Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne
Feldtag auf dem Betrieb Gerstl: Ackerbohnen in der Schweinemast

Besucher am Feldtag Gerstl 2019
Anfang Juli traf sich bei leicht bewölktem Himmel eine kleine, interessierte Gruppe von Landwirten am schon recht reifen Ackerbohnen-Bestand von Landwirt Gerstl. Der Betrieb baut seit 2015 Sommerackerbohnen für seine 550 Mastschweine an. 2018 kam dann die Idee, der Frühjahrstrockenheit mit dem Anbau von Winterackerbohnen zu begegne und zu prüfen, wie sich Bodenbearbeitung, Sortenwahl und Saatgutqualität auf den Ertrag auswirken.

Demoanlagen

Die Demoanlage mit den sechs verschiedenen Varianten (V) stand auf drei aneinander angrenzenden Schlägen. Ein Teil der Fläche wurde vor der Aussaat gegrubbert, der andere Teil gepflügt. Der Landwirt baute die Sorte Fuego (Nachbau und Z-Saatgut) in Drillsaat auf 6 cm Tiefe, Reihenabstand 13 cm, an. Zudem waren die Sorten Tiffany und die Winterackerbohne Hiverna zu sehen. Im Vorauflauf erfolgte eine chemische Unkrautregulierung mit 4,0 l Bandur.

Folgende Demoanlagen gab es zu besichtigen:

  • V1: Winterackerbohne, Sorte Hiverna
  • V2: Betriebsübliche Variante, Sorte Fuego (Nachbau)
  • V3: Convicinarme Variante, Sorte Tiffany
  • V4: Fläche gepflügt, Sorte Fuego (Z-Saatgut)
  • V5: Fläche gegrubbert, Sorte Fuego (Z-Saatgut)
  • V6: Fläche gegrubbert, Sorte Fuego (Nachbau)
Unterschiede waren in diesem Stadium kaum mehr zu sehen. Grundsätzlich gilt, Ackerbohnen brauchen einen guten Bodenzustand. „Schmierschichten und Schadverdichtungen kann man sich sowohl mit dem Grubber als auch dem Pflug auf den Schlag holen“, so Pflanzenbauberater Halser. Wichtig sei, dass die Ackerbohne früh auf den rückgetrockneten Boden und tief gesät wird, damit sie ihren hohen Keimwasserbedarf decken kann. 8 bis 10 cm sollten durchaus angestrebt werden, denn der Boden setzt sich nach der Aussaat nochmals ab. 30-40 Körner/qm sollte man bei der Sommerackerbohne einplanen. „Da die Tausendkorngewichte und Keimfähigkeiten sehr schwanken können, ist es unabdingbar, dass Saatgewicht exakt auszurechnen“, betont Halser. So variierte selbst in der Demoanlage von Betriebsleiter Gerstl die Saatstärke von 200 bis 380 kg/ha. Die Winterackerbohnen standen trotz der etwas lückigen Aussaat den Sommerackerbohnen am Feldtag in nichts nach. Winterackerbohnen können durch Bestockung erfolgreich Reihen schließen und brauchen daher eine niedrigere Aussaatstärke von ca. 25 keimfähigen Körnern pro m². Die Ernte wird zeigen, was sich für den Betrieb Gerstl bewährt. „Heuer sind die Winterackerbohnen gut über den Winter gekommen, sodass ich auf jeden Fall diesen Herbst wieder einen Schlag aussäen werde“, verkündet der Betriebsleiter Gerstl optimistisch.

DemoNet Erbse/Bohne: Winterackerbohne Externer Link

Interne Verwertung der Ackerbohne

Neben dem Anbau selbst stand auch die interne Verwertung der Ackerbohne im Fokus. Albert Bauer, vom Fachzentrum für Schweinezucht und –haltung am AELF Passau, gab einen Überblick über den Einsatz von heimischen Eiweißfuttermitteln. „ Bei Mastschweinen können 15 bis 25 % Ackerbohnen eingesetzt werden, bei Ferkeln und Zuchtsauen sollte man aber bei 5 bis 8 % bleiben“, so der Experte. Die Begrenzung kommt von den antinutritiver Inhaltsstoffen, wie Tanin und Convicin, welche die Futteraufnahme hemmen. Die Convicin-arme Sorte Tiffany bietet sich besonders für Monogastrier wie Schweine an. Nach der Ernte werden die Schweine des Betriebs diese besonders leckere Ackerbohne verköstigen. Über die konkreten Möglichkeiten der Rationsgestaltung für die 550 Mastschweine auf dem Betrieb Gerstl mit eigenen Eiweißfuttermitteln sprach der Fütterungsberater Josef Eiblmeier vom LKV e.V. „ Auf Grund der geringen Gesamtmenge an Ackerbohnen aus der Ernte 2018 liegt der Ackerbohnenanteil in der Ration des Betriebs bei 5 %." „3 Monate 20 % Ackerbohnen füttern und dann die Ration umgestalten wäre ja auch Unsinn“, erklärt Hans Gerstl pragmatisch.

Heimische Eiweißfuttermittel in der Schweinefütterung (LfL-Information)

Resümee

Neben den Ackerbohnen baut der Betrieb Gerstl auch Soja an. Diese wurde zum Abschluss des Feldtages eingehend besichtigt. „Großkörnige Leguminosen brauche ich sowohl fürs KULAP als auch für meine Schweine. Dass ich die Ackerbohne direkt verfüttern kann gefällt mir besonders gut“, resümiert Gerstl.