Tierwohl
Langlebigkeit von Kühen

Häufige Fragen

Einige Fragen zur Thematik "Langlebigkeit von Kühen" tauchen immer wieder auf. Die LfL hat die Antworten zusammen gestellt.

Stimmt es, dass die Kühe immer jünger sterben?

Verlässliche Zahlen über die Nutzungsdauer von Kühen liegen uns seit 1977 vor. In diesem Zeitraum ist die durchschnittliche Nutzungsdauer von rund 1100 Tagen auf gut 1000 Tage abgesunken. Dabei hat es in den vergangen 10 Jahren praktisch kein weiteres Absinken mehr gegeben.
Für das Abgangsalter der Kuh ist aber neben der Nutzungsdauer auch entscheidend, wann die Nutzung der Kuh beginnt. Dies bezeichnet man als das Erstkalbealter. Das Erstkalbealter ist in den vergangenen 40 Jahren ebenfalls gesunken. Im Jahr 1977 wurden Kühe durchschnittlich mit ca. 6 Jahren geschlachtet, heute mit ungefähr 5 Jahren und 3 Monaten.

Eine Kuh kann doch auch 15 Kälber bekommen, warum schlachtet man sie so früh?

Kühe sind landwirtschaftliche Nutztiere und man hält sie so lange, wie ihre Haltung wirtschaftlich ist. Eine Kuh erreicht ihren Leistungshöhepunkt ungefähr in der vierten Laktation. Ebenso wie alternde Menschen, werden alternde Tiere häufiger krank. Damit steigen die Tierarztkosten. Der Schlachtwert von Kühen nimmt mit zunehmendem Alter ebenfalls ab. Außerdem steigt durch den züchterischen Fortschritt die Leistungserwartung junger Kühe jedes Jahr um 100 kg. Damit verlieren ältere Kühe schnell an Wettbewerbsfähigkeit.
Wenn eine Kuh geschlachtet wird, heißt das meistens nicht, dass sie unheilbar krank ist. In den allermeisten Fällen kommen unbefriedigende Leistung, problematische Fruchtbarkeit und erste Erkrankungen zusammen und bewirken, dass der Landwirt lieber eine junge, vielversprechende Kuh im Stall haben möchte.

Was tut die Zucht, um die Langlebigkeit der Kühe zu verbessern?

Die Rinderzucht berücksichtigt in ihren Zuchtprogrammen ein breites Spektrum an Merkmalen. Dazu gehören auch Merkmale, die die Gesundheit und die Lebensdauer begünstigen. Diese nennt man Fitnessmerkmale. Bei der Zuchtauswahl erfahren diese Fitnessmerkmale mittlerweile die stärkste Gewichtung.
Dabei wurde die Erfassung und die Verarbeitung der Daten laufend erweitert und verbessert. Seit einigen Jahren können wir sogar für einige Gesundheitsmerkmale die erbliche Veranlagung von Bullen bestimmen. Dabei werden tierärztliche Diagnosen von Kühen erfasst und in ihrer Häufigkeit den Besamungsbullen zugeordnet, von denen diese Kühe abstammen. Solche Bullen, mit relativ wenigen Krankheitsdiagnosen bei ihren Töchtern, werden dann wiederum bei der Zuchtauswahl begünstigt.