Forschung

Das Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Geflügelhaltung in Kitzingen stellt sich allen wissenschaftlichen Fragen und der Praxis zugeordneten Aufgaben aktueller Forschung auf dem Gebiet der Kleintierzucht. Im Folgenden werden einige aktuelle und abgeschlossene Forschungsprojekte vorgestellt.

Aktuelle Forschungsprojekte und Versuche

Blunting bei Puten – Praxistest verschiedener Bluntingverfahren

Kopf eines weißen Putenhahns in der 18. Lebenswoche

Puten besitzen von Natur aus einen sehr spitzen Schnabel, der sich in heute üblichen Haltungsformen kaum durch das Futtersuch- und Futteraufnahmeverhalten abwetzt. Mit einem solchen spitzen Schnabel können die Tiere sich bei Rangkämpfen oder Verhaltensstörungen wie Kannibalismus oder Federpicken gegenseitig schwere Verletzungen zufügen. Derzeit werden in den meisten Fällen die Putenschnäbel mit Infrarottechnik behandelt. Dies ist nur mit Ausnahmegenehmigungen möglich und findet wenig Akzeptanz in der Öffentlichkeit. Um das Verletzungsrisiko jedoch auch bei schnabelunkupierten Puten zu mindern, wird derzeit in Kitzingen geprüft, inwieweit es möglich ist, dass sich die Puten mit Hilfe verschiedener „Bluntingscheiben“ im Futtertrog die Spitze des Schnabels abschleifen und diesen so entschärfen.  Mehr

Projekt zur Erhaltung und Förderung des Augsburger Huhnes

Augsburger Hahn

Das Augsburger-Huhn wurde um 1880 in der Umgebung von Augsburg erzüchtet. Sie ist die einzige aus Bayern stammende „Lokalrasse“. Noch heute befindet sich das Hauptzuchtgebiet im Süden Bayerns, gleichwohl die Augsburger in ganz Deutschland gezüchtet werden. Lediglich 50 Züchter in ganz Deutschland betreiben die Erhaltungszucht dieser bayerischen Rasse.
Die offizielle „Liste alter Geflügelrassen“ stuft sie als extrem gefährdet ein. Der Sonderverein der Augsburger Hühner betreut die Zucht dieser alten Hühnerrasse. Im Fachzentrum für Geflügelhaltung Kitzingen werden Nutzungspotenziale dieser alten Hühnerrasse erforscht.   Mehr

Bedarfsgerechte ökologische Fütterung von Geflügel – Schwerpunkt: Neue Quellen für Riboflavin (Vitamin B2)

Brauner Masthahn sitzt in der Einstreu

Das Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Geflügel- und Kleintierhaltung führt als Projektpartner des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) zwei Fütterungsversuche mit langsam wachsenden Masthühnern zur Evaluierung eines stark riboflavinhaltigen Einzelfuttermittel der Firma Agrano durch. Vier verschiedene Versuchsgruppen, welche sich in der zugesetzten Menge und Quelle an Riboflavin im Futter unterscheiden, werden mit einem derzeit praxisüblichen ökologischen Standardfuttermittel verglichen. 

FiBL Projektbeschreibung Externer Link

Optimierung des Verfahrens zum Keimen, Mälzen und Silieren von Sojabohnen

Sojabohnen enthalten hohe Mengen antinutriver Inhaltsstoffe, die die Eiweißverwertung im Verdauungstrakt einschränken und die Gesundheit landwirtschaftlicher Nutztiere - insbesondere bei Schweinen und Geflügel – beeinflussen. Durch eine Hitzebehandlung wie beispielsweise das Toasten kann die Verdaulichkeit der Bohnen gesteigert werden, allerdings sind damit zusätzliche Kosten verbunden. Im Sinne einer wirtschaftlichen Produktion wird nach kostengünstigeren Alternativen gesucht, mit denen man die antinutriven Stoffe abbauen und so den Futterwert von Soja steigern kann.   Mehr

Bundeseinheitliche Bewertung eines Verzichts des Schnabelkupierens bei Legehennen

Legehennen auf der Weide

Das Kürzen der Schnäbel bei Legehennenküken wird seit geraumer Zeit praktiziert, um die Schäden von Federpicken und Kannibalismus zu reduzieren. Verluste und Gefiederschäden können dadurch erheblich reduziert werden. Gesellschaftlich und politisch findet das Schnabelkürzen jedoch zunehmend weniger Akzeptanz, da es einen Eingriff in die Integrität des Tieres darstellt. Im Rahmen dieser Untersuchung werden bundesweit bei Aufzüchtern und Legehennenhaltern Daten über Leistung, Tierwohl und Ökonomie von kupierten und unkupierten Herden erhoben. Ziel ist dabei, die Unterschiede zwischen den Varianten aufzuzeigen und die Möglichkeiten einer erfolgreichen Haltung unkupierter Hennen darzustellen.   Mehr

Abgeschlossene Forschungsprojekte und Versuche

Austausch von Sojaextraktionsschrot durch heimische Eiweißfuttermittel in der Broilermast

Masthähnchen weiß

Lässt sich Sojaextraktionsschrot in der Masthähnchenfütterung durch heimische Eiweißkomponenten ersetzen? Nicht nur die Verfügbarkeit setzt Grenzen für den Einsatz heimischer Eiweißkomponenten, auch die Leistung der Tiere schränkt den Ersatz von Sojaprodukten durch alternative Eiweißfuttermittel ein. Das Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Geflügelhaltung testete mit verschiedenen Masthähnchen Gruppen unterschiedlich hohe Anteile heimischer Eiweißkomponenten im Futter im Verlgeich zu einem komerziellen Phasenfütterungsprogramm.  Mehr

Proteinversorgung von Legehennen

Zwei Legemehle mit unterschiedlicher Struktur und Farbe

Soja spielt in der Legehennenfütterung eine große Rolle. Da es jedoch nur in begrenztem Umfang möglich ist diesen in Deutschland anzubauen, ist man bisher auf Soja aus Übersee angewiesen. ein Versuch am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Geflügelhaltung in Kitzingen soll klären ob es möglich ist, durch den Einsatz von verschiedenen heimischen Eiweißfuttermitteln, auf Soja aus dem Ausland verzichten zu können. 

Proteinversorgung von Legehennen - Teil I

Proteinversorgung von Legehennen - Teil II

Proteinversorgung von Legehennen - Fazit

Leistungsprüfung von Zweinutzungshühnern

Zweinutzungshenne

Nachhaltigkeit und Effizienz! Das waren die Ziele der Geflügelzucht in den vergangenen Jahrzehnten. Während diese Ziele beim Mastgeflügel sowohl auf der männlichen als auch auf der weiblichen Seite erreicht werden konnten, kann bei der Legelinie ausschließlich die Henne genutzt werden. Da die Merkmale Fleischansatz und Reproduktionsrate antagonistisch wirken, setzt der Hahn der Legelinie kaum Fleisch an und geht aus diesem Grund derzeit am ersten Lebenstag in die Futtermittelindustrie. Alternativen für dieses ethisch kaum akzeptierte Vorgehen werden bereits seit Jahren gesucht. Ein Ansatz zur Lösung dieses Problems ist das Zweinutzungshuhn.
 

Leistungsprüfung von Zweinutzungshühnern

Wirtschaftlichkeit von Zweinutzungshühnern

Einfluss der Einstreu, der Schnabelbehandlung und Blunting auf die Leistung und Tiergesundheit von Putenhähnen

Schnabel unbehandelt und Blunting 1b

Putenhaltung stellt den Züchter und den Landwirt in der heutigen Zeit vor viele Herausforderungen. Da Probleme wie Fussballendermatitis oder Federpicken allerdings nur sehr gering erblich und daher züchterisch nur sehr langsam zu verbessern sind, stellen Änderungen im Haltungsmanagement daher aktuell die einzige Möglichkeit dar diese Herausforderungen anzugehen. Aus diesem Grund wurden am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Geflügelhaltung die Effekte einiger Managementmaßnahmen auf die Leistung und Tiergesundheit von Putenhähnen getestet.  Mehr

Infrarot Schnabelbehandlung - eine geeignete Brückentechnologie?

Schnabel unbehandelte Henne

Das Thema Schnabelbehandlung ist in allen Bereichen der Geflügelhaltung ein wichtiges Thema. In der Legehennehaltung ist die Behandlung des Schnabels verboten und kann nur in Ausnahmefällen mit einer Sondergenehmigung durchgeführt werden. Die im folgenden beschriebene Untersuchung beschäftigt sich mit den verschiedenen Methoden der Schnabelbehandlung bei Legehennen und inwieweit diese sich auf die Leistung und Gesundheit der Tiere auswirken.  Mehr

Produktionstechnische und betriebswirtschaftliche Auswertung bayerischer Legehennenbetriebe

Sortiermaschine

Zweifelsohne sind lukrative Vermarktungswege in der Legehennenhaltung von großer wirtschaftlicher Relevanz, jedoch nicht der einzige Schlüssel zum Betriebserfolg. Zu einer effizienten Betriebszweigführung gehören genaue Kenntnisse über produktionstechnische Leistungskennzahlen sowie über die Kostenstruktur. aus diesem Grund wurden in diesem Forschungsprojekt in den Jahren 2010 und 2011 biologische und ökonomische Leistungskennzahlen in 6 konventionellen und 6 ökologischen bayerischen Legehennenbetrieben erfasst und ausgewertet.  Mehr

Strukturierte Bodenhaltung mit Auslauf für Mastkaninchen

Kaninchen im Bodenhaltungsabteil

Die konventionelle Käfighaltung von Mastkaninchen steht zunehmend in der Kritik. In Deutschland gibt es derzeit keine gesetzlichen Richtlinien für die Haltung von Kaninchen. Die Entwicklung und Untersuchung von tiergerechten Alternativen zur konventionellen Käfighaltung gewinnt somit zunehmend an Bedeutung.  Mehr

Untersuchungen zur tiergerechten Kaninchenmast

Kaninchen im Bodenhaltungsabteil

Die Haltungsbedingungen von Kaninchen haben sich innerhalb der letzten 20 Jahre rasant entwickelt. Untersuchungen zur Optimierung der Haltungsbedingungen in Käfig sowie auch bei der Bodenhaltung dienen der Erarbeitung einer Beratungsempfehlung zur tiergerechten Kaninchenmast.   Mehr