansatz. Versuche zur Nährstoffreduzierung zeigten sowohl positive Auswirkungen auf die Umwelt als auch auf die Tiergesundheit und die Wirtschaftlichkeit. Durch umweltschonende Fütterungsstrategien lassen sich die Ammoniakverluste reduzieren (ca. 10 bis 11% weniger Ammoniakverluste je 10 g Rohproteinabsenkung) und somit den betrieblichen Nährstoffkreislauf optimieren.

Ansatzpunkte zur Verringerung der Stickstoff- und Phosphorausscheidung:

  • Erhöhung der Nährstoffeffizienz durch einen geringeren Futteraufwand (früher Futterverwertung) und durch höhere biologische Leistungen
  • konsequente Anwendung der Phasenfütterung, das heißt exakte, an den Bedarf der Tiere in den einzelnen Leistungsphasen angepasste, Versorgung der Tiere mit verdaulichen Aminosäuren und verdaulichem Phosphor
  • Steigerung der Stickstoff- und Phosphoreffizienz durch:
    • sinnvolle Kombination geeigneter Futtermittel
    • gezielten Einsatz von kristallinen Aminosäuren
    • passenden Einsatz von Enzymen insbesondere Phytase
  • systematisches Futtercontrolling durch regelmäßige Futteruntersuchungen der Einzelfuttermittel und Futtermischungen auf deren Gehalte an Rohnährstoff-, Aminosäure- und Mineralstoffgehalte

Stallbilanzierung für die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft)

Im Beitrag werden die rechtlichen Hintergründe der geänderten gesetzlichen Regelungen der TA Luft im Bereich des Immissionsschutzes erläutert und die Umsetzung der Plausibilisierung der nährstoffangepassten Fütterung (BVT) über die Stallsaldierung mittels Stallbilanz-Programm veranschaulicht.  Mehr

Adapted feeding: Input-Output von Stickstoff und Phosphor am Ausbildungs- und Versuchszentrum des Staatsguts Schwarzenau

Luftbild Ausbildungs- und Versuchszentrum Schwarzenau

Ziel einer nährstoffangepassten Fütterung ist es, die Ausscheidungen an Stickstoff und Phosphor in der Schweinehaltung zu minimieren. Aber wie viel weniger an Ammoniak in Gülle und Stallluft beziehungsweise an Phosphat in Gülle fällt tatsächlich an, wenn Schweine weniger an Stickstoff und Phosphor über das Futter aufnehmen? Das Projekt soll hierzu Antworten finden.  Mehr

Rechner zur Optimierung des betrieblichen Nährstoffsaldos

Screenshot einer Tabellenkalkulationsseite.

Gemeinsam mit der BASF SE bietet die LfL einen kostenlosen Rechner zur Optimierung des betrieblichen Nährstoffsaldos an. Schweinemastbetriebe können mit diesem Rechner die wirtschaftlichste Variante zur Einhaltung der Vorgaben gemäß der aktuellen Düngeverordnung unter Berücksichtigung ihrer praktizierten Fütterungsstrategie abschätzen.   Mehr

„demonstration farms“ – nährstoffangepasste Fütterung in schweinehaltenden Betrieben

Schweine im Stall.

Welchen Einfluss haben Futter und Fütterung auf den Nährstoffkreislauf schweinehaltender Betriebe? Wie sehen die Nährstoffflüsse typischer Schweinehalter in Bayern aus, und sind die Vorgaben der Stoffstrombilanzverordnung eine Herausforderung? Diese und weitere Fragen wurden in einer gesamtbetrieblichen Betrachtung im Verbundprojekt von Juli 2017 bis Dezember 2021 zusammen mit Projektbetrieben beantwortet.  Mehr

Stärken-/Schwächen-Profil Fütterung und Düngeverordnung

Screenshot einer tabellarischen Übersicht.

Das Beratungsinstrument „Stärken-/Schwächen-Profil Schweinefütterung“ wurde im Rahmen des Aktionsprogramms „Heimische Eiweißfuttermittel“ entwickelt und in die Beratung eingeführt. Gute Dienste kann es aber auch bei der Umsetzung der neuen Düngeverordnung leisten. Wie das geht, wird von Expertinnen und Experten der LfL erläutert.  Mehr

Optimierung der Aminosäuren- und Phosphorversorgung beim Schwein

Einige Schweine in einem Stall.

Die Novellierung der Düngeverordnung befindet sich in der Endphase. Um schweinehaltende Landwirte bei der Umsetzung der neuen Vorgaben unterstützen zu können, wurde das Thema „Optimierung der Aminosäuren- und Phosphorversorgung von Schweinen“ in drei Teilprojekten genauer beleuchtet. Kernpunkt ist die stickstoff- und phosphorreduzierte Fütterung.   Mehr

Protein- und Phosphorabsenkung im Schweinefutter – wie weit geht es?

Sojabohnen

Schweinehalter werden mit immer strenger werdenen Umweltauflagen und Umweltgesetzen konfrontiert. Die Absenkung der Rohprotein- und Phosphorgehalte in Schweinefutterrationen ist einen Möglichkeit, den zukünftigen Anforderungen an den Umweltschutz gerecht zu werden. Wo aber liegen die Grenzen der Rohprotein- und Phosphorreduzierung in der Schweinefütterung und welche Hindernisse ergeben sich bei der praktischen Umsetzung?  Mehr

Phosphor- und stickstoffangepasste Fütterung von Mastschweinen – Umsetzung eines speziellen Mineralfutterkonzepts

Mastschweine am Trog

Durch die zunehmend sich verschärfende Umwelt- und Düngegesetzgebung gewinnen stickstoff- und phosphorangepasste Fütterungsstrategien immer mehr an Bedeutung. Von der firmengebundenen Forschung wurde deshalb ein Mineralfutterkonzept entwickelt, das im Vergleich zu bisherigen Mineralfutterkonzepten bei identischer Zulage an kristallinen Aminosäuren eine Reduzierung des Sojaanteils in der Ration um zwei bis zu drei Prozentanteile ermöglichen soll. Dieses Mineralfutterkonzept wurde in einer Versuchsreihe am Staatsgut Schwarzenau getestet.   Mehr

Ferkelaufzucht und Mast mit unterschiedlich reduzierten Gehalten an Rohprotein bei Flüssigfütterung

Ferkel am Trog

Um die Vorgaben der Umwelt- und Düngegesetzgebung einzuhalten, werden Mineralfutter mit immer höheren Gehalten an Aminosäuren angeboten, die in Verbindung mit entsprechend reduzierten Eiweißfutteranteilen in den Rationen eine starke beziehungsweise sehr starke Stickstoffreduzierung ermöglichen sollen. Ein Fütterungskonzept mit derartigen Mineralfuttermitteln wurde in Schwarzenau sowohl in der Ferkelaufzucht als auch in der Schweinemast gegenüber Rationen mit Standardmineralfuttermitteln getestet.  Mehr

Sehr stark stickstoff- und phosphorreduzierte Fütterung von Zuchtsauen – Ergebnisse aus einem Langzeitversuch

Sauen in Liegekoje

Auch in der Sauenhaltung gilt es, die Ausscheidungen an Stickstoff und Phosphor durch die Tiere möglichst gering zu halten, um die Vorgaben der Düngegesetzgebung einzuhalten. Während für Mastschweine zahlreiche Versuchsergebnisse und Praxiserhebungen zu dieser Thematik vorliegen, ist die Ausbeute bei Zuchtsauen eher gering. In einem länger andauernden Fütterungsversuch wurde deshalb eine sehr stark stickstoff- und phosphorreduzierte Fütterung nach DLG-Vorgaben bei tragenden und laktierenden Zuchtsauen getestet.   Mehr

Gemeinsame Erfolge des Operativen Rahmenziels in der Schweinemast
Praktische Umsetzung der nährstoffangepassten Schweinefütterung – Eine bayerische Erfolgsgeschichte

Mehrere Mastschweine im Stall.

Vor 6 Jahren startete das "Operative Rahmenziel zur nährstoffangepassten Fütterung in der Schweinemast". Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft kann in Zusammenarbeit mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, den Fleischerzeugerringen und dem LKV Bayern e.V. erfolgreich dokumentieren, dass die bayerische Schweinhaltung ihren Beitrag zur umwelt- und klimafreundlichen Landwirtschaft leistet  Mehr

Unterschiedliche Fütterungsstrategien für eine stickstoff- und phosphorangepasste Mast von Schweinen

Mastschweine beim Fressen.

Aktuell werden Futterzusatzstoffe oder Futtermittel beworben, die die Verdaulichkeit von Aminosäuren beziehungsweise die Nährstoffeffizienz verbessern. Eine auf solchen Produkten basierende Fütterungsstrategie wurde in Schwarzenau in Zusammenarbeit mit dem Fleischerzeugerring Mittelfranken geprüft.  Mehr

Unterschiedliche Kalziumgehalte im Mineralfutter bei Phosphorreduzierung in der Schweinemast

Mastschweine in zwei Buchten.

Bei phosphorreduzierter Fütterung werden durch die eingesetzten Phytasen neben Phosphor auch weiter Nährstoffe wie Kalzium freigesetzt. Dies hat entsprechende Auswirkungen auf die Kalziumversorgung. Es wurden deshalb verschiedene Kalziumversorgungen bei gleicher Phosphorversorgung geprüft.  Mehr

Absenkung des Phosphors im Futter für Mastschweine – Auswirkungen auf Leistung, Fundament und Knochen

Abruffütterung Mast.

Um den gesetzlichen Vorgaben zu genügen, müssen die Phosphorausscheidungen durch Schweine möglichst gering gehalten werden. In einem Versuch mit Mastschweinen wurden deshalb die Auswirkungen einer unterschiedlichen Phosphorversorgung auf Mast- und Schlachtleistung sowie auf Fundament und Knochen untersucht.  Mehr

Starke Stickstoffreduzierung im Futter von Mastschweinen

Mehrere Schweine im Stall.

Kann durch eine extreme Reduzierung des Einsatzes von Sojaextraktionsschrot und durch die Zulage von freien Aminosäuren eine erfolgreiche Mast von Schweinen durchgeführt werden? Lässt sich auf mineralischen Phosphor in der Mast ganz verzichten?   Mehr