Indirekter Gentest für Hornlosigkeit

Hornloses Fleckvieh auf der Weide

PP oder Pp? - der Gentest liefert die Antwort

Mit der Züchtung auf genetische Hornlosigkeit wurde beim Fleckvieh (FV) bereits in den 1970er Jahren begonnen. Heute ist die genetisch hornlose Zuchtrichtung in der FV-Fleischrinderzucht absolut dominierend und findet auch in der Milchviehhaltung eine starke Verbreitung. Neben wenigen vollständig hornlos gezüchteten Rinderrassen wie z.B. Angus oder Galloway gibt es eine Reihe weiterer Rassen, bei denen die Hornlosigkeit züchterisch bearbeitet wird.

Seit 2010 steht eine praktische Nutzanwendung am Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Tierzucht in Grub sowie mit Unterstützung der bayerischen Zuchtorganisationen und privater Züchter wurde im Vorfeld über mehrere Jahre das erforderliche DNA-Material gesammelt und in die Forschungsaktivitäten einbezogen.

Mit Hilfe des Gentests kann mit hoher Sicherheit der vollständige Genotyp (reinerbig hornlos PP oder mischerbig hornlos Pp) von genetisch hornlosen Rindern festgestellt werden. Darüber hinaus trägt er zur Abklärung bei, ob bei einem hornlosen Bullen/einer hornlosen Kuh mit genetisch hornlosem Elternteil das Hornlosgen P vorhanden ist oder eine mechanische Enthornung im Kälberalter für die Hornlosigkeit verantwortlich ist.
Nach einem Beschluss der Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Rinderzüchter wird beim Fleckvieh das Testergebnis ab einer Sicherheit von 95 % anerkannt und in die Datenbank eingetragen. Die Hornstatus-Kennzeichnung, welche sich aus dem Gentest ergibt, wird mit einem * versehen (PP* oder Pp*). Somit ist eine Unterscheidung zum Feldergebnis gegeben. Die korrekte Eintragung in die Datenbank übernimmt der zuständige Zuchtverband nach Erhalt des Testergebnisses vom Insitut für Tierzucht und Vererbungsforschung Hannover oder vom Auftraggeber. Seit Dezember 2011 kann die Eingabe in den LKV-Mitgliedsbetrieben auch durch den Leistungsoberprüfer nach Vorlage des Testergebnisses erfolgen.

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