Forschungs- und Innovationsprojekt
Qualitätssicherung im Kartoffelanbau durch Reduktion des Auftretens der Schilfglasflügelzikade
Zoombild vorhanden
Schilf-Glasflügelzikade (Pentastiridius leporinus), Foto: N. Kapfelsberger
Hintergrund
Die bakteriellen Krankheitserreger Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus (γ-Proteobakterium) sowie Candidatus Phytoplasma solani (Stolbur-Phytoplasma), welche durch die Schilfglasflügelzikade (Pentastiridius leporinus) übertragen werden, sind erstmals 2007 in Deutschland (Heilbronn) in der Zuckerrübe aufgetreten und haben sich dann ab 2017 zunehmend in Deutschland etabliert. Seit dem Jahr 2022 ist eine verstärkte Ausbreitung dieser Pathogene auch im Kartoffelanbau zu beobachten. Dies führt zu erheblichen Ertragsverlusten sowie zu deutlichen Qualitätseinbußen. Im Kartoffelanbau werden die durch SBR und Stolbur verursachten Symptome unter dem Begriff der „Bakteriellen Kartoffelknollenwelke“ zusammengefasst. Diese Erkrankung resultiert in Einbußen hinsichtlich Ertrag und Qualität sowie in einer verminderten Verarbeitungsfähigkeit der erzeugten Produkte.
Symptome (ober- und unterirdisch)
- Aufrollen der Blattränder nach oben
- Gelbliche Blattverfärbungen
- Rötliche Blattverfärbungen (Anthocyanbildung)
- Bildung von Geiztrieben und Luftknollen
- Vorzeitiges absterben des Blattapparates
- Verbleiben einzelner grüner Triebe nach der Sikkation
- Gummiknollen
- Fadenkeimigkeit bei infiziertem Pflanzgut
- Reduzierter Stärkegehalt
- Gefäßbündelverbräunungen
- Nabelendnekrosen
Projektbeschreibung und Ziele
Zoombild vorhanden
Luftknollen, Foto: N. Kapfelsperger
Zoombild vorhanden
Gummiknolle, Foto: N. Kapfelsperger
Methodik
Praxisnahe Streifenversuche
Auf jeder Versuchsfläche werden drei Behandlungsstreifen angelegt:
- Kontrollstreifen: ohne Maßnahmen zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade
- Insektizidstreifen: Durchführung von bis zu drei Insektizidapplikationen (zwei Mischanwendungen, eine Soloanwendung), abhängig von den jeweils gültigen Notfallzulassungen
- Kombinationsstreifen: Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln zunächst als Einzelanwendung sowie in Kombination mit Insektiziden
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Insektizidstreifen einer Versuchsfläche, Foto: N. Kapfelsperger
Darüber hinaus werden innere Qualitätsparameter bonitiert, darunter:
- Gefäßbündelverbräunungen
- Nabelendnekrosen
- Anteil an Gummiknollen
- Anteil glasiger Knollen
Zoombild vorhanden
Stäbchen aus Backtests mit Verbräunungen, Foto: M. Müller
Großparzellenversuche
Ergebnisse
Projektpartner: Josef Färber, Kartoffel-Zentrum Bayern GmbH (KCB)
Projektbearbeitung: Nico Kapfelsperger, IPS 3c
Laufzeit: 01.02.2025 bis 31.12.2027
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF)

