DigiMilchPro – Teilprojekt 3: Weidemanagement im Milchviehbetrieb

Landwirt mit Handy und App sowie Kühe auf der WeideZoombild vorhanden

Weidezaun mit App steuern. Bild generiert mit ChatGPT, Datum: 28.03.26

Das Teilprojekt 3 von DigiMilchPro besteht aus den zwei Arbeitspaketen "AMS und Weide" sowie "Virtuelle Weidezäune".

Im ersten Arbeitspaket "AMS und Weide" wird erforscht, wie unterschiedliche AMS-Kuhverkehrssysteme in Kombination mit verschiedenen Weidestrategien in der Praxis optimal angewendet werden können. Das zweite Arbeitspaket "Virtuelle Weidezäune" vergleicht den Einsatz eines virtuellen Zauns mit dem eines Elektrozauns.

Ausgangslage

Das Teilprojekt 3 "Weidemanagement im Milchviehbetrieb" untersucht, wie sich Weidesysteme in Kombination mit automatischen Melksystemen (AMS) und neue Technologien wie virtuelle Weidezäune praxistauglich, arbeitswirtschaftlich effizient und tiergerecht anwenden lassen. Ausgangslage ist, dass zahlreiche Milchviehbetriebe bereits AMS einsetzen und gleichzeitig die Weidehaltung erhalten oder ausbauen wollen, dabei aber neben der Flächenverfügbarkeit vor Herausforderungen hinsichtlich Kuhverkehr, Fütterung, Arbeitszeit und Tierwohl stehen. Parallel dazu kommen virtuelle Weidezäune als innovative Technik auf den Markt, deren Funktionsweise erprobt ist, deren Belastung für die Tiere und rechtlicher Status in Deutschland jedoch noch nicht abschließend bewertet sind.

Fragestellung

Im Kuchendigramm sind die Anteile unterschiedlicher Weidearten dargestellt.Zoombild vorhanden

Weidearten im Diagramm

Die zentrale Fragestellung im ersten Arbeitspaket "AMS und Weide" des Teilprojekts 3 ist, wie unterschiedliche AMS-Kuhverkehrssysteme (z. B. frei, selektiv, geblockt) in Kombination mit verschiedenen Weidestrategien (z. B. Portionsweide, Kurzrasen-, Koppel- oder Standweide, "Joggingweide") so gestaltet werden können, dass Weidegrasaufnahme, AMS-Auslastung, Tiergesundheit und Arbeitszeit in ein für den jeweiligen Betrieb ausgewogenes Verhältnis kommen. Im zweiten Arbeitspaket "Virtuelle Weidezäune" wird untersucht, wie sich der Einsatz eines virtuellen Zauns im Vergleich zum Elektrozaun auf Verhalten, Stressparameter, Lernverhalten und Gesundheit der Tiere auswirkt, welche Bedeutung diese Technik für Weidemanagement und Arbeitserledigung hat und welche Akzeptanz sie in Praxis und Recht erfährt.

Zielsetzung und Ergebniserwartung

KI generiertes Bild mit Kuh auf der Weide, das einen virtuellen Weidezaun anschaulich machtZoombild vorhanden

Virtueller Weidezaun anschaulich. Bild generiert mit ChatGPT, Datum: 28.03.26

Zielsetzung im Teilprojekt "AMS und Weide" ist es, aus einer umfangreichen Betriebsbefragung und einer Marktanalyse Best-Practice-Strategien und praxisnahe Planungshinweise für die kombinierte Nutzung von Weide und AMS abzuleiten, inklusive Empfehlungen zu Weidesystem, Fütterung, Kuhverkehr und benötigter Technik. Erwartete Ergebnisse sind u. a. eine Beratungsbroschüre sowie konkrete Hinweise für Landwirte und Berater, auf welchen Wegen Anforderungen der Praktiker wie z. B. eine lange Weidezeit, ein geringer Nachtreibeaufwand, eine gleichmäßige AMS-Auslastung oder eine stabile leistungsgerechte Fütterung erfüllt werden können.
Im Teil "Virtuelle Weidezäune" besteht das Ziel in einer objektiven wissenschaftlichen Bewertung der Netto-Belastung durch virtuelle Zäune gegenüber Elektro-Weidezäunen sowie in einer fundierten Einschätzung des Einsatzpotenzials unter deutschen Tierschutz- und Haftungsanforderungen. Hieraus sollen Empfehlungen zur tierschutzkonformen Anwendung (inkl. Anlernen der Tiere), zu Einsatzgrenzen und zum Unterstützungsbedarf bei Akkreditierungs- und Genehmigungsverfahren abgeleitet werden.

Methode

Methodisch stützt sich "AMS und Weide" auf eine Marktrecherche zu Tiersteuerungssystemen und deren Kompatibilität mit AMS, die Entwicklung eines Fragebogenleitfadens und eine Betriebsumfrage in insgesamt 50 Betrieben in Süd-, Ost- und Nordwestdeutschland. Die Betriebsumfrage besteht in einer ersten Phase aus einer Online-Umfrage, bei der die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Betriebe in Bayern und Baden-Württemberg betreut. Die Hochschule Osnabrück betreut Betriebe in Nord-, West- und Ostdeutschland. In Phase 2 stehen Vor-Ort-Experteninterviews auf dem Programm. Die Ergebnisse werden mit AMS-Herstellern diskutiert, um Entwicklungspotenziale für gelenkte und ungelenkte Kuhverkehrssysteme mit unterschiedlichen Weidenutzungsszenarien und Fütterungsoptionen herauszuarbeiten und in Best-Practice-Konzepte zu überführen.

Automatische Melksysteme (AMS) und Weide – Empfehlungen aus der Praxis für die Praxis

Im Arbeitspaket "Virtuelle Weidezäune" werden zunächst geeignete Versuchsdesigns und Parameter zur Belastungsbewertung (Herzfrequenz, Aktivitäts- und Ruheverhalten, Wiederkauen, Fressdauer, Futteraufnahme, Messung von Stressparametern im Kot) definiert und ein virtuelles Zaunsystem beschafft. Anschließend werden auf einem Praxisbetrieb Kontroll- und Versuchsgruppen über zwei Weidesaisonen standardisiert an Elektro- bzw. virtuelle Zäune angelernt und im laufenden Weidebetrieb mit veränderten Zaungrenzen untersucht – ergänzt um Datenerhebungen zu Weidemanagement und Arbeitszeitaufwand.

Ausgewählte Veröffentlichungen

Partnerbetriebe

Projektpartner

Kontakt & Team

Prof. Dr. Helen Louton
E-Mail: h.louton@lmu.de

Prof. Dr. Birgit Hinrichs
E-Mail: b.hinrichs@hs-osnabrueck.de

Dr. Jan Harms
E-Mail: Jan.Harms@LfL.bayern.de

PD Dr. Elke Rauch
E-Mail: e.rauch@tierhyg.vetmed.uni-muenchen.de

Agnes Sixt
E-Mail: Agnes.Sixt@LfL.bayern.de

Vera Blumenthal
E-Mail: v.blumenthal@lmu.de

Klaudia Klindtworth
E-Mail: K.Klindtworth@hs-osnabrueck.de

Ronja Bittner
E-Mail: ronja.bittner@hs-osnabrueck.de

Prof. Dr. Helen Louton im Porträt

Prof. Dr. Helen Louton

Dr. Jan Harms im Porträt

Dr. Jan Harms

PD Dr. Elke Rauch im Porträt

PD Dr. Elke Rauch

Agnes Sixt im Porträt

Agnes Sixt

Vera Blumenthal im Porträt

Vera Blumenthal

Prof. Dr. Birgit Hinrichs im Porträt

Prof. Dr. Birgit Hinrichs

Klaudia Klindtworth im Porträt

Klaudia Klindtworth