Vorkommen und Bekämpfung von Kartoffelzystennematoden in Bayern

Kartoffelzystennematoden kommen in Bayern regional sehr unterschiedlich stark vor. Von den Flächen zur Produktion von Konsumkartoffeln sind durchschnittlich 12 % befallen. Dabei treten in vielen Landkreisen bis jetzt nur sehr wenige Kartoffelzystennematoden auf, dafür ist in 3 Landkreisen annähernd jede zweite Fläche betroffen.

Kartoffelzystennematoden
In Bayern werden auf ca. 40.000 ha Konsumkartoffeln angebaut. Die Aufgabe besteht darin, sehr viel Fläche vor dem Eintrag von Kartoffelzystennematoden zu schützen und in Regionen mit starkem Befall die Befallslage zu entspannen. Seit in Niedersachsen und Holland ein neuer hoch virulenter Pathotyp von Globodera pallida auftritt, gegen den keine resistenten Sorten verfügbar sind, ist eine weitere Bedrohung für den Kartoffelanbau hinzugekommen.

In folgender Hinsicht besteht deshalb Handlungsbedarf:

  • Die weitere Ausbreitung von Kartoffelzystennematoden in Bayern zu verhindern
  • Der Einschleppung neuer Pathotypen nach Bayern als auch der Entstehung neuer Pathotypen in Bayern entgegenzuwirken
  • Die Problemkonzentration in stark betroffenen Landkreisen zu entspannen

Der bayerische Pflanzenschutzdienst setzt dabei weiterhin vornehmlich auf die konsequente Umsetzung des amtlichen Bekämpfungsprogramms, welches auf befallenen Flächen durchgeführt werden muss. Des Weiteren sind für Betriebe, welche befallene Flächen bewirtschaften, Konzepte zur risikominimierenden Bewirtschaftung vonnöten. Diese Konzepte müssen eine konsequente Durchwuchsbekämpfung, in vielen Fällen eine Fruchtfolgeerweiterung sowie eine Anpassung des Spektrums der verwendeten Sorten beinhalten.

Generell gilt es den Anteil der angebauten Kartoffelsorten, welche gegen Kartoffelzystennematoden resistent sind, in Bayern zu erhöhen. Da auch von Erde ein Risiko zur Verbreitung ausgeht, welche bei der Kartoffelverarbeitung anfällt und zurzeit in ganz Bayern verteilt unkontrolliert auf Ackerfläche wieder ausgebracht wird (geschätzt mehr als 50.000 t pro Jahr), müssen auch für die Erdentsorgung neue Strategien erarbeitet werden. Sinnvoll wäre auch die Gründung eines Gremiums, in welchem alle in Bayern an der Kartoffelproduktion Beteiligten vertreten sind und welches da Maßnahmen ergreift, wo der oben aufgezeigte Handlungsbedarf besteht. Dieses Gremium sollte in Zusammenarbeit mit dem Pflanzenschutzdienst Ziele definieren und Umsetzungspläne mit konkreten Zeitvorgaben und Finanzierungsplänen für die Zielerreichung erarbeiten.

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