Pressemitteilung – 21. August 2026, Freising
Trotz Trockenheit: Braugerstenernte deckt Bedarf der bayerischen Mälzereien zur Hälfte

Die Braugerstenernte in Bayern ist weitgehend abgeschlossen. Nach einem von anhaltender Trockenheit geprägten Anbaujahr zieht die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) eine erste Bilanz zu Erträgen und Qualitäten. Nach aktuellen Schätzungen der LfL stehen in Bayern rund 240.000 Tonnen Qualitätsbraugerste zur Verfügung. Damit kann die heimische Ernte knapp die Hälfte des Bedarfs der bayerischen Mälzereien decken. Wie stark die Trockenheit die Ernte beeinflusst hat, hängt dabei insbesondere vom Anbauzeitpunkt ab.

Gerste TrockenrisseZoombild vorhanden

Trockenrisse in einem diesjährigen Sommergerstenbestand (Foto: Markus Herz, LfL).

Besonders bemerkbar machte sich die Trockenheit bei der klassischen, im Frühjahr gesäten Sommerbraugerste. Nach den bislang vorliegenden Ergebnissen liegen die Erträge unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre und deutlich unter dem sehr hohen Vorjahresergebnis. Entsprechend ist auch mit unterdurchschnittlichen Kornqualitäten und etwas erhöhten Eiweißgehalten zu rechnen.

Neben den niedrigeren Erträgen wirkt sich auch die deutlich geringere Anbaufläche auf die verfügbare Menge an Sommergerste aus. Mit rund 74.500 Hektar liegt sie in Bayern bei nur noch etwa 88 Prozent der Vorjahresfläche. Damit entspricht die Entwicklung in Bayern in etwa dem bundesweiten Trend.

Ein anderes Bild zeigt sich bei den bereits im Herbst gesäten Braugersten. Winterbraugerste und Sommergerste im Herbstanbau konnten der stärksten Trockenheit weitgehend entgehen und lassen nach derzeitigem Stand durchschnittliche Erträge erwarten. Auch die Kornqualität dürfte auf einem durchschnittlichen Niveau liegen.

Positiv wirkte sich die trockene und heiße Witterung auf die Pflanzengesundheit aus. Der Krankheitsdruck während der Vegetation war gering, gleichzeitig gingen die vergleichsweise kurzen Bestände nur selten ins Lager. Daher wurde in diesem Jahr kaum Auswuchs, Fusarium oder ein anderer Pilzbefall auf den Körnern festgestellt.

Die Braugerste bleibt als extensive Fruchtart in allen drei Anbausystemen ein wichtiger Bestandteil der Fruchtfolge. Auch unter trockenen Bedingungen kann Gerste gute Ergebnisse bei Ertrag und Qualität erzielen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Sortenwahl: Sorten mit einem hohen Vollgerstenanteil können unter trockenen Bedingungen Vorteile bieten. Die diesjährigen Versuchsergebnisse der LfL zur Sommergerste werden zeitnah auf der Homepage veröffentlicht.

Sichbare Trockenschäden bei Böden

Trockenrisse in einem diesjährigen Sommergerstenbestand (Foto: Markus Herz, LfL).

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Spezieller Mähdrescher für Versuchsernte im Einsatz

Ernte der Versuche zu Trockenstresstoleranz bei Gerste im Rollgewächshaus der LfL (Foto: Markus Herz, LfL).

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Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist das Wissens- und Dienstleistungszentrum für die Landwirtschaft in Bayern. Sie ist dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus unmittelbar nachgeordnet und erarbeitet Entscheidungsgrundlagen für Landwirte und Berater sowie die Politik und Verwaltung. Die Hauptstandorte der LfL sind Freising und Grub-Poing. Ihre Aufgabenfelder sind die anwendungsorientierte Forschung, die Ausbildung, die Beratung und der Hoheitsvollzug. Mit Ihrer Arbeit unterstützt die LfL eine nachhaltige und ressourcenschonende Landwirtschaft sowie eine vielfältige Kulturlandschaft.