Leistungsdaten und Zuchtarbeit

drei Kühe beim Fressen
Das Lehr-, Versuchs-, und Fachzentrum für Milchvieh- und Rinderhaltung Achselschwang hält in seinem 2004 erbauten Milchviehstall ca. 180 Milchkühe. Dazu kommen etwa 200 Jungrinder, die am Standort Hübschenried untergebracht sind. Überwiegend werden die Rassen Braun- und Fleckvieh gehalten. Dazu kommen noch einige Tiere der Rasse Holstein sowie Kreuzungen Red Holstein x Fleckvieh. Als Beitrag zum Erhalt bedrohter Rinderrassen werden am LVFZ Achselschwang Murnau-Werdenfelser, Original Braunvieh und Pustertaler Schecken gehalten.

Leistungsdaten (2017):

10.491 kg Milch, 4,08 % Fett, 3,58 % Eiweiß

Die Milchleistung der geprüften Herde lag im Kontrolljahr 2017 bei 10.491 kg Milch. Die Werte der Milchinhaltsstoffe Fett und Eiweiß betrugen:
4,08 % bzw. 428,5 kg Fett und 3,58 % bzw. 375,6 kg Eiweiß. Nachfolgende Tabelle zeigt die Milchleistungsdaten der Rassen Fleckvieh, Braunvieh und Rotbunt in Achselschwang für das Kontrolljahr
2017.
Rasse Anteil [%] Milch Kg Fett % Eiweiß % Fett und Eweiß Kg
Fleckvieh 60 10.306 4,00 3,55 779
Braunvieh 31 10.567 4,23 3,64 832
Red-Holstein 9 11.258 4,06 3,54 856
Gesamt 10.491 4,08 3,58 804

Zuchtarbeit

Zuchterfolge aus Achselschwang
Söhne von Achselschwanger Spitzenkühen stehen als Besamungsbullen an verschiedenen bayerischen Besamungsstationen.

Fleckvieh

vier Rinder im Stall
Über 60 % der Milchkühe in Achselschwang gehören der Rasse Fleckvieh an. Die durchschnittliche Leistung der Fleckviehtiere lag 2017 bei 10.306 kg Milch mit 4,00 % Fett und 3,55 % Eiweiß. Seit mehr als zwei Jahrzehnten wird in Achselschwang ein natürlich honloses Fleckviehrind für die Doppelnutzung gezüchtet. Das genetische Potential wird auch weitergetragen. Spitzenvererber wie Hutting HB 10 198030 und Magister HB 10 199060, stationiert an der Besamungsstation Greifenberg, sind Ergebnisse aus der Achselschwanger Zuchtarbeit.

Versuchseinrichtungen Milchviehhaltung zur Züchtung auf natürliche Hornlosigkeit beim Fleckvieh

Braunvieh

braunes Rind schaut in die Kamera
Braunvieh nimmt etwa 30 % der Milchviehherde ein. Hier lag im Jahr 2017 der Schnitt bei 10.567 kg Milch mit 4,23 % Fett und 3,64 % Eiweiß. Auch bei der Rasse Braunvieh wird verstärkt auf natürliche Hornlosigkeit gesetzt. Bulle Wachter Pp HB 10 356545 ist ein Beispiel für exzellente Zuchtarbeit. Ein weiterer Spitzenvererber aus Achselschwang ist Jurus HB 10 356490. Beide sind an der Besamungsstation Greifenberg stationiert.

Red Holstein

Red Holstein
Die Rasse Red Holstein ist typischerweise rot-weiß gefleckt. Es handelt sich um eine milchbetonte Rasse. Unter optimalen Fütterungs- und Haltungsbedingungen bringen Tiere dieser Rasse sehr hohen Milchleistungen. Die Tiere der Rasse Rotbunt in der Milchviehherde in Achselschwang hatten im vergangenen Kontrolljahr 2017 eine Milchleistung von 11.258 kg Milch bei 4,06 % Fett und 3,54 % Eiweiß. Aufgrund dieser Inhaltsstoffe und der Milchmenge erbrachten sie eine Fett- und Eiweißleistung von 856 kg.

Murnau-Werdenfelser

braunes Rind schaut in die Kamera
Murnau-Werdenfelser sind genügsam, langlebig und zeichnen sich durch ihre hohe Vitalität aus. Die Verbreitung der extrem gefährdeten Rasse erstreckt sich über das Murnauer Moos und das Werdenfelser Land. Experten schätzten den Bestand 2015 auf nicht mehr als 258 Herdbuchtiere. Am LVFZ Achselschwang werden zwei Murnau-Werdenfelser Kühe gehalten.
Murnau-Werdenfelser Verbundprojekt „Genomunterstützte Inzuchtvermeidung und Selektion neuer Bullenlinien“
Im Rahmen des Verbundprojektes sind auch im Achselschwanger Milchviehstall Murnau-Werdenfelser- Embryonen übertragen worden. Das im Juni 2016 gestartete Projekt hat das Ziel, die Rasse Murnau-Werdenfelser mit größtmöglicher Vielfalt zu erhalten, sowie die Gewinnung hochwertiger Zuchttiere. Hintergrund ist die Einstufung des Murnau-Werdenfelser Rindes als extrem gefährde Rinderrasse in der Roten Liste der Gesellschaft, zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen.
Um ausreichend viele Zuchtkandidaten durch gezielte Paarung zu erhalten und dabei die normale Reproduktion nur marginal zu beeinträchtigen, wurden ergänzend Embryotransfers mit Trägertieren nicht bedrohter Rassen durchgeführt.
Sobald alle Kälber aus den Embryo-Übertragungen und gezielten Paarungen geboren sind, werden Tiere für die weitere Aufzucht für die Besamungsstation Greifenberg ausgewählt. Des Weiteren werden Tiere aufgestellt, die die alte Rawe-Linie als Genreserve erhalten sollen.
Die Auswahl der interessantesten Nachzucht wird von Experten und Züchter, sowie von den Verbundpartnern getroffen: das Institut für Tierzucht der LfL in Grub, die Weilheimer Zuchtverbände, der Zweckverband II für künstliche Besamung in Greifenberg, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Holzkirchen, die Zugspitz Region GmbH, Garmisch-Partenkirchen, das LKV Bayern, der Förderverein zur Erhaltung der Rasse Murnau-Werdenfelser Vieh, der Tierzuchtforschungs e. V. und die Arbeitsgruppe Populationsgenomik der tierärztlichen Fakultät der LMU München. Dabei werden unter anderem die Abstammung, der Entwicklungszustand und das Ergebnis der Genotypisierung mit einbezogen.
In einer ersten Auswahl sind ein Berg-Sohn aus Britta und zwei Rank-Söhne aus Afra zur Aufzucht an der Besamungsstation Greifenberg aufgestellt worden. Dort steht bereits ein interessantes, männliches Zuchtkalb, ein Xaverl-Sohn aus einer Rakete-Tochter, der schon in der Vorauswahl positiv auffiel.

Seltene Rinderrassen Murnau Werdenfelser - Kälberschau auf dem Betrieb Spatz Externer Link

Im Mai 2018 sind auch bei uns, am LVFZ Achselschwang, im Rahmen dieses Projektes drei Bullenkälber geboren.
Wir sind gespannt, ob in der letzten Runde auch einer unserer drei Bullenkälber aus dem Projekt als Besamungsbulle die Rasse Murnau-Werdefelser weiterführen darf und somit einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der Rasse liefert.chon in der Vorauswahl positiv auffiel.

Wieder auf dem Vormarsch Externer Link

Pinzgauer

braunes Rind
Die Rasse Pinzgauer, in Deutschland als stark gefährdet eingestuft, ist in Österrich noch stärker verbreitet. Weltweit gibt es rund 1,3 Mio Pinzgauer, die allerdings sehr stark mit Red Holstein verkreuzt sind. Reinrassige Tiere sind daher selten. In Deutschland wurden im Jahr 2012 373 reinrassige Tiere gezählt. Pinzgauer kommen überwiegend in braun, vereinzelt aber auch in schwarz vor. In Achselschwang wurde bis Anfang des Jahres 2015 eine reinrassige Kuh gehalten.

Pustertaler Schecken

weißes Rind mit schwarzn Flecken
Die Rasse Pustertaler Schecken stammt ursprünglich aus Südtirol. 1984 wurden die ersten Tiere nach Deutschland importiert. Pustertaler Schecken haben auch auf Grenzertragsstandorten eine sehr gute Grundfutterverwertung und erreichen hohe Tageszunahmen nur aus dem Grundfutter. Der Bestand zählt in Deutschland etwa 89 reinrassige Tiere. Pustertaler Schecken sind eine der bedrohtesten Rinderrassen Europas. In Achselschwang werden zwei Exemplare dieser Rasse gehalten.

Ende Mai 2018 wurde am LVFZ Achselschwang Pustertaler Bullenkalb geboren. V: Indigo MV: Roadtrain.

Schwarz-weises Kalb vor Holzwand

Original Braunvieh

hellbraune Kuh
Mit der Einkreuzung von Brown Swiss in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde ab den 70er Jahren das Original Braunvieh in den oben genannten Ländern verdrängt. 2015 betrug der kleine Restbestand an Original Braunviehtieren in Deutschland 639 Kühe. In Achselschwang wird eine Original Braunviehkuh gehalten.
Braunviehkalb vor Holzwand

Mitte Mai 2018 hat unsere Zenzi ein Original Braunvieh Bullenkalb geboren.

Braunviehkalb vor Holzwand

V: Amnil
MV: Signal
Geburtsgewicht: 53 kg